So gerüstet machten wir uns auf den Weg zu der Auktion. Meldeten uns als Bieter an, bekamen eine Nummer zugeteilt, und mischten uns unter all die Leute, die ebenfalls auf ein gutes Schnäppchen hofften.
Wir alle verteilten uns vor einem Podest, an der Rückwand des Raumes, nach ein paar Minuten öffnete sich hinter dem Podest ein Schott und ein Mann trat an das Podest.
Hallo zusammen, sprach er, seine Stimme verstärkt durch ein Mikrofonfeld, wir werden in kürze mit der Versteigerung beginnen. Ich hoffe auf einen ordentlichen Verlauf, keine Rangeleien, wenn ich den Zuschlag gebe, ist das final. Keine Diskussionen oder nachträgliche Gebote, wer sich nicht daran hält, wird umgehend aus dem Saal entfernt.
Er deutete auf die linke Seite, dort hatte ein gutes Dutzend schwer bewaffnete Soldaten in Dominator-Anzügen Aufstellung genommen. Nicht nur ich, auch viele andere Leute im Raum hatten einen Blick zu den Soldaten geworfen. Manche nickten, andere blieben einfach still, oder unbeeindruckt.
Hier wurde offensichtlich nichts dem Zufall überlassen.
Nun gut, wenn alle Anwesenden Bescheid wissen, beginnen wir. Als Posten Nummer eins kommen vier Container mit Kriegswaffen zum Verkauf, das Anfangsgebot beträgt 79.000 Credits.
An Waffen hatte ich kein Interesse, in vielen Systemen waren sie illegal, oder lockten Piraten an.
Nach einer Weile gab der Auktionator den Zuschlag für 95.000 Credits. Nur wenige Leute hatten geboten, den Zuschlag bekam ein Mann mit einer dunkelroten Narbe im Gesicht, die sein zufriedenes Grinsen zu einer Fratze verzerrte.
Mehrere weitere Posten kamen unter den Hammer, dann wurde die erste Position aufgerufen, für die wir uns interessierten. 12 Tonnen Titan, 60.000 Credits sollten wir maximal dafür zahlen, wenn wir noch etwas verdienen wollten.
Das Startgebot beträgt 48.000 Credits, höre ich 48 tausend?
Ich hob die Hand, der Auktionator deutete auf mich, 48 von der Nummer 73. Höre ich mehr?
Mehrere Sekunden vergingen, nichts passierte, dann hob eine Frau die Hand. 49, 49 sind geboten.
Wieder hob ich die Hand, 50, fünfzig sind geboten.
51. wieder hatte die Frau die Hand gehoben, offensichtlich hatte sie auch großes Interesse, sie grinste zu mir herüber.
Ich grinste ebenfalls, hob die Hand. Ihr Grinsen wurde eisig.
Am Ende hatte ich den längeren Atem, bei 57.000 Credits starb ihr Grinsen, gab sie auf, wir bekamen den Zuschlag.
Der erste Posten war in unserem Besitz. Nun wurden wieder einige uninteressante Positionen aufgerufen. Darunter auch der Container mit den Bioabfällen.
Der Auktionator rief ihn auf, Nun kommt eine ganz besondere Ware, ein Container mit erlesenem Bioabfall, das Startgebot liegt bei 1.200 Credits.
Niemand bot für den Container, erstaunt sah ich die Frau mit dem rostigen Anzug ein paar Meter weiter, die ruhig da stand und nichts tat.
Heh, hat die sich nicht für das Zeug interessiert? Fragte Jana. Warum bietet sie nicht?
Keine Ahnung. Sagte ich, warten wir einfach ab, dann erfahren wir es vielleicht.
Nach einer Minute, in der nichts geschah, sprach der Auktionator. Nun, da es für den offiziellen Preis kein Gebot gibt, senke ich das Startgebot. Bietet jemand 1.000 Credits?
Wieder rührte sich nichts, auch die Frau blieb ruhig stehen. Zeigte keine Regung.
Nach einer weiteren Minute rief der Auktionator 800 Credits aus.
Auch jetzt blieb der Saal still.
Der Auktionator sah eine Minute lang durch den Raum, dann sprach er. Kein Gebot? Dann ziehe ich den Verkauf zurü...
ICH GEBE IHNEN 500 Credits. Die Frau hatte laut gesprochen. Der Auktionator sah sie an, 500 Credits?
Ja, sie haben kein Gebot erhalten, die Ware bleibt liegen, belastet die Station. Da sind 500 Credits doch nicht schlecht, oder?
Der Auktionator sah nach rechts, dort stand ein Mann, er trug weder einen Raumanzug noch Pilotensuit, nein er hatte einen richtigen Anzug mit Krawatte an. Dass er mir bisher nicht aufgefallen war, lag wohl daran, dass ich mich auf die Auktion konzentriert hatte.
Dieser sah starr herüber, dann nickte er ein einziges mal sehr langsam.
Der Auktionator sah zu der Frau. Verkauft für 500 Credits an die Nummer 98.
Die Frau grinste, offensichtlich machte sie das nicht zum ersten mal. So viel eiskalte Beherrschung lernte man nicht von einem Moment zum anderen.
Ahh, machte Jana, so geht das also.
Scheint so, das ist mir auch neu. Ich grinste. Aber nur durch Beobachtung lernt man eben auch dazu. Nicht immer muss man aktiv sein.
Die Auktion ging weiter, manches Gebot bekamen wir zugeschlagen, ein anderes dann wieder nicht, sobald das Limit erreicht war, hörte ich konsequent auf zu bieten.
Trotz der Fehlschläge bekamen wir eine beträchtliche Ladung zusammen, sollte auch der Verkauf so gut klappen, hätten wir danach eine beträchtliche Summe verdient. Es fehlte eigentlich nur noch ein Posten.
Endlich wurde der Posten mit den Maschinen aufgerufen.
Das Startgebot liegt bei 740.000 Credits. Höre ich 740 tausend?
Ich sah mich intensiv im Raum um, wartete darauf, dass Jemand die Hand hob.
Tatsächlich fand sich aber niemand, der bieten wollte. Einerseits dachte ich, es wäre kein Wunder, da die Ware in der näheren Umgebung nicht zu verkaufen war, andererseits wunderte ich mich doch, dass nicht ein einziger der anwesenden Leute Langstreckenhandel betrieb.
Da es kein Gebot gab, hielt ich mich ebenfalls zurück, wartete ab, und hoffte, dass der Auktionator anschließend den Preis senkte.
Tatsächlich, nach einiger Zeit hörte ich:
Da es kein Gebot gibt, senke ich den Preis auf 710.000 Credits, höre ich Siebenhundertzehntausend?
Wieder blieb der ganze Saal still, meine Hoffnung, dass sich auch jetzt kein Bieter fand, bestätigte sich. Nur Jana wurde ein wenig unruhig. Sollten wir nicht bieten, ehe...
Sieh dich um, wie die Leute sich verhalten, alle sind ganz ruhig, wäre Jemand scharf auf die Ware, denke ich, dass er unruhig würde, je näher es auf den Abbruch des Verkaufs zu geht, aber davon kann ich nichts bemerken. Flüsterte ich ihr zu.
Sie sah sich um, hmmm, das siehst Du so ohne weiteres? Naja, ein wenig Hoffnung und Optimismus sind schon auch dabei, aber still, ich glaub der Auktionator will wieder sprechen.
