Bordbuch der Ampetula

Für die Logbucheinträge unserer Pilotinnen und Piloten
Zuya Hiyaye
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Oluwatoni

#21

Hallo,

ich bin Oluwatoni und ich bin 9 Jahre alt. Meine Mama und mein Papa sagen, dass wir bald eine sehr lange Reise machen und mein Bruder und ich nicht mehr zur Schule gehen können. Mein Bruder freut sich. Ich bin aber gerne in die Schule gegangen zu den Schwestern. Und wenn ich groß bin, werde ich vielleicht auch eine Nonne.
Ich mag am liebsten Schreiben und Lesen und Erdkunde. Rechnen mag ich nicht so. Aber wir fliegen mit einem Raumschiff und mein Papa sagt, da muss man viel rechnen. Er weis das, weil er Astronom ist. Und Diakon.
Er darf aber kein Pfarrer werden, weil er Mama geheiratet hat.
Jetzt wohnen wir in Oksamit Foundry. Das ist eine Riesenstadt und wir dürfen nicht alleine raus.
Auch nicht zu Onkel Zuya, der nur zwei Etagen über uns wohnt.
Wir dürfen ihn aber nicht Onkel Zuya nennen, sagt Mama, weil sein ganzer Name Zuya Hiyaye ist.
Das habe ich aber schon gebeichtet. Aber mir rutscht es doch immer wieder raus.
Vorher wohnten wir in Don Bosco in der Nähe von Saint Vincent auf der Taylor Colony.
Mein Papa sagt das ist sehr weit weg. Dreihundert Jahre.
Hier muss ich immer Magnetstiefel tragen, weil man sonst wegfliegt. Papa sagt, die Schwerkraft ist nur ein Elftel.
Hergekommen sind wir mit einem Riesenschiff und wir hatten eine kleine Kabine. Hier habe ich ein Bild davon gemacht.

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Ich dachte zuerst, die Kabine wäre ein Schrank. Mama hat gesagt, das ist normal auf einem Riesenschiff.
Und hier sind Bilder wie wir hergeflogen sind.

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Da konnte man den großen Berg sehen, auf dem die Stadt steht. Papa sagt, die Stadt gehört der E. O. T. Ich weiß nicht, was das ist. Nur dass Onkel Zuya Hiyaye da auch dazugehört.


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In dem großen Turm da wohnen wir.

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Papa hat es mir auf dem Bild gezeigt, wo das ist. Ich habe mit meinem Lieblingsschreibstift ein Kreuzchen dran gemacht, wo wir wohnen. Der Turm ist so groß, dass ich nicht weiß, wie viele Leute da wohnen. Er hat mehr Fenster als Sterne. Und Mama hat mir ein Kärtchen umgehängt mit einer Nummer, die ich im Lift eintippen muss, damit ich zu unserer Wohnung komme, wenn ich mal doch alleine bin und mich verlaufen habe. 11‑08‑03‑64. Und 11‑08‑05‑34 für Onkel Zuya Hiyaye. Chinedu muss aber noch in der Wohnung bleiben und ich muss auf ihn aufpassen. Er ist erst 6 und kann noch keine Zahlen. Aber er hat auch ein Kärtchen umgehängt. Mit seinem Namen, der Nummer und wer unser Papa und unsere Mama ist. Da steht: Kwame Adebayo 27.06.3276 11‑08‑03‑64 Imani Adebayo 22.02.3286 11‑08‑03‑64

Hier habe ich ein Bild aus unserer Küche in Oksamit Foundry gemacht.

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Hier wohnen wir aber nur bis wir die Reise machen. Hier wohnen auch alle, die auch mit auf die lange Reise wollen. Eine Nachbarin heißt Rachael Hallee. Die war schon mal mit auf so einer langen Reise.
Onkel Zuya Hiyaye sagt, das ist dann noch weiter weg.
Mehr als zehntausend Jahre.
Das ist dann wieder auf einem Schiff. Und das heißt AMPETULA und gehört Onkel Zuya Hiyaye. Jetzt habe ich es aber richtig geschrieben.
Er ist Explorer und er hat sich mit Papa angefreundet, als wir in Exerzitien waren.
Aber einmal hat er auch gesündigt. Als er mit einer Frau telefoniert hat, obwohl er das nicht durfte. Es ging um eine Biologin und die Frau brauchte ein Raumschiff. Mehr habe ich aber nicht verstanden. Nur die Frau hat „Bitte, bitte, bitte, bitte!“ gesagt. Wie ein kleines Kind. Dabei hat Zuya Hiyaye gesagt, dass sie bald ein Doktor wird.
Nun ja. Und auf dem Schiff gibt es keine Schule und Mama und Papa und Onkel Zuya Hiyaye sind dann unsere Lehrer.
Hoffentlich aber nicht diese Frau Doktor.
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Max Bothin
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Re: Bordbuch der Ampetula

#22

Wow! Sehr gut!
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Ein seltsamer Besuch der Polizei