Da auch jetzt kein Gebot abgegeben wurde, darf ich den Preis noch einmal auf 680.000 Credits senken. Bietet jemand?
Noch immer rührte sich niemand, ich konnte es wohl riskieren, abzuwarten. Vorsichtig sah ich mich um, der Saal war beinahe still, nur ein flüstern hier und dort. Ich wandte mich wieder dem Auktionator zu, er sah sich offen im Saal um, seine Lippen fest zusammen gekniffen, nach einer weile drehte er den Kopf nach rechts, sah zu dem Mann im Anzug. Ein Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht, schnell sah ich möglichst unauffällig zu dem Mann hinüber, der lächelte ebenfalls.
Mein Blick fiel zurück zum Auktionator, der hob den Hammer.
Blitzartig kam mir der Gedanke, dass die Zwei etwas im Schilde führten. Ich hob die Hand.
Der Hammer erstarrte in der Luft. Ich biete 680 Tausend, rief ich.
Über das Gesicht des Auktionators lief ein eisiger Blick, doch jetzt hatte er keine Wahl, die Ware stand zum Verkauf, er musste das Spiel mit machen.
680.000 sind geboten, rief er schließlich, bietet Jemand mehr?
Weiterhin rührte sich Niemand im Saal, undeutbare Blicke trafen mich aus allen Richtungen.
Der Auktionator sah sich hilflos im Saal um, nach einiger Zeit blieb ihm wieder keine Wahl.
680 Tausend sind geboten, zum ersten, zum zweiten, er zögerte, Unruhe ging durch den Saal, er begann zu schwitzen. Noch ein Blick zu dem Anzugträger, dieser blickte eisig starr, nickte aber energisch. Und zum dritten. Verkauft an den Herrn mit der Nummer 73.
Ich hatte die Maschinen, günstiger als gedacht, ein paar weitere Posten gab es noch, die ich vielleicht für mich in Anspruch nehmen konnte.
Nach zwei weiteren Stunden war die Auktion fast beendet, wir hatten noch drei Zuschläge erhalten, das Budget war fast ausgeschöpft.
Als letztes wurden nun die Glückscontainer aufgerufen. 5 Millionen wollte der Auktionator dafür. Eine lächerliche Summe, angesichts der Ungewissheit über ihren Inhalt.
Aus reiner Neugierde blieben wir noch, sahen zu.
Der Auktionator senkte zweimal den Preis, am ende waren 3 Millionen aufgerufen. Doch Niemand wollte den Preis zahlen. Schließlich zog er die Container zurück.
Hoffnungsvoll sah er sich auch jetzt noch um, ob nicht doch ein Preis genannt wurde.
Sag mal schnell, wie viel Geld ist noch übrig? Ich sah sie erstaunt an. Etwa 750.000 Credits haben wir noch, ehe wir aufhören müssen, aber Du willst Doch nicht...?
Sie zwinkerte mir zu, ich will mal was versuchen. Darf ich?
Ich dachte kurz nach, warum eigentlich nicht, sie sollte ihre Freiheit ruhig nutzen, schließlich sollte sie irgendwann selbstständig leben können. Gut, versuch dein Glück.
Sie lief zu dem Auktionator hinüber, flüsterte ihm etwas zu.
Dieser sah sie erstaunt an. Sie grinste ihn an.
Einen Augenblick bitte.
Er ging hinüber zu dem Anzugträger, die beiden flüsterten hektisch miteinander, nach einer Weile nickte der Mann kurz, der Auktionator nickte zurück. Danach ging er zurück zu seinem Platz, sprach kurz mit Jana, danach hob er den Hammer, schlug ihn auf sein Pult, verkauft an die Junge Dame. Dass er keinen Preis nannte, kam mir seltsam vor. Jedoch schien sich niemand hier daran zu stören, im Gegenteil lachten einige Leute sogar. Einer kam zu mir herüber, na so was, da hat dein Mädchen aber voll daneben gelangt, diese Glückscontainer sind immer Nieten, nie was wertvolles drin.
Mag sein, ich lächelte zurück, aber so ist das halt, sie probiert sich aus, da gehört auch mal ein mögliches Scheitern dazu.
Ach echt? Hätte nicht gedacht, dass Sie sich so was leisten können. Übrigens, mit den Maschinen haben sie auch daneben gelangt, die kann man hier nirgends verkaufen.
Hm, machte ich nur, danke für den Hinweis.
Sie nehmen das wie ein echter Mann, wolle wir uns nach den Formalitäten in der Bar treffen, ich geb einen aus.
Warum nicht.
Na dann, bis später in der Bar. Er ging.
Nach Beendigung der Veranstaltung gab es noch ein paar organisatorische Informationen.
Danach sollte ich in einen nahe gelegenen Büro die Rechnung für meine Zuschläge begleichen.
Dort angekommen gab es drei Schalter vor denen die Leute, welche erfolgreich geboten hatten, anstanden.
Wir stellten uns an der mittleren Schlange an. In unterschiedlichem Tempo bewegten sich die drei Reihen vorwärts. Nach ein paar Minuten nahm ich einen strengen Geruch wahr, und da tauchte rechts neben uns die Frau auf, welche den Container mit dem Biomüll gekauft hatte.
Jana hatte sie ebenfalls bemerkt, sprach sie einfach an.
Hallo, Sie haben doch den Container mit Biomüll gekauft, können Sie damit wirklich etwas verdienen?
Die Frau sah uns an, musterte vor allem Jana sehr genau, dann sprach sie leise, aber bestimmt.
Schätzchen, ich glaub nicht, dass Du dich mit deinem sauberen Suit auf so ein Zeug einlassen solltest. Du versaust dir nur deine blitzsauberen Schuhe. Und außerdem versteh mich nicht falsch, ich meins nicht böse, werde Dir garantiert nicht meine Geschäftsgeheimnisse verraten.
Jana grinste sie an, nee, keine Sorge, ich will ihnen garantiert nicht das Geschäft streitig machen, Sie müssen mir nichts verraten, ich wollte nur wissen, ob man mit dem Zeug tatsächlich Geschäfte machen kann.
Darauf grinste die Frau ebenfalls zurück. Na gut Schätzchen, ja, ich kann damit was verdienen, aber nur wenn ich schnell bin. Du siehst ja, das Zeug frisst mir den Raumanzug vom Leib. Und mein Schiff riecht auch nicht nach Rosen.
Ja ist klar, ich riech es bis hier her. Ich atmete scharf ein, dachte, Jana wäre zu weit gegangen.
Doch die Frau lachte. Bist ne ganz direkte, Schätzchen, das mag ich. Jana lachte auch.
Nach und nach kamen wir dem Schalter näher, endlich waren wir an der Reihe. Ich nannte meine Bieternummer. Erwartete die Summe genannt zu bekommen, die ich begleichen musste, doch der Mann hinter dem Schalter drückte einen Knopf, bedeutete mir, ich solle kurz warten.
Was ist los,? fragte Jana. Keine Ahnung.
Dann tauchte der Mann im Anzug hinter dem Schalter auf, sah mich direkt an. Mister es tut mir leid, aber bei der Auktion gab es einen Formfehler, ihre Käufe sind ungültig.
Ich dachte nur kurz nach, klar war, dass er versuchte, die Maschinen zurück zu halten.