#23

Imani: "Herr segne dieses Brot und alle die davon essen." Sie machte ein Kreuzeichen auf den Laib und schnitt dann vier gleichmäßig dicke Scheiben davon ab.
Chinedu: "Ich kriege das Knäppchen!" Imani gab es ihrem Jüngsten vorab vor dem Abendesen. Ein wenig Regelwidrigkeit erlaubte sie ihren Kindern. Es klingelte. Die Kinder voran Chinedu das Brotende knabbernd rannten zur Tür.
Chinedu: "ONKEL ZUYA!" Eine Weile später.
Oluwatoni: "Das ist nicht Onkel Zuya Hiyaye."
Kwame: "Wer ist es denn?"
Chinedu: "Papa hier ist ein Polizei."
Kwama und Imani tauschten fragende Blicke dann gingen sie zur Tür und schoben ihre Kinder zurück in die Wohnung. Vor ihrer Tür standen eine ältere Frau und ein junger Mann in den Uniformen der Stationssicherheit, sowie ein weiterer Mann mit gestärktem weißem Hemd und grauer Jacke, blonden Haaren, blauen eiskalten Augen hinter einer Brille.
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Kwame: „Guten Abend, was kann ich für Sie tun?“
Lieutenant Fletcher salutiert: „Guten Abend, wir stören nur ungern, ich bin Lieutenant Fletcher von der Oksana Foundry Stationssicherheit und das ist mein Kollege Korporal Reilly. Wir gehen einem Hinweis nach.“
Korporal Reilly: “Wir haben Hinweise, dass Sie eine imperiale Sklavin illegal in Ihrem Haushalt beschäftigen. Wie Sie sicher wissen, ist der Besitz und der Handel mit Sklaven auf dieser Station unter Administration der EOT strengstens verboten.“
Kwame und Imani fassten sich an den Händen.
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Kwame: „Also ich weis nicht, wir haben so eine kleine Wohnung und ich lebe mit meiner Frau und meinen zwei Kindern hier. Wir haben keinen Platz für einen Sklaven. Und wir verabscheuen aus unserem Glauben heraus jede Art von Menschenhandel.“
Lieutenant Fletcher lächelte:„Ja ich sehe, haben Sie etwas dagegen, wenn ich mich kurz umsehe.“
Der Herr im Hintergrund verzieht das Gesicht zu einem frostigen Lächeln und erhebt das Wort: "Ich fungiiere als Rechtsbaystand und vertreeete hier in aaaller Foorm die Interessen der Imperial Obligations Retrieval Authority."
Kwame bemerkte erst jetzt die imperialen Abzeichen und seine Frau wurde bleich, soweit es ihre dunkle Hautfarbe zuließ.
Kwame: „Was hat das zu bedeuten? Wir haben keinen Sklaven schauen Sie sich ruhig um.“
Anwalt: „Selbstverstäändlich, das wärde iich tuun.!“
Lieutenant Fletcher:„Moment, ICH schaue mich um. Sie bleiben hier bei meinem Kollegen.“
Korporal Reilly: “Sind Sie im Besitz von Waffen?“
Kwame: „Gott bewahre.“
Korporal Reilly: “Ich werde Sie scannen.“
Lieutenant Fletcher:„Moment... Na gut. Aber nur die Kriminalstatistik. Diese Menschen haben Rechte.“
Korporal Reilly: “Natürlich.“
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Korporal Reilly: “Hier stimmt 'was nicht.“
Lieutenant Fletcher:„Was stimmt nicht?“
Korporal Reilly: “So'ne reine Weste habe ich noch nie gesehen. Sind Sie aus 'nem Kloster?“
Lieutenant Fletcher:„Das geht uns nichts an. Kann ich mir selbst ein Bild von Ihrer Wohnung machen, damit ich amtlich feststellen kann, dass hier keine Sklavin verborgen wird.“
Kwame: „Kommen Sie ruhig rein. Wir haben hier unsere Küche, unser Schlafzimmer und einen Raum für die Kinder.“
Imani: „Wir wollten gerade zu Abend essen. Vielleicht wollen Sie etwas mitessen? Wir teilen gerne.“
Lieutenant Fletcherlächelte wieder: „Nein, danke, obwohl ich zugeben muss, dass es verführerisch riecht. Was ist das?“
Imani: „Oh, das ist Ombidi. Ich habe ein paar frische Zitronenschalen hinein gerieben. Die waren hier sehr teuer.“
Lieutenant Fletcher: „Ja das merkt man. Aber ich darf nicht, sonst legt der jung Anwalt das als Bestechung aus. Und Zitronen sind hier wirklich Luxus.“
Anwalt: „Nun es köönnte ja auch sayn. Dass...“ Er sprach den Satz nicht zu Ende sondern sprach Imani direkt an.: „Ich akzeptiere dich.“
Imaniverlegen. „Ja danke.“
Lieutenant Fletchernun streng: „Junger Mann. Ich bitte Sie doch die Höflichkeitsform zu wahren. Für Sie ist die Frau hier Miss Adebayo und wird mit Sie angesprochen. Wir sind hier nicht im Imperium.“
Anwalt: „Äs köönnte auch sayn, dass der Herr hier sich die Waare wiiderrechtlich schon vor Jaahren angeaignet hat und sie jeatzt als seiine Frau ausgiibt.“
Lieutenant Fletcherstreng: „Hören Sie Mister. Erst geben Sie den Besitz einer imperialen Sklavin zur Anzeige und nun wandeln Sie das als Diebstahl der vor Jahren stattgefunden haben soll.“
Anwalt: „Äs giibt iinterstellaare Beestiimmungen...“
Lieutenant FletcherFällt ihm ins Wort: „Und hier bin ich das Gesetz. Und hier herrschen die Grundregeln der EOT. Wir sind einem Hinweis der Sklaverei nachgegangen. Zur Sicherheit kann ich noch mal mit Miss Adebayo durch alle Räume gehen. Ich bin mir aber sicher, keine Sklavin hier vorzufinden. Und in der Schreibtischschubladen werden sie die ja wohl nicht versteckt haben.
Und bei Ihnen Mr. Und Miss Adebayo möchte ich mich in aller Form für die Anwürfe entschuldigen.“
Sie sah sich mit schnellen professionellem Blick in der Wohnung um. Hier und da blieb ihr Blick an einzelnen preiswerten, aber geschmackvoll platzierten Gegenständen hängen. In der Küche sprach sie Imani noch einmal an: „Das riecht wirklich wundervoll. Wissen Sie was? Ich gebe Ihnen meine Karte. Können Sie mir vielleicht das Rezept zuschicken?“
Imani: „Ja, gerne“
Lieutenant Fletcher:“Nun mal unter uns. Sie sind sicher, dass sie keine imperiale Sklavin sind und gegen Ihren Willen hier festgehalten werden?“
Imani: „Nein. Ich habe meine Freiheit im Glauben an Jesus Christus gefunden und ich habe mich nirgendwo freier gefühlt als bei meinem Mann und meinen Kindern.“
Lieutenant Fletcher:“Ja, das sieht man Ihnen an. Ich möchte mich noch einmal entschuldigen. Und wenn etwas ist schicken Sie mir eine Nachricht. Vergessen Sie aber nicht das Rezept. Ja?“
Wieder an der Wohnungseingangstür salutierte sie Kwame und Imani: „Meine Herren! Abflug. Wir haben hier alles erledigt. Es liegt kein Verstoß gegen die Stationsbestimmungen hier vor.“
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Plié, grand Plié

#24

Caillie Plant, Toolfa, kurz vor Neujahr 3301


Madame: „En dedans Mademoiselles. En dedans.
Nun langsam en dehors.
LANGSAM.!
Plié. Grand Plié.
Ja!
Nun Relevé. Auf die Zehenspitzen.“
Ihre Stimme schalte schneidend und im Falsett durch den Raum und hallte mehrfach wie ein Donner wieder. Nichts an an Madame war weich. Nicht ihre Haltung, nicht ihre Stimme, nicht ihr Blick. Sie stand in Frontseite der Ballethalle mit einem Stock den sie wie eine Reitpeitsche hantierte und hier und da die Bewegungen der Mädchen manchmal sehr unsanft korrigierte.
„Hoch. Höher. Euer Körper. Nicht euer Gesicht und
SCHAUT MICH NICHT AN“
Ihre Peitsche knallte.
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„Ins Gesicht schauen ist unhöflich. Fixiert die Füße der ersten Reihe. Fixiert meine Füße. Das ist euer Bezugpunkt. Wo meine Füße sind ist stets euer Blick. Nirgendwo anders. Achtet auf euer Alignement.“
Eines der Mädchen, Jia, stolperte. Sie konnte sich wieder fangen, aber Madam war in Windeseile bei ihr und diesmal landete die Peitsche auf Jias Arm und anschließend auf ihrem Oberschenkel. Sie versuchte auszuweichen.
Jia:“Nein Madame, bitte nicht. Madame nein.“
Madame: „Ne bougez pas!“
Sie schlug mit der Peitsche auf Jias Hand. Jia warf Imani einen flehenden Blick zu. Sie waren etwa gleich alt und sie teilten sich ein Doppelbett in der Gemeinschaftsunterkunft. Imani lief rot an. Sie widerstand dem Impuls einzugreifen und ihrer Freundin zu helfen. Die Strafe hätte die ganze Gruppe zu spüren bekommen. Die Mädchen etwa im Alter zwischen dreizehn und siebzehn mussten ohnehin bis zum Rand der Unterernährung hungern und oft genug wurde der Hunger auch zur Disziplinierung eingesetzt. Einige der Mädchen aßen manchmal heimlich den Füllstoff ihrer Bettbezüge.
Madame: „Encore!“
Sie ging zurück an die Front, ihre Schritte elegant und streng zugleich. Die meisten Mädchen waren erschöpft, warteten auf das viel zu seltene „Relâchez“ — den Moment, in dem Madame sich zurückzog, um ihren Drogen und Alkoholika nachzugehen.
Maelis: „Madame, bitte!“
Madame: „Ich sagte, Encore!“
Der Blick der Mädchen war instinktiv gesenkt. Sie mussten es nicht erst lernen. Manchen wie Lian und Meilin schien es angeboren, andere wie Xiu mussten dazu erzogen werden. Imani bewunderte Xiu. Das stille und zurückhaltende Mädchen beeindruckte sie. Und ihr schienen die anstrengenden Unterrichtsstunden nichts anzuhaben. Auch sie war genauso wie Jia und Imani siebzehn und würde bald zum Verkauf anstehen.
Abends im Schlafquartier auf Caillie Plant wurde Imani von Jia geweckt.

Jia:“Imani? Schläfst du?“
Imani rieb sich den Schlaf aus den Augen:“Ich schon. Und du solltest auch schlafen. Sonst stolperst du morgen wieder.“
Jia:“Imani? Warum hast du...?“
Imani:“Du weist doch.“
Jia:“Ich halte das nicht mehr aus.“
Xiu:“Pssst, ihr weckt die anderen.“
Jiafing an zu flüstern:“Ich will weg. Irgendwie.“
Xiu:“Das könnt ihr euch aus dem Kopf schlagen.“
Imani:“Warum?“
Xiu:“Wir sind imperiale Sklavinnen. Wir können nicht einfach gehen, wie es uns gefällt.“
Jia:“Ich halte es aber nicht mehr aus.“
Imani:“Was sollen wir machen?“
Xiu:“Abwarten.“
Am Tag darauf verlief der Tanzunterricht genauso wie alle anderen davor und Jia stolperte diesmal nicht. Nur Madame machte eine Ankündigung.
Madame: „Mademoiselles. Unsere hochverehrte und allzeit gnädige Madame Torval wünscht öffentlich wirksame Präsentation unserer Kultur im Raum der Föderation. Und da Tau Ceti nur 8 Lichtjahre entfernt ist und die Restriktionen gegenüber dem Imperium aus Einsicht gelockert wurden, wurde von Dane Mc Cormick von der VOC in seiner unendlichen Weitsicht und Güte angeordnet, dass diese Tanzeinheit dorthin zur Aufführung und späteren Verkauf nach Tau Ceti reist. Die Reise ist in drei Wochen.“
Diesmal wurde Imani und Jia in der Nacht von Xiu geweckt.
Xiu:“Kommt mit.“
Jia:“Wohin?“
Xiu:“Ihr wollt weg?“
Jia:“Ja.“
Xiu:“Dann kommt mit.“
Xiu führte die beiden in den Unterrichtsraum.
Imani:“Was sollen wir hier. Ich bin müde.“

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Xiu:“Greif mich an.“
Imani:“Was?“
Xiu:“Greif mich an.“
Imani versuchte Xiu behutsam eine Ohrfeige zu geben. Die wich aber aus.
Xiu:“Richtig.“
Imani:“Warum? Du hast mir nichts getan und ich will dir nicht weh tun.“
Xiu:“Du wirst mir nicht weh tun.“
Diesmal stürzte sich Imani auf Xiu, bzw. versuchte es. Die war aber von einem auf den anderen Augenblick einen Schritt zur Seite gerückt, ohne dass Imani das gesehen hatte und Imani lief ins Leere.
Xiu:“Du bist ein feiger Trottel!“
Jia:“Aber Imani hat dir...“
Xiu:“Und du bist eine Heulsuse!“
Jia:“Du bist...“
Xiu:“Dann greif mich an. Beide!“
Wütend stürzten sich die beiden Mädchen auf Xiu, aber wieder lief ihr Angriff ins Leere.
Imani:stampfte mit dem Fuß auf und wollte Xiu eine Ohrfeige geben.:“Was soll das?“ Aber auch Xiu duckte sich einfach weg. Die beiden Mädchen wollten Xiu immer heftiger angreifen aber mit Leichtigkeit wich diese allen Angriffen aus. Und stellte sich schließlich lachend vor sie.
Xiu:“Wollt ihr es lernen?“
Imani:“Hast du uns nur beleidigt, damit wir dich angreifen und du uns zeigst, wie du, naja, wie machst du das?“
Xiu:“Wollt ihr es lernen?“
Jia:“Das wäre ein toller Trick, wenn Madame mich wieder schlägt.“
Xiu:“Ja, wäre es. Aber manchmal ist es auch gut etwas zu ertragen und zu wissen, dass man jederzeit ausweichen kann.“
Imani:“Und was ist das?“
Xiu:“Das nennt sich Kung Fu.“
Imani:“Und wie lernt man das?“
Xiu:“Nun das ist fast wie Ballett. Nur anders. Aber du musst dich genauso konzentrieren.“
Imani:“Und immer auf die Füße achten.“
Xiu:“Richtig.“
Jia gähnte wartet aber gespannt auf das was Xiu ihnen zeigen würde.
Xiu:“Erst einmal richtig stehen. Und zwar so dass man nicht fällt.“
Sie setzte einen Schritt nach vorn, langsam, kontrolliert. Ein Gong Bu — der Bogenstand. Stabil. Leise. Imani und Jia machten es ihr nach als wäre es eine neue Tanzfigur. Xiu prüfte es und korrigierte. Nur ohne Peitsche. Schließlich versuchte sie Jia umzuwerfen, die aber seltsamerweise stehen blieb.
Xiu:“Gut so. Und so hat Madames Drill auch etwas Gutes.“
Jia:“Mehr!“
Xiu:“Gut denn hebt beide die Hand vor das Gesicht. So“ Sie zeigte es. Dann schlug sie Imani. In die Hand Imani erschrak aber konnte den Hieb auffangen.
Xiu:“Das ist Tan Sau.“
Sie zeigte die dritte Bewegung: Lui Sau, die kreisende Hand, die Energie ableitet.
Xiu: „Wenn jemand dich schubst…“ Sie berührte Imanis Schulter leicht. Imani wankte. Xiu führte ihre Hand in einem kleinen Kreis. „…dann lässt du die Kraft weiterlaufen. Nicht dagegenhalten. Weitergeben.“
Jia probierte es. Sie stolperte fast.
Xiu lächelte.

Xiu:“Ich denke das reicht für heute.“
Die nächsten Tage nahm Madame die Mädchen noch strenger ran. Die Nacht nutzen die Mädchen für das Zusatztraining. Schließlich war der Tag der Abreise und in der Andockbucht war eine T9 die sie nach So Yeon Vista auf Bells Wreck im Tau Ceti System bringen sollte.
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Zuya Hiyaye
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#25

Bild
Ritter Cassian Vale
App 06 037 167
So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti



An Seine Durchlaucht Graf Aurelius Damaris
App 01 003 037
Caillie Plant
Toolfa A4
Toolfa


Gegeben zu So Yeon Vista, Bells Wreck, Tau Ceti, am zweiundzwanstigsten Tage des ersten Monats, im einundfünfzigsten Herrschaftsjahr Seiner Majestät Imperator Hengist Duval.


Bericht über eine imperiale Untersuchung
Im Auftrag Ihrer hochherrschaftlichen Erhabenheit Senatorin Zemina Torval, und in treuer Pflichterfüllung gegenüber Seiner Durchlaucht Graf Aurelius Damaris, erstatte ich folgenden Bericht:


Durchlauchtigster Herr Graf,

ich habe mit meinem Team das Abhandenkommen der folgenden Subjekte untersucht:
XIU 673T247352
JIA 673T167386
IMANI 673T254362


Nach eingehender Prüfung aller verfügbaren Daten und nach persönlicher Begehung der relevanten Orte bin ich zu folgendem Ergebnis gelangt:
Die genannten Subjekte nahmen an einer Vergnügungsveranstaltung einer in diesem System prosperierenden föderalen Fraktion teil,
gelegen in So Yeon Vista auf Bells Wreck, Tau Ceti.
Von dort entfernten sie sich unerlaubt und ohne Genehmigung.
Sie überwanden den uneingeweihten Ordner des Gebäudes, indem sie den Anschein föderaler Bürgerschaft erweckten. Eine Kontrolle der Ausweispapiere findet in diesem Etablissement üblicherweise nicht statt.
Ihre Spuren verloren sich im Vergnügungsviertel. Erst einen Tag später tauchten sie wieder auf — im Kloster und der theologischen Fakultät des Ordens von van Maanens Stern, gelegen in So Yeon Vista, wo sie vom Prior gemeldet wurden.
Bemerkenswert ist, dass dieses Kloster ein reines Männerkloster ist. Die Aufnahme dreier weiblicher Subjekte ohne Registrierung, ohne Ausweispapiere und ohne Angabe des Grundes lässt Raum für Spekulationen über ihren Verwendungszweck innerhalb der Ordensstrukturen.
Eine Anfrage zur Herausgabe der Subjekte wurde vom Kloster unter Berufung auf Asyl abgelehnt. Der Orden verweist auf seine theokratische Unabhängigkeit, seine spirituelle Gerichtsbarkeit und die Souveränität Tau Cetis, welche sich jeder imperialen Einflussnahme entzieht.
Weitere Maßnahmen bedürfen daher einer diplomatischen Weisung Ihrer Durchlaucht.