ACH ES GAB EINEN FORMFEHLER, sagte ich so laut wie möglich, DANN SIND ABER NICHT NUR MEINE KÄUFE BETROFFEN, SONDERN ALLE, DANN SOLLTEN ALLE KÄUFE RÜCKGÄNGIG GEMACHT WERDEN UND DIE AUKTION MUSS WIEDERHOLT WERDEN.
Meine Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, sofort brach ringsherum Tumult aus. Die Frau in dem rostigen Anzug, die gerade nebenan am Schalter stand, kam herüber, fragte laut was hier los ist.
Ich deutete auf den Anzugträger, er sagt gerade dass es einen Formfehler bei der Auktion gab und alle Käufe ungültig sind.
Andere Käufer ringsum hatten zugehört und bestürmten ihn sofort mit Fragen und beschimpfungen.
Er hob beide Hände, versuchte sich Gehör zu verschaffen. Am ende konnte er mit mühe beschwichtigen und sagen, dass es sich nur um ein Missverständnis handele.
Das bedeutet dann wohl, dass ich meine Zuschläge auch bekomme, sagte ich mit Bestimmtheit.
Er knirschte mit den Zähnen, zischte dem Mann hinter dem Schalter zu, er solle meine Käufe bestätigen. Danach verschwand er sofort.
Ich zahlte für meine Käufe, erhielt eine Lagernummer. Aus gutem Grund beeilte ich mich dann, dort hin zu kommen.
Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Das Lager war ein paar Ebenen höher, direkt unter den Hangars gelegen. Dort angekommen wurden die Container gerade angeliefert, ehe ich quittierte, sah ich stichprobenartig in die Container, checkte unter missbilligenden Blicken des Lagerpersonals den Inhalt. Besonders genau war ich bei den Containern mit den Maschinen.
Nachdem meine Prüfung abgeschlossen war, zeichnete ich gegen, und ließ die Container gleich zu meinem Schiff transportieren.
Weil ich befürchtete, dass auf dem Weg zum Schiff noch ein Austausch vorgenommen werden könnte, beschloss ich, den Transport persönlich zu begleiten. Die Transportarbeiter betrachteten mich mit Blicken, die einen Kometen hätten noch kälter werden lassen können.
Trotzdem wurden wir kurz vor dem Hangar noch einmal aufgehalten. Der Typ im Anzug stand vor dem Schott, blockierte es. Kaum stand die Kolonne, kam er zu mir herüber.
Hören Sie, ich will die Maschinen wieder zurück, gebe Ihnen auch 50% mehr als Sie bezahlt haben.
Ich sah ihn lächelnd an, nein, ich habe die Ware ordentlich gekauft, jetzt behalte ich sie auch.
Er wirkte nicht gerade glücklich, hören Sie, wen Sie mir nicht entgegen kommen dann...
Was dann? Ich sah ihm direkt in die Augen, zog mein Kommunikationsgerät aus der Tasche, begann es zu aktivieren.
Nicht nötig Mister, er ging langsam einen Schritt zurück, das ist noch nicht vorbei. Mit diesen Worten verschwand er. Ich zuckte mit den Schultern, ließ die Kolonne weiter fahren und die Ware verladen.
Erst als der letzte Container in mein Schiff verladen und dessen Frachtluken verriegelt waren, gab ich mich zufrieden. Zusätzlich aktivierte ich noch den Alarm.
So, jetzt haben wir uns aber echt eine Erfrischung verdient. Sagte ich zu Jana. Komm, wir gehen noch auf einen Drink in die Bar.
In der Bar herrschte reger Betrieb, aus einer Musikbox klangen seltsame Klänge, die ich nicht einordnen konnte, Menschen kamen, holten sich ihre Drinks an der Bar, trafen sich miteinander, redeten, lachten und tranken.
Wir drängten uns zwischen die Leute an der Bar, bestellten beim Barkeeper, der mit stoischer Gelassenheit einen Gast nach dem anderen bediente und sich auch von lauten Rufen, schneller zu machen, nicht aus der Ruhe bringen ließ. Wir bekamen unsere Drinks, ich meinen geliebten Mojito, Jana hatte sich für einen Musatta entschieden, etwas das es angeblich nur hier gab.
Danach sah ich mich um, ob es irgendwo noch Platz für uns gab. Es schien aber nichts mehr frei zu sein. Dann bemerkte ich hektisches Winken, sah genauer hin. Tatsächlich war es der Mann aus der Auktion, der mich angesprochen hatte. Ich stupste Jana an, los komm, ich glaub dort ist noch Platz.
An dem Tisch angekommen machte man uns tatsächlich platz, wir setzten uns, ich dankte dem Mann.
Keine Ursache, Mr? Alan half ich ihm aus. Und das ist Jana.
Jana nickte ihm kurz zu.
Nette Begleitung, sagte er, ich bin übrigens Markus. Hallo Markus, sagte ich.
Wir prosteten uns zu, tranken, Jana verzog das Gesicht. Uhh, ist der bitter.
Schmeckt Dir wohl nicht? Fragte Markus, was hast Du denn bestellt?
Musatta, der Barkeeper meinte, es wäre was einzigartiges, das ich nur hier kriegen könne.
Er lachte, ahhh, das Zeug ist tatsächlich einzigartig, nur die Einheimischen mögen es. Liegt wohl an einer Mutation ihrer Geschmacksnerven. Welche Geschmacksrichtung liegt Dir denn?
Süß und scharf mag ich am liebsten.
Dann hol Dir doch eine Burning Lady, damit bist Du garantiert besser bedient.
Jana stand auf, drängte sich zur Bar durch, und bestellte neu.
Derweil begannen sich die anderen Leute am Tisch vorzustellen.
Einer sagte, Sie haben ja ganz schön was gekauft Mister, ein paar Posten haben Sie uns vor der Nase weggeschnappt. Keine Sorge, er zwinkerte mir zu, wir schätzen hier einen guten Geschäftssinn, sind nicht neidisch. Bleibt immer noch genug für uns übrig. Teilweise ganz gute Sachen, nur mit den Maschinen haben sie voll daneben gegriffen.
So, warum denken Sie das denn?
Na, weil Sie die Maschinen hier nirgends verkaufen können, die sind höchstens das Metall wert, aus dem sie gemacht wurden.
Ein anderer Fragte: Haben Sie denn vor dem Bieten nicht recherchiert? Dann hätten Sie das nämlich gewusst.
Natürlich habe ich das gemacht, sonst hätte ich ja nicht gewusst, was ich kaufe, und wie viel ich maximal zahle.
Ähh, das klingt, als würden Sie sich auskennen. Aber dann verstehe ich das mit den Maschinen noch weniger.
Naja, ich habe ein System in ca 247 LY Entfernung gefunden, wo die Maschinen sehr gefragt sind, darum habe ich sie gekauft. Und ich finde, ich habe sie doch recht günstig erworben.
Mag ja sein, aber trotzdem machen Sie Verlust, bei der Entfernung frisst der Treibstoff die Gewinnmarge auf.
Nun, normalerweise haben Sie da wohl recht, aber ich habe in meinem Schiff einen Treibstoffsammler verbaut.
Jetzt ging ein Ruck durch die Leute am Tisch, sie sahen mich an, als käme ich von einem anderen Stern, ja eher noch aus einer anderen Galaxie.
Mister, wer verbaut in einem Frachter einen Treibstoffsammler? Das kostet doch wahnsinnig viel Frachtraum. Man verdient viel weniger. Sind Sie überhaupt ein Händler?
Ich musste lachen, wer sagt denn, dass man immer alles nach Lehrbuch machen muss?
Aber Sie haben in einem Recht, ein echter Händler bin ich nicht, ich tue das nur, um genug Credits für mein eigentliches Ziel, das Exploring, und der dafür notwendigen Ressourcen zu haben.
Trotzdem, ich habe vielleicht nicht die maximale Frachtkapazität, dafür springt mein Schiff weiter, und ich kann an fast jedem Stern Treibstoff aufnehmen, muss nicht zwischenlanden und komme am Ziel mit praktisch vollem Tank an. Der Flug zum Ziel kostet also fast nichts, und da dort gerade Aufschwung herrscht, zahlen sie für die Maschinen noch einen kräftigen Aufschlag.
Nach der Erklärung sahen mich die Leute am Tisch mit ganz anderen Augen an.
Cleveres Kerlchen, sagte dann einer, trotzdem hat er vergessen, dass er den Treibstoffsammler auch bezahlen musste, er verliert immer noch Geld. Die umstehenden nickten.
Ach der, warf ich ein, hat sich schon auf meiner letzten Reise amortisiert.
Wieder bekam ich ungläubige Blicke. Aber dann müssten Sie doch...
Hatte ich auch, aber dann gab es ein paar Schwierigkeiten, jetzt hab ich zwar das Schiff, aber eben kaum noch Credits. Daran, das sehen Sie ja, arbeite ich gerade.
Wir unterhielten uns noch eine Weile, ich erzählte von meiner Reise, ließ aber die pikanteren Details aus. Nach ein paar vergnüglichen Stunden kehrten wir an Bord zurück.
Nachdem meine Prüfung abgeschlossen war, zeichnete ich gegen, und ließ die Container gleich zu meinem Schiff transportieren.
Weil ich befürchtete, dass auf dem Weg zum Schiff noch ein Austausch vorgenommen werden könnte, beschloss ich, den Transport persönlich zu begleiten. Die Transportarbeiter betrachteten mich mit Blicken, die einen Kometen hätten noch kälter werden lassen können.
Trotzdem wurden wir kurz vor dem Hangar noch einmal aufgehalten. Der Typ im Anzug stand vor dem Schott, blockierte es. Kaum stand die Kolonne, kam er zu mir herüber.
Hören Sie, ich will die Maschinen wieder zurück, gebe Ihnen auch 50% mehr als Sie bezahlt haben.
Ich sah ihn lächelnd an, nein, ich habe die Ware ordentlich gekauft, jetzt behalte ich sie auch.
Er wirkte nicht gerade glücklich, hören Sie, wen Sie mir nicht entgegen kommen dann...
Was dann? Ich sah ihm direkt in die Augen, zog mein Kommunikationsgerät aus der Tasche, begann es zu aktivieren.
Nicht nötig Mister, er ging langsam einen Schritt zurück, das ist noch nicht vorbei. Mit diesen Worten verschwand er. Ich zuckte mit den Schultern, ließ die Kolonne weiter fahren und die Ware verladen.
Erst als der letzte Container in mein Schiff verladen und dessen Frachtluken verriegelt waren, gab ich mich zufrieden. Zusätzlich aktivierte ich noch den Alarm.
So, jetzt haben wir uns aber echt eine Erfrischung verdient. Sagte ich zu Jana. Komm, wir gehen noch auf einen Drink in die Bar.
In der Bar herrschte reger Betrieb, aus einer Musikbox klangen seltsame Klänge, die ich nicht einordnen konnte, Menschen kamen, holten sich ihre Drinks an der Bar, trafen sich miteinander, redeten, lachten und tranken.
Wir drängten uns zwischen die Leute an der Bar, bestellten beim Barkeeper, der mit stoischer Gelassenheit einen Gast nach dem anderen bediente und sich auch von lauten Rufen, schneller zu machen, nicht aus der Ruhe bringen ließ. Wir bekamen unsere Drinks, ich meinen geliebten Mojito, Jana hatte sich für einen Musatta entschieden, etwas das es angeblich nur hier gab.
Danach sah ich mich um, ob es irgendwo noch Platz für uns gab. Es schien aber nichts mehr frei zu sein. Dann bemerkte ich hektisches Winken, sah genauer hin. Tatsächlich war es der Mann aus der Auktion, der mich angesprochen hatte. Ich stupste Jana an, los komm, ich glaub dort ist noch Platz.
An dem Tisch angekommen machte man uns tatsächlich platz, wir setzten uns, ich dankte dem Mann.
Keine Ursache, Mr? Alan half ich ihm aus. Und das ist Jana.
Jana nickte ihm kurz zu.
Nette Begleitung, sagte er, ich bin übrigens Markus. Hallo Markus, sagte ich.
Wir prosteten uns zu, tranken, Jana verzog das Gesicht. Uhh, ist der bitter.
Schmeckt Dir wohl nicht? Fragte Markus, was hast Du denn bestellt?
Musatta, der Barkeeper meinte, es wäre was einzigartiges, das ich nur hier kriegen könne.
Er lachte, ahhh, das Zeug ist tatsächlich einzigartig, nur die Einheimischen mögen es. Liegt wohl an einer Mutation ihrer Geschmacksnerven. Welche Geschmacksrichtung liegt Dir denn?
Süß und scharf mag ich am liebsten.
Dann hol Dir doch eine Burning Lady, damit bist Du garantiert besser bedient.
Jana stand auf, drängte sich zur Bar durch, und bestellte neu.
Derweil begannen sich die anderen Leute am Tisch vorzustellen.
Einer sagte, Sie haben ja ganz schön was gekauft Mister, ein paar Posten haben Sie uns vor der Nase weggeschnappt. Keine Sorge, er zwinkerte mir zu, wir schätzen hier einen guten Geschäftssinn, sind nicht neidisch. Bleibt immer noch genug für uns übrig. Teilweise ganz gute Sachen, nur mit den Maschinen haben sie voll daneben gegriffen.
So, warum denken Sie das denn?
Na, weil Sie die Maschinen hier nirgends verkaufen können, die sind höchstens das Metall wert, aus dem sie gemacht wurden.
Ein anderer Fragte: Haben Sie denn vor dem Bieten nicht recherchiert? Dann hätten Sie das nämlich gewusst.
Natürlich habe ich das gemacht, sonst hätte ich ja nicht gewusst, was ich kaufe, und wie viel ich maximal zahle.
Ähh, das klingt, als würden Sie sich auskennen. Aber dann verstehe ich das mit den Maschinen noch weniger.
Naja, ich habe ein System in ca 247 LY Entfernung gefunden, wo die Maschinen sehr gefragt sind, darum habe ich sie gekauft. Und ich finde, ich habe sie doch recht günstig erworben.
Mag ja sein, aber trotzdem machen Sie Verlust, bei der Entfernung frisst der Treibstoff die Gewinnmarge auf.
Nun, normalerweise haben Sie da wohl recht, aber ich habe in meinem Schiff einen Treibstoffsammler verbaut.
Jetzt ging ein Ruck durch die Leute am Tisch, sie sahen mich an, als käme ich von einem anderen Stern, ja eher noch aus einer anderen Galaxie.
Mister, wer verbaut in einem Frachter einen Treibstoffsammler? Das kostet doch wahnsinnig viel Frachtraum. Man verdient viel weniger. Sind Sie überhaupt ein Händler?
Ich musste lachen, wer sagt denn, dass man immer alles nach Lehrbuch machen muss?