In tiefster Ergebenheit,
Ritter Cassian Vale

Anlagen







Bild
Ritter Cassian Vale
App 06 037 167
So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti


An das Priorat seiner Hochwürden
Prior Hadrianus Solmar
des Ordens von van Maanens Stern
So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti


Gegeben zu So Yeon Vista, Bells Wreck, Tau Ceti, am dritten Tage des ersten Monats, im einundfünfzigsten Herrschaftsjahr Seiner Majestät Imperator Hengist Duval.


Hochwürdigster Herr Prior,

nach Auskunft der örtlichen Behörden ist mir bekannt geworden , dass die Subjekte

XIU 673T247352
JIA 673T167386
IMANI 673T254362


in Ihrer Einrichtung aufgefunden wurden.
Hierbei handelt es sich um imperiale Sklavinnen im Eigentum der East Indian Compagnie, die bei einem Gastspiel in So Yeon Vista entlaufen sind und in Ihren Einflussbereich gelangt sind.
Da ich die Interessen der East India Compagnie vertrete bitte ich Sie um einen Termin zur Herausgabe unseres Eigentums.


In tiefster Ergebenheit
Ritter Cassian Vale







Bild
Sub lumine Van Maanen
In fide et lumine


Kloster der Theologischen Fakultät
So Yeon Vista,
Bells Wreck,
Tau Ceti


Gegeben am 6. Januar im Jahre des Herrn 3301


An den Vertreter des Imperiums, Ritter Cassian Vale.

Wir bestätigen die Anwesenheit der drei Menschen, welche sich in der Nacht der Jahreswende an die Tore unseres Klosters wandten.
Gemäß den heiligen Statuten unseres Ordens und der Souveränität Tau Cetis wurde ihnen Asyl gewährt, da sie sich in einem Zustand der Bedrängnis befanden und um Schutz baten.
Die Ordensregeln verpflichten uns, jeden Hilfesuchenden aufzunehmen, ungeachtet seiner Herkunft, seines Geschlechts oder seiner Zugehörigkeit zu fremden Mächten.
Eine Herausgabe ist daher nicht möglich, da sie sich unter dem Schutz des Ordens befinden und der geistlichen Gerichtsbarkeit unterstehen.


Möge das Licht von Van Maanens Stern über allen Suchenden wachen.

S.E. Hadrianus Solmar, Prior
Kloster der Theologischen Fakultät So Yeon Vista
Orden von van Maanens Stern







Bild
Ritter Cassian Vale
App 06 037 167
So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti


Kommunales Sicherheitsbüro So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti

Gegeben zu So Yeon Vista, Bells Wreck, Tau Ceti, am siebten Tage des ersten Monats, im einundfünfzigsten Herrschaftsjahr Seiner Majestät Imperator Hengist Duval.

Betreff: Anzeige wegen Zurückhaltung imperialen Eigentums
Antragsteller: Ritter Cassian Vale

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit zeige ich an, dass sich die Subjekte
- XIU 673T247352
JIA 673T167386
IMANI 673T254362

imperiale Sklavinnen im Eigentum der East India Compagnie, derzeit im Einflussbereich des Ordens von van Maanens Stern, befinden und trotz offizieller Anfrage nicht herausgegeben wurden.
Ich ersuche um Prüfung des Vorgangs und um Bestätigung der Rechtslage hinsichtlich der Zuständigkeit des Klosters und seiner Gerichtsbarkeit.


In tiefster Ergebenheit,
Ritter Cassian Vale









Bild
Kommunales Sicherheitsbüro So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti

21.01.3301.
Sehr geehrter Herr Vale,

wir bestätigen den Eingang Ihrer Anzeige vom 10.01.3301.
Nach Prüfung der Rechtslage teilen wir Ihnen Folgendes mit:
Das Kloster der Theologischen Fakultät des Ordens von van Maanens Stern besitzt gemäß den Statuten Tau Cetis den Status einer autonomen theokratischen Institution.

§4 Abs. 1 – Statuten Tau Ceti
„Theologische Einrichtungen genießen gemäß Artikel 1 Vorrang vor allen zivilen Verwaltungsorganen.“


Es unterliegt eigener geistlicher Gerichtsbarkeit und ist nicht der zivilen Verwaltung von So Yeon Vista unterstellt.

§7 Abs. 2
„Die geistliche Rechtsprechung der theologischen Institutionen ist gemäß Artikel 1 von jeder zivilen Einflussnahme ausgeschlossen.“


Die Gewährung von Asyl fällt ausschließlich in den Verantwortungsbereich des Ordens.
Eine Herausgabe der genannten Personen kann durch unsere Behörde nicht veranlasst werden.

§18 Abs. 3

Wir danken für Ihre Mitteilung.
Die Angelegenheit gilt als registriert.


Mit Hochachtung,
Kommunales Sicherheitsbüro So Yeon Vista Bells Wreck, Tau Ceti.


Dieses Schreiben gilt als offizielles Schreiben und ist ohne Unterschrift gültig.






Bild
Graf Aurelius Damaris
App 01 003 037 -01 003 044
Caillie Plant
Toolfa A4
Toolfa


Ritter Cassian Vale
App 06 037 167
So Yeon Vista
Bells Wreck
Tau Ceti

Im einundfünfzigsten Herrschaftsjahr Seiner Majestät Imperator Hengist Duval, am elften Tage des zweiten Monats.

An Ritter Cassian Vale,

Ihr Bericht vom zweiundzwanzigsten Tage des ersten Monats im einundfünfzigsten Herrschaftsjahr wurde zur Kenntnis genommen.
Die Vorgänge in Tau Ceti sind dokumentiert.
Sie haben pflichtgemäß gehandelt.

Graf Aurelius Damaris
Imperiales Verwaltungsamt
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Und führe uns nicht in Versuchung

#26

Und führe uns nicht in Versuchung

So Yeon Vista Silvester 3000



Kwame: “Warum sollen wir zu einer Ballettaufführung.“
Michael: „Damit wir am normalen Leben teilhaben. Wir können uns nicht nur in unsere Studierstuben verziehen.“
Kwame: “Tun wir ja auch nicht. Nur warum ausgerechnet Ballett?“
Michael: „Warum legt der Orden so großen Wert darauf, dass da unten alles in Ordnung ist?“
Kwame: “Ich verstehe nicht.“
Michael: „Weil wir richtige Männer sein sollen.“
Kwame: “Sind wir ja, aber was hat das mit...“
Michael: „Nun überleg' doch mal. Wir sollen irgendwann einmal die Gelübde ablegen.“
Kwame: “Ja und?“
Michael: „Ok, ich erklär's dir. Wenn wir irgendwann einmal das Gelübde ablegen, dass wir keusch leben wollen und auf Sex verzichten zum Lobe des Herrn, dann soll es ein richtiger Verzicht sein.“
Kwame: “Ich verstehe so langsam. Nur warum müssen wir uns ein Ballett ansehen.“
Michael: „Lauter hübsche Mädchen...“
Kwame: “Ah jetzt ich verstehen ganz genau.“
Michael: „Dann schauen wir es uns mal an. Ich freue mich schon darauf.“
Kwame: “Führe mich nicht in Versuchung.“
Michael: „Amen.“

Die beiden Männer gingen in das große Theater im Dom bzw. den Kuppelbau auf Bells Wreck und suchten sich ihre Plätze.