Aber Sie haben in einem Recht, ein echter Händler bin ich nicht, ich tue das nur, um genug Credits für mein eigentliches Ziel, das Exploring, und der dafür notwendigen Ressourcen zu haben.
Trotzdem, ich habe vielleicht nicht die maximale Frachtkapazität, dafür springt mein Schiff weiter, und ich kann an fast jedem Stern Treibstoff aufnehmen, muss nicht zwischenlanden und komme am Ziel mit praktisch vollem Tank an. Der Flug zum Ziel kostet also fast nichts, und da dort gerade Aufschwung herrscht, zahlen sie für die Maschinen noch einen kräftigen Aufschlag.
Nach der Erklärung sahen mich die Leute am Tisch mit ganz anderen Augen an.
Cleveres Kerlchen, sagte dann einer, trotzdem hat er vergessen, dass er den Treibstoffsammler auch bezahlen musste, er verliert immer noch Geld. Die umstehenden nickten.
Ach der, warf ich ein, hat sich schon auf meiner letzten Reise amortisiert.
Wieder bekam ich ungläubige Blicke. Aber dann müssten Sie doch...
Hatte ich auch, aber dann gab es ein paar Schwierigkeiten, jetzt hab ich zwar das Schiff, aber eben kaum noch Credits. Daran, das sehen Sie ja, arbeite ich gerade.
Wir unterhielten uns noch eine Weile, ich erzählte von meiner Reise, ließ aber die pikanteren Details aus. Nach ein paar vergnüglichen Stunden kehrten wir an Bord zurück.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
An Bord inspizierten wir nochmals die Ladung, vor allem wollte ich jetzt doch wissen, was sich in den von Jana gekauften Glückscontainern befand.
Meine Neugierde erreichte neue Höhen, als wir vor den fünf Containern standen, und Jana das Siegel brach. Ich fragte mich, was sich daran befinden mochte.
Jana öffnete den ersten, griff hinein und zog einen seltsam aussehenden Gegenstand heraus. Er hatte einen Griff an einem Stil, darauf folgte ein zylinderförmiger Teil mit mehreren Auswüchsen, die alle in unterschiedlich geformten Enden ausliefen.
Ungläubig sah ich das Teil an, Jana mit einem Blick, der absolute Unwissenheit verriet.
Was in aller Welt ist das?
Ich atmete tief durch. Verdammter Raumschrott, das ist ein Plimzipps von Zettschulpin.
Der ganze Container ist voll damit. Was ist ein..?
Was ein Plimzipps ist? Das kann Dir Niemand sagen, alles was man weiß, ist dass die Dinger nirgends anders gebraucht werden, als auf Zettschulpin selbst.
Und was macht das Zeug dann hier?
Ich erklärte ihr, was es mit dem Zeug auf sich hatte. Euch hatte ich es ja schon in einem früheren Kapitel erklärt, also spare ich mir die Worte.
Währenddessen sahen wir in den anderen vier Containern nach, vier waren mit Plimpzippsen voll.
Der letzte enthielt dagegen etwas, womit ich nie gerechnet hätte. Es waren Landmaschinen, diese würden wir in einem Agrarsystem gut verkaufen können.
Dann ist das Zeug also... wertlos? Fragte Jana, nachdem ich fertig war.
Ja, so gut wie, was hast du noch dafür bezahlt?
Sie grinste, ich hab dem Auktionator 5000 Credits geboten.
5000 Credits pro Container? Da könnten wir mit den Landmaschinen den Verlust ja gut ausgleichen.
Nein, sie grinste noch mehr, 5000 Credits für alle 5 Container.
Jetzt fiel mir die Kinnlade herunter.
Du hast alle fünf Container für 5000 Credits bekommen?
Ja, ich hab ihm gesagt, er kann dafür 5000 Credits haben, oder die Container verschrotten.
Da hat er eingewilligt.
Das bedeutet ja, dass wir mit den Landmaschinen gut Gewinn machen, die anderen vier Container verschrotten wir einfach auf der nächsten Station...
Moment, findest Du nicht, wir sollten sie trotzdem verkaufen? Jana schien wild entschlossen, wollte nicht, dass wir die Plimpzippse einfach abschrieben.
Du hast aber schon verstanden, dass wir das Zeug nur bei Zettschulpin verkaufen können?
Das hast Du mir erklärt, also warum fliegen wir dort nicht mal schnell vorbei?
Ich musste zugeben, dass ich das System nicht kannte und auch nicht wusste, wo in der Bubble es zu finden war.
Dann sehen wir doch mal nach.
Damit eilte Jana zur Navigationskonsole, gab die Systembezeichnung ein und stieß einen lauten Schrei aus.
Was ist los?
Das glaubst Du nicht, das System liegt nur ein paar Lichtjahre von unserem Zielsystem entfernt.
Echt? Ich sah selbst nach, tatsächlich fand ich das System nicht weit von unserem Ziel entfernt.
Nach kurzem Zögern gab ich nach. Na gut, dann versuchen wir auch dort unser Glück, vielleicht bekommen wir ja wenigstens die Credits zurück, die Du dafür ausgegeben hast.
Wir planten die Route, so da wir auf dem Weg zu dem System, in dem wir die Maschinen verkaufen konnten, auch alle anderen Waren verkaufen konnten. Mehrere Zwischenstopps waren nötig.
Für die Landmaschinen benötigten wir eine Bodenstation. Diese fanden wir in einem Agrarsystem.
Nach der Planung wollte ich die Starterlaubnis einholen, bekam jedoch eine Absage.
Negativ, es ist Ihnen nicht gestattet, die Station zu verlassen.
Tower, wieso darf ich nicht starten?
Sie wissen, warum. Sobald sie die entsprechenden Container heraus geben, können Sie starten.
Ich unterbrach die Verbindung. Hier kam ich mit Worten nicht weiter. Statt dessen aktivierte ich die Kommunikationskonsole und wählte die Nummer von Systemsmarschall Iarumas.
Die Verbindung kam tatsächlich zustande. Ich schilderte ihm mein Problem, er dachte kurz nach.
Nun, leider kann ich Ihnen nicht selbst helfen, ich gehe gerade einem Auftrag nach. Aber ich kann den nächstgelegenen Systemsmarschall benachrichtigen, wo sagten Sie, sind sie gerade?
Nachdem ich ihm meinen Aufenthaltsort genannt hatte, machte er einen Anruf. Sie haben Glück, ein Marschall ist gerade auf der Station, ich werde ihm alles notwendige erklären, danach wird er sich augenblicklich darum kümmern.
Meine Neugierde erreichte neue Höhen, als wir vor den fünf Containern standen, und Jana das Siegel brach. Ich fragte mich, was sich daran befinden mochte.
Jana öffnete den ersten, griff hinein und zog einen seltsam aussehenden Gegenstand heraus. Er hatte einen Griff an einem Stil, darauf folgte ein zylinderförmiger Teil mit mehreren Auswüchsen, die alle in unterschiedlich geformten Enden ausliefen.
Ungläubig sah ich das Teil an, Jana mit einem Blick, der absolute Unwissenheit verriet.
Was in aller Welt ist das?
Ich atmete tief durch. Verdammter Raumschrott, das ist ein Plimzipps von Zettschulpin.
Der ganze Container ist voll damit. Was ist ein..?
Was ein Plimzipps ist? Das kann Dir Niemand sagen, alles was man weiß, ist dass die Dinger nirgends anders gebraucht werden, als auf Zettschulpin selbst.
Und was macht das Zeug dann hier?
Ich erklärte ihr, was es mit dem Zeug auf sich hatte. Euch hatte ich es ja schon in einem früheren Kapitel erklärt, also spare ich mir die Worte.
Währenddessen sahen wir in den anderen vier Containern nach, vier waren mit Plimpzippsen voll.
Der letzte enthielt dagegen etwas, womit ich nie gerechnet hätte. Es waren Landmaschinen, diese würden wir in einem Agrarsystem gut verkaufen können.
Dann ist das Zeug also... wertlos? Fragte Jana, nachdem ich fertig war.
Ja, so gut wie, was hast du noch dafür bezahlt?
Sie grinste, ich hab dem Auktionator 5000 Credits geboten.
5000 Credits pro Container? Da könnten wir mit den Landmaschinen den Verlust ja gut ausgleichen.
Nein, sie grinste noch mehr, 5000 Credits für alle 5 Container.
Jetzt fiel mir die Kinnlade herunter.
Du hast alle fünf Container für 5000 Credits bekommen?
Ja, ich hab ihm gesagt, er kann dafür 5000 Credits haben, oder die Container verschrotten.
Da hat er eingewilligt.
Das bedeutet ja, dass wir mit den Landmaschinen gut Gewinn machen, die anderen vier Container verschrotten wir einfach auf der nächsten Station...
Moment, findest Du nicht, wir sollten sie trotzdem verkaufen? Jana schien wild entschlossen, wollte nicht, dass wir die Plimpzippse einfach abschrieben.
Du hast aber schon verstanden, dass wir das Zeug nur bei Zettschulpin verkaufen können?
Das hast Du mir erklärt, also warum fliegen wir dort nicht mal schnell vorbei?
Ich musste zugeben, dass ich das System nicht kannte und auch nicht wusste, wo in der Bubble es zu finden war.
Dann sehen wir doch mal nach.
Damit eilte Jana zur Navigationskonsole, gab die Systembezeichnung ein und stieß einen lauten Schrei aus.
Was ist los?
Das glaubst Du nicht, das System liegt nur ein paar Lichtjahre von unserem Zielsystem entfernt.
Echt? Ich sah selbst nach, tatsächlich fand ich das System nicht weit von unserem Ziel entfernt.
Nach kurzem Zögern gab ich nach. Na gut, dann versuchen wir auch dort unser Glück, vielleicht bekommen wir ja wenigstens die Credits zurück, die Du dafür ausgegeben hast.
Wir planten die Route, so da wir auf dem Weg zu dem System, in dem wir die Maschinen verkaufen konnten, auch alle anderen Waren verkaufen konnten. Mehrere Zwischenstopps waren nötig.
Für die Landmaschinen benötigten wir eine Bodenstation. Diese fanden wir in einem Agrarsystem.
Nach der Planung wollte ich die Starterlaubnis einholen, bekam jedoch eine Absage.
Negativ, es ist Ihnen nicht gestattet, die Station zu verlassen.
Tower, wieso darf ich nicht starten?
Sie wissen, warum. Sobald sie die entsprechenden Container heraus geben, können Sie starten.
Ich unterbrach die Verbindung. Hier kam ich mit Worten nicht weiter. Statt dessen aktivierte ich die Kommunikationskonsole und wählte die Nummer von Systemsmarschall Iarumas.
Die Verbindung kam tatsächlich zustande. Ich schilderte ihm mein Problem, er dachte kurz nach.
Nun, leider kann ich Ihnen nicht selbst helfen, ich gehe gerade einem Auftrag nach. Aber ich kann den nächstgelegenen Systemsmarschall benachrichtigen, wo sagten Sie, sind sie gerade?
Nachdem ich ihm meinen Aufenthaltsort genannt hatte, machte er einen Anruf. Sie haben Glück, ein Marschall ist gerade auf der Station, ich werde ihm alles notwendige erklären, danach wird er sich augenblicklich darum kümmern.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Wir warteten, nach über einer Stunde meldete sich der Tower. Auf dem Bildschirm sah ich den Anzugträger, neben ihm eine Frau, dunkelbraun mit schwarzen Haaren. Sie sprach mich an.
Ich bin Systemsmarschall Sarne Qirl, sie haben uns gerufen, da ihnen die Starterlaubnis verweigert wird?
Richtig, und ich vermute, dass die Verweigerung von dem Herrn neben Ihnen ausgeht. Und sie ist vollkommen unbegründet.
Sie drehte sich zu dem Typ, gibt es einen beweisbaren Grund für die Verweigerung.
Nun er hat etwas, das ich haben will...
Ich habe die Ware legal bei einer Versteigerung erworben, das lässt sich eindeutig belegen, fiel ich ihm ins Wort, er hat mehrmals versucht, die Ware zurück zu bekommen, ich habe abgelehnt und nun verwehrt er mir die vollkommen legitime Abreise.
Ja aber...
Wieder kam er nicht zu Wort, da ihm der Systemsmarschall ins Wort fiel.
Haben sie ein legales Anrecht auf die Ware? Und können Sie dies belegen?
Er konnte es nicht, nach einem weiteren Hin und Her der Worte, bekam ich die Starterlaubnis, endlich konnten wir die ungastliche Station verlassen.
Zwei Tage lang sprangen wir von System zu System, verkauften dabei auf verschiedenen Stationen die Ware. Zusätzlich sah ich mir auf jeder Station das Angebot an, nahm, wenn es sich lohnte etwas neues an Bord und verkaufte es bei nächster Gelegenheit mit Gewinn. Gleichzeitig schulte ich Jana darin, solche Angebote zu erkennen. Sie lernte schnell und bereits am zweiten Tag entwickelte sie ein gutes Gespür für die richtigen Artikel.
Eine Galnet-Nachricht erregte unsere Aufmerksamkeit. Sie betraf die Station, wo wir an der Versteigerung teilgenommen hatten.
„Im All treibend wurden die Überreste eines bekannten Industriellen gefunden. Die gefriergetrocknete Leiche war in viele Stücke zerbrochen, als ein Schiff mit ihr kollidierte, daher war die Identifikation schwierig gewesen, erst als der fast vollständig erhaltene Kopf geborgen wurde, wusste man um die Identität der Person. Ein Bild das gezeigt wurde, zeigte eindeutig den Anzugträger, welche uns die Maschinen nicht geben wollte.
Die Nachricht war ziemlich lange, erklärte, wer er war und womit er seine Credits verdient hatte. Zuletzt stand eine Information, dass es unbewiesene Gerüchte gab, nach denen er Geschäfte mit Kriminellen gemacht hätte."
Na von unbewiesen kann da wohl kaum die Rede sein, meinte Jana, oder denkst Du, er ist aus versehen aus der Station gefallen?
Nein, das ist praktisch unmöglich.
Glaubst Du, dass da noch was auf uns zu kommt?
Ich dachte kurz nach. Nein, glaube nicht. Wir haben die Maschinen legal gekauft, dazu hat ein Systemsmarshall für uns interveniert, da würde jede weitere Aktion viel zu viel Aufmerksamkeit erregen.
Wir schalteten die Nachrichten aus und flogen weiter.
Dann erreichten wir das System, in dem wir die Landmaschinen verkaufen wollten, die entsprechende Station befand sich auf der Oberfläche eines Agrarplaneten. Mit großer Sorgfalt richtete ich mein Schiff aus, um die Station so sicher wie möglich zu erreichen.