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Nach einer Weile wurde das Licht gedämmt und der Vorhang fiel. Die Violinen spielten ein Tremolo und die Harfe ein Glissando. Schließlich setzte die Oboe mit einer zarten Melodie ein und eine Tänzerin lag auf der Mitte der Bühne wie ein Bündel achtlos hingeworfener Kleidung. Schließlich hob sie langsam und anmutig den Arme, erhob sich in einer Pirouette und schien sanft und anmutig über der Bühne zu schweben. Die Violinen spielten eine chromatische Melodie abwärts was kurzzeitig eine Dissonanz erzeugte und als die ganze Streichergruppe einsetzte liefen weitere Tänzerinnen auf Zehenspitzen auf die Bühne. Es wirkte, als würden sie den Boden kaum berühren. Kwame war von der Anmut und der Musik überwältigt. Wollte er wirklich ein Leben Lang auf Glück und Zuwendung verzichten? „Jesus Christus ist eure Zuflucht.“, kamen ihm die Worte des Priors in den Sinn. Auf der Bühne war ein Fest der Farben und Bilder zu sehen, während die Musik ihn in einer romantischen Sphäre einhüllte. Kwame schwebte in einer Wolke aus Gefühlen und Klang.

Schließlich ging das Ballett aus dem imperialen Nachbarsystem ging zu Ende. Schwerfällig erhob sich Kwame aus seinem Sitz und konnte sich nur schwer von seinen Eindrücken lösen. Er hoffte auf eine Zugabe und danach noch ein und dann noch eine, aber die gab es nicht.
Die beiden Männer suchten sich ein gemütliches Lokal, um ein Glas Wein zu trinken und sich über das erlebte zu unterhalten.

Aber „Gemütlich“ war in der Kuppel nicht so leicht zu finden. Überall war es nun voll obwohl sie in einem theokratischen System waren, wo Unterhaltung streng reglementiert war. Aber das Solsystem strecke wie schon so oft wieder seine Finger aus und überall lockerten sich so nach und nach die strengen religiösen Regeln. In den meisten Lokalen dröhnten die Lautsprecher und nur ein Lokal schien etwas ruhiger und leichte Musik drang nach draußen. Obwohl Kwame ein ungutes Gefühl hatte, gingen sie hinein.
Das Lokal war eher dunkel nur vereinzelte Lichter versuchten die Hektik und das grelle Neonlicht des Nachtlebens aus dem Lokal zu drängen. Auf einzelnen Tischen erleuchteten kleine Lichter schwach die Gesichter der Gäste. Einige sahen auf und musterten die beiden. Vielleicht hofften sie eines der leichten rosanen Mädchen die sich ab und zu mal hierher verirrten, wäre hereingekommen. Dann aber senkten sie wieder in einer gemeinsamen stummen Choreografie den Blick und widmeten sich wieder der Suche nach ihrer ruhmvollen Vergangenheit in den verschiedenen alkoholischen Getränken vor ihnen.
Kwame und Michael bestellten sich einen Krug Rotwein und zwei Gläser. Die Wirtin stellte noch eine Korb mit Weisbrot dazu, das wohl nur als Deko und dem Alter nach nicht zu Verzehr gedacht war. Zu essen wollten die beiden nichts.


Michael: „Wie fandest du es?“
Kwame: “Schön.“
Michael: „Schön.“
Kwame: “Ja, schön.“
Michael: „Na, schön!“
Kwame: “Also gut. Ich bin überwältigt.“
Michael: „Nicht wahr?“
Kwame: “Ja. Die Musik und die Bewegungen...“
Michael: „Dabei ist die Musik schon mehr als ein Jahrtausend alt.“
Kwame: “Ja?“
Michael: „Ja Tschaikowski.“
Kwame schüttelte den Kopf: „Und die Tänzerinnen?“
Michael: „Das waren bestimmt Bots oder Roboter.“
Kwame: „Meinst du?“

Als sie sprachen betraten drei junge Frauen mit unsicheren Blicken und Gesten das Lokal.
Diesmal blieben die Blicke der Gäste etwas länger an ihnen haften und Kwame und Michael taten es den anderen Gästen unwillkürlich nach.
Unter ihren Anoraks trugen sie weiße Kleidung die denen der Tänzerinnen im Ballett ähnelte.


Kwame stieß Michael an: „Deine Bots“
Michael: „Meinst du?“

Vom Nachbartisch hörten die beiden ein Raunen

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Gast eins: „Schau mal Frischfleisch.“
Gast zwei: „Die müssen erst noch zugeritten werden.“
Gast eins: „Das kann ich schon erledigen.“
Jia: “Gibt es hier was zu essen?“
Der Wirtin zeigte auf die Tafel.
Wirtin: „Habt ihr Geld?“
Xiu kramte ein paar Cent hervor.
Wirtin: „Das reicht bei weitem nicht. Hier wird mit Credits bezahlt.“
Jia: “Und wie viel ist das?“
Wirtin: „Habt ihr noch nie mit Credits bezahlt? Das ist hundert mal so viel.“
Gast eins: „Ich zahle, wenn ihr ein bisschen nett zu mir seid.“
Xiu: “Wir sind nett.“
Gast eins: „Dann lass mal sehen.“
Wirtin: „Treib's nicht zu weit.“

Michael erhob sich von seinem Platz und ging auf den Gast zu. Kwame folgte ihm.

Michael: „Würde es Ihnen etwas ausmachen, die Dame in Ruhe zu lassen?“
Gast eins: „Misch dich nicht ein. Das sind meine Püppchen.“
Michael: „Ich sagte, Sie sollen...“

Ehe er ausreden konnte hatte ihm der Gast einen Haken versetzt und Michael fiel rücklings zwischen zwei Stühle und einem Tisch. Als Kwame eingreifen wollte ging der zweite Gast auf ihn zu und baute sich vor ihm auf.

Gast zwei: „Hier suchen wohl welche Ärger.“
Gast eins: „Das sind Klosterschüler. Pass auf, sonst bekehren sie dich.“
Gast zwei: „Na, du Klosterschüler. Was willst du hier ausrichten?“
Imani :“Lassen Sie den Mann doch in Ruhe.“
Gast eins: „Oh, die Kleine ist ja eine ganz scharfe.“
Gast zwei: „Das probieren wir doch gleich mal aus.“

Er versuchte Imani zu sich heranzuziehen und sie auf den Mund zu küssen. Als ihm die Beine weg sackten und er zu Boden fiel.

Gast eins: „Hey hey hey, was passiert den hier?“Er näherte sich Xiu, die aber wich ihm aus. Der Mann holte aus und traf Kwame der zu Boden ging. Der man wollte weiter auf ihn einprügeln, als er von Xiu daran gehindert wurde und selber das Gleichgewicht verlor. Nun griffen auch Jia un Imani mit ein und innerhalb weniger Augenblicke, waren die beiden Männer erledigt. Imani half Kwame auf. Und Xiu zerrte Michael aus den Stühlen hervor.
Kwame: “Wie habt ihr das gemacht?“
Michael: “Und ihr seid dabei noch nicht mal ins Schwitzen gekommen.“
Xiu “Seid ihr wirklich Klosterschüler?“
Michael: “Mehr oder weniger.“

Kwame zerrte ein Taschentuch hervor und wollte sich die Stirn wischen, als er merkten dass er blutete.

Imani “Warte, ich helfe dir.“
jia: “Und in der Klosterschule gibt es da was zu essen?“

Imani sah sie an.

Michael: “Natürlich gibt es da was zu essen. Aber nicht mehr um die Uhrzeit.“
Kwame: “Und wir können euch nicht einfach so mit aufs Zimmer nehmen.“
Michael: “Genau das wärs.“
Xiu “Wir nehmen nicht viel Platz weg. Wir brauchen nur was zu essen und einen Platz wo wir uns hinlegen können.“
Kwame: “Wir könnten euch ein Hotel buchen.“
Imani “Das geht nicht. Dort würden sie zuerst suchen.“
Kwame: “Wer würde euch suchen?“
Imani “Madame. Die Imperialen.“
Michael: “Seid ihr...?“
Xiu “Ja.“
Michael: “Und wie ist euer Plan?“
Xiu “Kein Plan.“
Imani “Wir sind einfach aus dem Backstagebereich nach draußen. Der Ordner war kein Imperialer.“
Michael: “Dann schlage ich vor, wir suchen ein anderes Lokal. Einen richtig lauten und vollen Schuppen, wo uns keiner bemerkt.“
Xiu “Dürft ihr das denn?“
Michael: “Dürft IHR das denn?“
Kwame: „Aber dort gibt es etwas zu essen.“

Die drei Mädchen sahen die beiden Männer an.