Der Planet kam näher, die Geschwindigkeit verringerte sich mit zunehmender Gravitation, sank unter 0,1 C und wurde in Megametern angezeigt. Dann traten wir aus dem Supercruice aus, gingen in den Gleitflug über. Die Station tauchte vor uns auf, alles verlief planmäßig, der Gleitflug endete und wir näherten uns der Station mit den konventionellen Triebwerken. Unter 7,5 Kilometern forderte ich die Landeerlaubnis an.
Bitte landen Sie auf Plattform 28, beachten sie die Geschwindigkeitsbegrenzung und verlassen sie nicht den Anflugkorridor, durch ein hohes Verkehrsaufkommen besteht ansonsten Kollosionsgefahr.
Ich richtete mein Schiff aus und flog langsam auf die zugewiesene Plattform zu. Alles verlief problemlos, die Station lag nur noch einen Kilometer vor uns, ich fuhr die Landestützen aus, wurde dadurch noch langsamer.
AUS DEM WEG, plärrte es in ohrenbetäubender Lautstärke im Funk gleichzeitig schoss ein Gold lackiertes Schiff, groß wie ein Wal an uns vorbei und bremste gerade noch rechtzeitig, landete auf unserer Plattform. Ich hatte mit allem gebremst, das ich aufbieten konnte, hatte Mühe, mein Schiff stabil zu halten.
Sprachlos sah ich zu, dass das Schiff anstandslos in den Hangar transportiert wurde.
Nach etlichen Sekunden rief ich die Station erneut an.
Tower, da hat uns gerade ein Schiff die Landeplattform geklaut.
Alpha Lima Alpha, fliegen sie zu Plattform 27...
Wir hörten ungläubig die selbe Ansage, wie zuvor, nur die Nummer war anders. Kein Wort zu dem Vorfall.
Sind die hier blind? Fragte Jana. Keine Ahnung, landen wir erst mal, und klären das dann auf der Station.
Na aber hallo, das will ich unbedingt.
Nach der Landung stiegen wir aus, begaben uns in den Trubel der Station.
Als erstes verkauften wir die Ladung, Jana sah sich das Angebot an, einige Tonnen, günstigen Gemüses wanderten in unseren Laderaum, danach fragten wir uns zu der Rechtsabteilung durch.
Die Rechtsabteilung befand sich auf einem der untersten Decks am Ende eines Ganges der aussah, als hätte hier schon länger niemand richtig sauber gemacht, Müll lag herum, rostige Teile und anderes undefinierbares. Alles Zeichen, die mich bestimmtes ahnen ließen, doch vorerst hielt ich mit meiner Ahnung zurück.
Auf das Schott, hinter dem das Büro lag, hatte jemand ein seltsam aussehendes Graffiti gemalt, über das dann jemand anderes halbherzig drüber gemalt hatte. Durch die dünne, unregelmäßig verteilte Farbschicht schimmerte immer noch die leuchtend grelle Farbe durch. Das Graffiti sah in etwa aus wie fünf längliche ovale, das mittlere war länger und ragte nach Oben heraus,. Trotz längerem betrachten konnte ich mit dem Symbol nichts anfangen. Egal wir traten an das Schott heran, es öffnete sich vollautomatisch mit einem protestierendem Quietschen, offenbar hatte man hier auch die Wartung vernachlässigt.
Der Kontrast von Innen zu Außen hätte nicht größer sein können, der Raum war blitzblank, Wände, Boden und Decke glänzten förmlich, der Tresen schien mit teurem Echtholz beschichtet, an einer Wand hing ein großes Plakat. Es zeigte mehrere glücklich lächelnde Menschen, darunter stand in großen freundlichen Bchstaben „Wir alle sind gleich vor dem Recht“. Hinter dem Tresen stand ein leicht untersetzter Mann mit sympathischem Lächeln in einer absolut korrekt sitzenden Uniform, auf dem Kopf eine Schirmmütze, die Schultern mit Epauletten geschmückt.
Ein Namensschild war auf der rechten Brust angebracht, darauf der Name Quesomartes.
Jana trat forsch an den Tresen heran, grüßte. Ich stand leicht schräg hinter ihr, ließ sie machen.
Hallo Schwester, was kann ich für Dich tun?
Schwester? Sind wir verwandt? Und wenn ja, wie kannst Du das wissen?
Ähhhhhh, der Mann stockte, von Jana voll aus dem Konzept gebracht. Schluckte, fing sich wieder.
Nein, ich habe keine Ahnung, ob wir verwandt sind...
Wie kannst Du dann behaupten, ich wäre deine Schwester? Fiel ihm Jana sofort wieder ins Wort.
Er schluckte erneut, sah mich hilfesuchend an.
Ich lächelte ihn freundlich an. Fand die Situation doch eher amüsant und schwieg. Sollte er sich da doch selbst heraus ziehen.
Seine Gesichtszüge entgleisten kurz, dann lächelte er wieder, sah Jana an.
Wir nennen hier alle Frauen Schwester, und die Männer Brüder, das soll die Gleichheit aller unserer Bürger unterstreichen.
Alle sind also gleich, ja?
Ja, alle sind gleich.
Nun gut, dann lasse ich Dir das mal durch gehen.
Er sah Jana konsterniert an, dann rang er sich zu einer Frage durch, Schwes...ter, was kann ich denn nun für Dich tun.
Ich möchte eine Anzeige machen, ein Raumschiff hat uns rücksichtslos beim Anflug geschnitten und dann noch die Landeplattform, die uns zugewiesen wurde, blockiert.
Ein Fall von rücksichtslosem Fliegen also, da werden wir hart durchgreifen, den Piloten bestrafen. Ähh, wenn wir wissen wer es ist. Hast du denn eine Kennung, den Raumschiffstyp, vielleicht auch den Namen des Piloten?
Die Kennung des Schiffes habe ich. Jana nannte ihm die Kennung.
Er tippte sie in eine Konsole ein, sprach dazu, sehr gut, mit der Kennung können wir das Schiff eindeutig identifizieren, ich habe sie eingegebenen, das Ergebnis kommt gleich.
Auf seinem Bildschirm leuchtete ein Ergebnis auf, er las es durch, wurde bleich, dann sah er Jana an.
Schwester, kannst Du mir vielleicht sagen, welche Farbe das Schiff hatte?
Aber klar doch, der Mistkerl hatte eine protzige Goldlackierung drauf.
Glänzend? Sieht aus wie echtes Gold?
Jaaa, ist das so wichtig? Du hast doch die Kennung, warum fragst Du nach solch unwesentlichen Details?
Ich wollte nur sicher gehen, dass ich keinen Fehler mache, Schwester.
Er sah auf, kein Lächeln mehr, sondern eine todernste Mine.
Es tut mir schrecklich leid, Schwester, aber ich kann nichts für Dich tun, das Schiff gehört dem hohen Nabilat.
Ja und? Ist der nicht auch ein Bürger von Euch?
Natürlich ist er ein Bürger wie wir alle.
Und alle Bürger sind gleich vor dem Gesetz?
Ja, er sah sie stolz an, hier bei uns sind vor dem Gesetz alle gleich.
Dann muss er für seine Fehler einstehen, wie jeder andere Bürger auch. Jana sprach mit fester Überzeugung. Sehr gut, dachte ich, nur nicht von dem eigenen Standpunkt ablassen.
Aber.... Er... ist doch der hohe Nabilat....