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Kwame: „Das dürfen wir.“
Michael bezahlte die Rechnung und sie verließen das Lokal, um in ein anderes zu wechseln um dort vorerst unterzutauchen.
Michael: “ich komme mir konspirativ vor.“
Kwame: „Ja das gibt eine lange Beichte.“
Michael: “Ego te absolvo.“
Kwame: „Amen.“

Die drei Mädchen kamen mit reichlich Essen zurück, was sie sich von den Credits gekauft hatten die Kawame und Michael ihnen gegeben hatten und vergruben ihre Gesichter darin.

Jia: mit vollen Backen. “Endlich was zu essen. Das reicht für die nächsten Jahre.“
Imani: “Ihr wollt nichts?“
Michael: schüttelt den Kopf“Wir haben schon gegessen.“
Kwame: „Sagt mal, wie habt ihr die beiden Kerle so schnell erledigen können?“
Xiu als wäre damit alles gesagt: “Wir sind Tänzerinnen.“
Michael: „Und das lernt man beim Tanzen?“ Jia nickte und Imani schüttelte den Kopf.
Imani: “Wir hatten ein Spezialtraining.“
Xiu: “Ich dachte im Kloster lernt man Selbstverteidigung.“
Kwame: „Nicht in jedem Kloster.“
Michael: „Unseres ist eines des Studiums und er Kontemplation und der Ruhe.“
Xiu: “Verstehe“
Kwame: „Was das Problem der Herberge aufwirft“
Michael: „Wir könnte sie ja im Stall, bei Ochs und Esel...“
Kwame: „Als Maria und Josef und das Jesuskind. Nein jetzt ernsthaft.“
Michael: „Nun, wir sollten ja heute versucht werden.“
Xiu: “Könnt ihr mal Klartext reden?“
Kwame: „Wir sollten heute zum Ballett, um zu testen ob unser Verzicht, also na ja. Jedenfalls ich mache da nicht mit.“
Michael: „Ich meinte ja nicht wirklich. Aber wir könnten so tun als ob.“
Kwame: „Du meinst wir buchen das Hotel auf unsere Namen nehmen die drei mit und verdrücken uns dann.“
Michael: „Ja so ähnlich.“
Kwame: „Das ist aber nichts langfristiges.“
Michael: „Ist nur für eine Nacht. Und morgen weihen wir unseren Prior ein.“
Imani: “Und der verrät uns nicht?“
Kwame: „Nein. Außerdem sind wir hier in der Föderation. In Tau Ceti ist man zwar tolerant dem Imperium gegenüber aber es gelten auch Regeln der Föderation.“
Michael: „Euch im Kloster zu verstecken ist also keine Straftat.“
Xiu: “Ich dachte das geht nicht.“
Michael: „Wir beherbergen auch manchmal Gäste zu Exerzitien.“
Xiu: “Was ist das?“
Imani: “Klingt irgendwie anstrengend“
Kwame: „Im Gegenteil. Dabei kommt man zur Ruhe und zu inneren Frieden.“
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Oluwatoni

#27

Hallo,

ich bin's wieder. Oluwatoni. Heute kam Onkel Zuya Hiyaye vorbei und hat seinen Enkel mitgebracht. Der hat ganz lange Haare. Mama sagt, der wär' nichts für mich. Der will vielleicht ein Mädchen sein. Aber ich finde er sieht cool aus.

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Wir waren auf dem höchsten Turm von Oksamit. Und Mama und Papa und Onkel Zuya haben gesündigt. Sie haben Irish Coffee getrunken. Wir Kinder bekamen KaKao und Onkel Zuya hat alles bezahlt. Er meinte es wäre gut so und nickte der Dame. Sie nannte ihn Sir. Ich weis nicht was das ist.
Danach waren wir einkaufen. Das Kaufhaus war riesig.
Und Onkel Zuya hat neue Bordanzüge für uns alle gekauft. Und so Magnetik-dinges-Schuhe.
Die waren aber unbequem. Er sagte, die müssen wir aber im Raumschiff tragen.

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Im Kaufhaus war auch ein komisches Bild. Onkel Zuya meint, das hätte der Largo Ormand gemalt und er wäre der Chef von der ganzen Stadt und der ganzen EOT.


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Danach gingen wir in den Park. Mama sagt das wäre ein riesengroßer Blumentopf in der Stadt.
Hier habe ich ein paar Fotos gemacht.


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Und hier haben wir ein Familienfoto gemacht. Da war ein junges Paar und der Mann hat uns dann mit meiner Kamera aufgenommen.

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Als wir wieder Zuhause waren, war da ein Mann mit einem Brief für Papa und auf dem Brief war auch dieses Bild von dem Largo Ormand.
Papa hat den Brief aufgemacht und wurde ganz still.


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Explorer on Tour
EOTB

Oksamit Foundry Department of Justice
AZ: OF‑J/3312‑09‑26‑GÜT
Zuständig gemäß § 22 Abs. 1 OFGerO für interstellare Streitfälle
Interne Referenznummer: Ref‑OF/DOJ‑3312‑2217‑A

Verfahren:
Baron Oktavian Thule, Intersystem Recovery Corp.
gegen
Kwame Adebayo


Herr
Kwame Adebayo
App 11‑08‑03‑64
Förmliche Ladung

Ihr persönliches Erscheinen am Montag 03. Oktober 3312 um 11:15 Uhr
Im Gerichtsgebäude
Zentralkuppel
01 03 01 30
Saal 3 wird gemäß § 3 Abs. 2 OFStGB zwingend angeordnet. Eine Vertretung ist nicht zulässig und gilt nicht als persönliches Erscheinen.

Gegen Sie liegt eine Anzeige vor wegen:

1. Diebstahl in mittelbarer Täterschaft begangen 01.01.3301 in So Yeon Vista
auf Bells Wreck im Tau Ceti Sytem
§ 12 IHR – Diebstahl in mittelbarer Täterschaft
Ein Diebstahl liegt vor, wenn eine registrierte Vertragsressource des Imperiums durch eine dritte Person aus dem Herrschaftsbereich des Eigentümers entfernt wird, unabhängig davon, ob die handelnde Person unmittelbaren Zugriff hatte.


2. Aneignung von Diebesgut in mittelbarer Täterschaft.
§ 13 IHR – Aneignung von Vertragsressourcen
Wer eine Vertragsressource des Imperiums nach deren Entwendung übernimmt, beherbergt oder beschäftigt, macht sich der Aneignung von Diebesgut schuldig, sofern kein Eigentumsnachweis vorliegt. In verbindung mit
§ 4 OFStGB – Aneignung von illegalen Handelsgütern
Als Aneignung gilt die Übernahme, Verwahrung oder Nutzung eines Gutes, das nach den lokalen Handelsbestimmungen verboten ist oder dessen Herkunft nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. Dies umfasst insbesondere Personen, die im Imperium als Vertragsressourcen registriert sind.


3. Illegale Beschäftigung einer Bürgerin des Imperiums
§ 7 OFStGB – Illegale Beschäftigung
Die Beschäftigung einer Person ohne gültige Aufenthalts‑ oder Arbeitsgenehmigung der Station stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Bei Personen mit imperialem Vertragsstatus gilt dies als schwerer Verstoß. In Verbindung mit § 39 EOT‑HGO – Interstellare Übereinkunft über den Umgang mit illegalen Handelsware
Illegale Handelswaren, einschließlich Personen mit strittigem Rechtsstatus, sind auf Antrag des ursprünglichen Eigentümers oder dessen Vertreter herauszugeben, sofern kein höherwertiger Personenstatus nach lokalen Gesetzen festgestellt wurde.
[
ize]


4. Vortäuschen einer Ehe zum Zwecke der illegalen Beschäftigung.
§ 8 OFStGB – Vortäuschen familiärer Bindungen
Wer eine familiäre Bindung vortäuscht, um eine Person vor Rückführung, Kontrolle oder Registrierung zu schützen, begeht eine Täuschungshandlung. Dies gilt insbesondere bei Personen, die nach imperialem Recht als Vertragsressourcen geführt werden.(OFStGB = Oksamit Foundry Straf- und Gewerbeordnung)


Hierzu werden Sie am o.g. Termin in einer Güteverhandlung mit dem Antragssteller Baron Octavian Thule befragt.

Bei unentschuldigtem Fernbleiben wird der Sachverhalt ohne Ihre Anhörung festgestellt.
Es kann ein Ordnungsgeld verhängt werden und die Hauptverhandlung vor der Geschworenenkammer
ohne weitere Ladung angesetzt werden. Sämtliche hierdurch entstehenden Kosten sind von Ihnen zu tragen.


Gez
Zierenberg
Justizrat


Es ging darum, dass Mama Illegal wäre. Ich habe nicht alles verstanden, aber Mama hat geweint. Aber Onkel Zuya meinte das ist Quatsch und Papa wurde ganz böse. Aber dann haben sie sich wieder vertragen und zusammen Schach gespielt und dann wieder gesündigt und Rotwein getrunken.
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Vor Gericht

#28

Vor Gericht

Justizrätin Zierenberg tritt ein, legt die Akte OF‑J/3312‑09‑26‑GÜT vor sich ab und blickt formal über den Tisch.

Justizrätin Zierenberg:„Es ist der 03. Oktober 3312, 11:15 Uhr. Güteverhandlung im Verfahren Baron Oktavian Thule, Intersystem Recovery Corp., gegen Kwame Adebayo. Aktenzeichen wie geführt.“

Sie schlägt langsam und betont die Akte auf.

Justizrätin Zierenberg: „Herr Adebayo, Sie sind erschienen. Baron Thule, ebenfalls.“

Ein kurzer, nüchterner Blick.

Justizrätin Zierenberg„Wir verhandeln heute ausschließlich die Frage, ob Sie, Herr Adebayo, der freiwilligen Herausgabe der registrierten imperialen Vertragsressource IMANI 673T254362 sowie der aus der Verbindung hervorgegangenen Kinder zustimmen.“

Sie blättert wie in Zeitlupe.

Justizrätin Zierenberg: „Die Sachlage ist formal eindeutig: Das imperiale Schuldverhältnis besteht fort. Die Registrierung der Vertragsressource ist gültig. Die dingliche Zuordnung der Kinder ergibt sich aus § 39 EOT‑HGO.“

Sie sieht zu Kwame.

Justizrätin Zierenberg: „Bestreiten Sie das weiterhin, Herr Adebayo?“
Kwame: „Ich bestreite, dass ein privater Vertrag das unveräußerliche Grundrecht auf Familie und Freiheit aushebeln kann, das auf dieser EOT-Station gilt.“

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Baron Oktavian Thule erhebt sich kurz, neigt den Kopf kühl in Richtung der Richterin und wendet sich dann mit scharfer, geschäftsmäßiger Präzision an den Beklagten.

Baron Octavian Thule : „Weerte Justizrätin, Euer Ehren. Herr Adeebaaayo beruft sich auf Gruuundreechte, die auf imperialem Territorium und innerhalb der Handelsstrukturen der East India Compagnie schlicht keine Gültigkeit besitzen. Die Registrierungsnummer I M A N I 673T254362 ist im System unzweifelhaft hinterlegt. Der Status als imperiale Vertragsressource ist weder durch lokale Gefüüühle noch durch eine angemaaßte, rechtlich nicht anerkannte eeheeliiche Verbiindung auslöschbaar. Die I O R A fordert im Namen des Eigentümers die unverzügliche Freiigabe und Rückführung der Ressourcen nebst Naachkommenschaaft.“

Justizrätin Zierenberg bleibt vollkommen ungerührt, während Baron Thule seine Stellungnahme abgibt. Sie hört zu, ohne eine Miene zu verziehen, und schließt die Akte mit einem leisen, endgültigen Geräusch.

Justizrätin Zierenberg: „Die Ausführungen des Klägers sind zur Kenntnis genommen.“

Ein kurzer Blick zu Kwame, nüchtern, ohne jede Empathie.

Justizrätin Zierenberg: „Herr Adebayo, Sie berufen sich auf Grundrechte dieser Station. Das ist zulässig — aber für die Frage des fortbestehenden imperialen Schuldverhältnisses nicht entscheidungserheblich.“

Sie legt die Fingerspitzen aneinander.

Justizrätin Zierenberg: „Die Registrierung IMANI 673T254362 ist gültig. Die dingliche Zuordnung der Kinder ergibt sich aus § 39 EOT‑HGO. Die imperiale Eigentumslage ist eindeutig.“

Ein minimaler Seitenblick zu Thule, der zufrieden wirkt.

Justizrätin Zierenberg: „Ihre Argumentation betrifft ausschließlich die lokale Rechtsordnung der EOT‑Station. Diese kann jedoch ein imperiales Handelsabkommen nicht außer Kraft setzen. Das Obergerichts‑Präzedenzurteil vom 3307 bestätigt ausdrücklich den Vorrang interstellarer Abkommen zur Wahrung des Sektorfriedens.“

Sie lehnt sich leicht vor.

Justizrätin Zierenberg: „Ich frage Sie daher erneut, Herr Adebayo: Wollen Sie der freiwilligen Herausgabe der Vertragsressource und der Kinder zustimmen?“

Die Stimme bleibt glatt, sachlich, ohne jede Regung.

Justizrätin Zierenberg: „Eine Weigerung führt unmittelbar zur Hauptverhandlung vor der Geschworenenkammer. Die dort entstehenden Vollstreckungs‑ und Gerichtskosten sind erheblich und werden Ihnen auferlegt.“

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Sie wartet.
Reglos.
Formell.
Unnachgiebig.


Kwame: „Das sind meine Frau und meine Kinder. Sie sind freie Bürger.“

Justizrätin Zierenberg reagiert auf Kwames Satz nicht mit Empathie, sondern mit der kühlen, formalen Präzision einer Richterin, die den Fall längst als entschieden betrachtet. Sie legt die Hände gefaltet auf die Akte, als wolle sie den Rahmen des Verfahrens noch einmal sichtbar fixieren.

„Herr Adebayo, Ihre persönliche Einschätzung des Personenstatus ist für dieses Verfahren nicht entscheidungserheblich.“

Ein kurzer, schneidender Blick.

Justizrätin Zierenberg: „Die Frage, ob Sie die betroffene Vertragsressource als ‚Frau‘ betrachten, ist privat. Die Frage, ob Sie die Nachkommen als ‚freie Bürger‘ betrachten, ist privat.“

Sie tippt mit einem Finger auf die Stelle in der Akte, die die Registrierungsnummer trägt.

Justizrätin Zierenberg: „Die Rechtslage hingegen ist imperial. Und sie ist eindeutig.“

Sie zitiert mechanisch, ohne jede Regung:

Justizrätin Zierenberg: „IMANI 673T254362 ist eine registrierte Vertragsressource der East India Compagnie. Das Schuldverhältnis besteht fort. Die dingliche Zuordnung der Kinder ergibt sich aus § 39 EOT‑HGO.“

Sie schließt die Akte wieder, diesmal mit einem hörbaren Klick.

Justizrätin Zierenberg: „Ihre persönliche Sichtweise ändert an der Eigentumslage nichts. Die Handelsabkommen haben Vorrang. Das Obergerichts‑Präzedenzurteil von 3307 bestätigt dies ausdrücklich.“

Ein kurzer Blick zu Baron Thule, der die Arme hinter dem Rücken verschränkt und zufrieden wirkt.

Justizrätin Zierenberg: „Ich frage Sie daher ein drittes Mal, Herr Adebayo — und ich erwarte eine klare Antwort:“

Sie spricht langsam, jedes Wort wie ein formaler Schlag:

Justizrätin Zierenberg: „Wollen Sie der freiwilligen Herausgabe der Vertragsressource und der Kinder zustimmen?“

Die Stimme bleibt glatt wie Glas.

Justizrätin Zierenberg: „Eine Weigerung führt unmittelbar zur Hauptverhandlung vor der Geschworenenkammer. Die dort entstehenden Vollstreckungs‑ und Gerichtskosten sind erheblich und werden Ihnen auferlegt.“

Sie wartet.
Reglos.
Unnachgiebig.


Kwame: sinkt in seinen Stuhl und wirkt bleich. "Wie hoch sind die Kosten?"

Justizrätin Zierenberg hebt den Kopf, als Kwame die Frage stellt. Zum ersten Mal zeigt sie eine minimale Reaktion — nicht Empathie, sondern die nüchterne Präzision einer Verwaltungsjuristin, die eine Zahl nennt wie eine Diagnose.

Justizrätin Zierenberg: „Die Kosten?“

Sie öffnet die Akte erneut, diesmal den hinteren Abschnitt, in dem die Gebührenaufstellung abgeheftet ist. Ein Finger fährt die Spalte entlang, bis er auf der letzten Zeile ruht.

„Die Akte wurde seit 3302 mehrfach zwischen dem Imperial Compliance Office, der Imperial Obligations Retrieval Authority und der Kanzlei Advokat Baron Hohenstein geführt.“

Sie liest die Summe nicht dramatisch vor, sondern wie eine reine Formalie:

Justizrätin Zierenberg: „Der aktuelle Stand beträgt: 592.640 Credits.“

Ein kurzer Blick zu Kwame, völlig ungerührt.

Justizrätin Zierenberg: „Diese Summe fällt im Falle einer Hauptverhandlung vor der Geschworenenkammer vollständig Ihnen zur Last. Hinzu kommen die Gebühren für Vollstreckung, Kammerprotokoll, Transport, Sicherheitskräfte und die dingliche Sicherstellung.“

Sie schließt die Akte wieder.

Justizrätin Zierenberg: „Die Gesamtkosten werden nach Erfahrung des Gerichts die Marke von 700.000 Credits überschreiten.“

Ein kurzer, sachlicher Zusatz:

Justizrätin Zierenberg: „Eine freiwillige Herausgabe vermeidet diese Kosten vollständig.“

Sie sieht Kwame direkt an.

Justizrätin Zierenberg: „Ich frage daher erneut: Wollen Sie der Herausgabe zustimmen?“

Justizrätin Zierenberg hebt langsam den Blick, als Kwame die Worte „Man sagte mir…“ ausspricht. Kein Mitgefühl. Kein Verständnis. Nur die nüchterne, formale Kälte einer Richterin, die längst entschieden hat, wie dieser Termin zu verlaufen hat.

Justizrätin Zierenberg: „Herr Adebayo,“ beginnt sie, die Stimme glatt wie polierter Stahl, „Sie mögen vieles gehört haben. Aber in diesem Saal gilt nicht, was ‚man Ihnen sagte‘.“

Sie legt die Hand flach auf die Akte, als wolle sie die Rechtslage sichtbar fixieren.

Justizrätin Zierenberg: „Hier gilt ausschließlich das, was Rechtskraft besitzt.“

Ein kurzer, schneidender Blick.

Justizrätin Zierenberg: „Die EOT‑Grundrechte gelten für freie Bürger dieser Station. Die betroffene Person IMANI 673T254362 ist jedoch nach imperialem Register keine freie Bürgerin, sondern eine dinglich gebundene Vertragsressource.“

Sie spricht das Wort „Vertragsressource“ mit der klinischen Präzision einer Person, die es täglich verwendet.

Justizrätin Zierenberg:„Damit unterliegt sie nicht der lokalen Personenrechtsordnung, sondern dem imperialen Schuldverhältnis, das fortbesteht.“

Sie lehnt sich minimal vor.

Justizrätin Zierenberg: „Die Kinder teilen gemäß § 39 EOT‑HGO den Status der Mutter. Das ist keine Frage von Moral, Emotion oder persönlicher Sichtweise. Das ist eine Frage von Eigentum.“

Ein kurzer Blick zu Baron Thule, der reglos und zufrieden wirkt.

Justizrätin Zierenberg: „Sie waren möglicherweise falsch beraten, Herr Adebayo. Aber das ändert nichts an der Rechtslage.“

Dann, sachlich, unnachgiebig:

Justizrätin Zierenberg: „Ich stelle Ihnen die Frage nun zum letzten Mal:“

Sie spricht langsam, jedes Wort wie ein formaler Schlag.

Justizrätin Zierenberg: „Wollen Sie der freiwilligen Herausgabe der Vertragsressource und der Kinder zustimmen?“

Die Stimme bleibt vollkommen ruhig.

Kwame: „ habe ich..., ich bitte um Bedenkzeit.“

Er dachte an Zuya Hiyaye, vielleicht wusste der Rat. Er hatte so eine Klage für „Quatsch“ befunden und dass Kwame auf einer EOT Station Recht bekommen würde. Seine Frau und seine Kinder sind freie Bürger. Hier gälte Stationsrecht des Systemarchitekten und der EOT und nicht des Imperiums.

Justizrätin Zierenberg beobachtet, wie Kwame in sich zusammensinkt. Kein Mitgefühl. Kein Verständnis. Nur die nüchterne, formale Kälte einer Richterin, die längst entschieden hat, wie dieser Termin zu verlaufen hat.

Justizrätin Zierenberg: „Herr Adebayo,“ beginnt sie, die Stimme glatt wie polierter Stahl, „Bedenkzeit ist in Güteverhandlungen grundsätzlich möglich.“
Sie schiebt die Akte ein Stück nach vorne, als markiere sie den Rahmen des Verfahrens.

„Aber ich stelle klar: Die Rechtslage ändert sich dadurch nicht.
Die Kostenlage ändert sich dadurch nicht.
Die Eigentumslage ändert sich dadurch nicht.“

Ein kurzer, schneidender Blick.

Justizrätin Zierenberg: „Was Ihnen ‚gesagt‘ wurde, ist für dieses Verfahren ohne Bedeutung. Die EOT‑Grundrechte gelten für freie Bürger. Die betroffene Vertragsressource ist nach imperialem Register keine freie Bürgerin. Damit unterliegt sie nicht der lokalen Rechtsordnung, sondern dem fortbestehenden imperialen Schuldverhältnis.“

Sie lehnt sich minimal vor.

„Ich gewähre Ihnen eine Frist.“

Sie spricht langsam, jedes Wort wie ein formaler Schlag:

„Sie haben bis zum 17. Oktober 3312 dem Gericht mitzuteilen, ob Sie der freiwilligen Herausgabe zustimmen.“

Ein kurzer Blick zu Baron Thule, der reglos und zufrieden wirkt.

„Sollte bis zu diesem Datum keine Zustimmung vorliegen, wird das Verfahren ohne weitere Ladung in die Hauptverhandlung vor der Geschworenenkammer überführt.“

Sie schließt die Akte mit einem endgültigen Klick.

„Die Kosten werden Ihnen vollständig auferlegt.“

Dann, sachlich, unnachgiebig:

„Das Verfahren ruht vorläufig.“

Sie steht nicht auf. Sie beendet den Termin allein durch die Art, wie sie die Akte vor sich liegen lässt — abgeschlossen, endgültig, formal.

„Sie sind entlassen.“
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