Jana deutete auf das Plakat an der Wand. Da steht doch, dass alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind, da irre ich doch nicht?
Nein Schwester, stolz klang wieder aus der Stimme des Beamten heraus. Vor dem Gesetzt sind wir hier alle gleich.
Na dann muss er doch auch bestraft werden, wie jeder andere auch.
Aber... er sah wieder hilfesuchend zu mir. Ich sah ihn fest an. Nein, das müssen Sie schon selbst erklären, ist ja ihre Welt.
Aber... er ist doch.... Der hohe Nabilat... jetzt flüsterte er nur noch.
Jana dagegen sprach mit normaler Lautstärke, voller Überzeugung. Das Plakat sagt etwas anderes aus. Oder stimmt das nicht, was da auf dem Plakat steht?
Natürlich ist das Plakat korrekt, er wähnte sich wieder auf sichere Terrain.
Dann muss auch euer hoher Nabilat für ein Vergehen bestraft werden.
Das geht doch nicht, er ist der hohe...
Ja, geschenkt, fiel ihm Jana in das Wort. Du weißt eindeutig nicht, was hier richtig ist, und was nicht.
Damit trat sie von dem Tresen zurück, sah mich an, der gehört ganz Dir.
Ach lass mal, sagte ich zu ihr, lass uns gehen, das bringt hier ja doch nichts.
Okay, aber zuvor.. Jana trat an das Plakat heran, zückte einen Schreiber, und schrieb mit großen Buchstaben quer über die Leute:
„ABER EINER IST GLEICHER!“
Der Beamte sah voller entsetzen zu, aber das kann sie doch nicht... das ist...
Die reine Wahrheit, Jana steckte den Stift ein, ging auf das Schott zu. Es öffnete sich, sie trat hindurch, ich folgte ihr.
Draußen sah sie mich an, der hat doch einen am Raumhelm.
Stimmt, sagte ich, aber er kann bestimmt nichts dafür, das wurde ihm von klein auf eingetrichtert, bis er es selbst geglaubt hat. Und jetzt erkennt er den Widerspruch nicht mal, wenn Du ihm den mit einem in Zitronenscheiben gewickelten Goldbarren auf den Kopf drischt.
Jana lachte, guter Vergleich. Lass uns gehen.
Ich sah mich beim gehen sicherheitshalber um.
Durch das Geschehen war bewusst geworden, dass Jana mit ihrer direkte Art auch mal auf größere Probleme stoßen könnte.
Ich bin Systemsmarschall Sarne Qirl, sie haben uns gerufen, da ihnen die Starterlaubnis verweigert wird?
Richtig, und ich vermute, dass die Verweigerung von dem Herrn neben Ihnen ausgeht. Und sie ist vollkommen unbegründet.
Sie drehte sich zu dem Typ, gibt es einen beweisbaren Grund für die Verweigerung.
Nun er hat etwas, das ich haben will...
Ich habe die Ware legal bei einer Versteigerung erworben, das lässt sich eindeutig belegen, fiel ich ihm ins Wort, er hat mehrmals versucht, die Ware zurück zu bekommen, ich habe abgelehnt und nun verwehrt er mir die vollkommen legitime Abreise.
Ja aber...
Wieder kam er nicht zu Wort, da ihm der Systemsmarschall ins Wort fiel.
Haben sie ein legales Anrecht auf die Ware? Und können Sie dies belegen?
Er konnte es nicht, nach einem weiteren Hin und Her der Worte, bekam ich die Starterlaubnis, endlich konnten wir die ungastliche Station verlassen.
Zwei Tage lang sprangen wir von System zu System, verkauften dabei auf verschiedenen Stationen die Ware. Zusätzlich sah ich mir auf jeder Station das Angebot an, nahm, wenn es sich lohnte etwas neues an Bord und verkaufte es bei nächster Gelegenheit mit Gewinn. Gleichzeitig schulte ich Jana darin, solche Angebote zu erkennen. Sie lernte schnell und bereits am zweiten Tag entwickelte sie ein gutes Gespür für die richtigen Artikel.
Eine Galnet-Nachricht erregte unsere Aufmerksamkeit. Sie betraf die Station, wo wir an der Versteigerung teilgenommen hatten.
„Im All treibend wurden die Überreste eines bekannten Industriellen gefunden. Die gefriergetrocknete Leiche war in viele Stücke zerbrochen, als ein Schiff mit ihr kollidierte, daher war die Identifikation schwierig gewesen, erst als der fast vollständig erhaltene Kopf geborgen wurde, wusste man um die Identität der Person. Ein Bild das gezeigt wurde, zeigte eindeutig den Anzugträger, welche uns die Maschinen nicht geben wollte.
Die Nachricht war ziemlich lange, erklärte, wer er war und womit er seine Credits verdient hatte. Zuletzt stand eine Information, dass es unbewiesene Gerüchte gab, nach denen er Geschäfte mit Kriminellen gemacht hätte."
Na von unbewiesen kann da wohl kaum die Rede sein, meinte Jana, oder denkst Du, er ist aus versehen aus der Station gefallen?
Nein, das ist praktisch unmöglich.
Glaubst Du, dass da noch was auf uns zu kommt?
Ich dachte kurz nach. Nein, glaube nicht. Wir haben die Maschinen legal gekauft, dazu hat ein Systemsmarshall für uns interveniert, da würde jede weitere Aktion viel zu viel Aufmerksamkeit erregen.
Wir schalteten die Nachrichten aus und flogen weiter.
Dann erreichten wir das System, in dem wir die Landmaschinen verkaufen wollten, die entsprechende Station befand sich auf der Oberfläche eines Agrarplaneten. Mit großer Sorgfalt richtete ich mein Schiff aus, um die Station so sicher wie möglich zu erreichen.
Der Planet kam näher, die Geschwindigkeit verringerte sich mit zunehmender Gravitation, sank unter 0,1 C und wurde in Megametern angezeigt. Dann traten wir aus dem Supercruice aus, gingen in den Gleitflug über. Die Station tauchte vor uns auf, alles verlief planmäßig, der Gleitflug endete und wir näherten uns der Station mit den konventionellen Triebwerken. Unter 7,5 Kilometern forderte ich die Landeerlaubnis an.
Bitte landen Sie auf Plattform 28, beachten sie die Geschwindigkeitsbegrenzung und verlassen sie nicht den Anflugkorridor, durch ein hohes Verkehrsaufkommen besteht ansonsten Kollosionsgefahr.
Ich richtete mein Schiff aus und flog langsam auf die zugewiesene Plattform zu. Alles verlief problemlos, die Station lag nur noch einen Kilometer vor uns, ich fuhr die Landestützen aus, wurde dadurch noch langsamer.
AUS DEM WEG, plärrte es in ohrenbetäubender Lautstärke im Funk gleichzeitig schoss ein Gold lackiertes Schiff, groß wie ein Wal an uns vorbei und bremste gerade noch rechtzeitig, landete auf unserer Plattform. Ich hatte mit allem gebremst, das ich aufbieten konnte, hatte Mühe, mein Schiff stabil zu halten.
Sprachlos sah ich zu, dass das Schiff anstandslos in den Hangar transportiert wurde.
Nach etlichen Sekunden rief ich die Station erneut an.
Tower, da hat uns gerade ein Schiff die Landeplattform geklaut.
Alpha Lima Alpha, fliegen sie zu Plattform 27...
Wir hörten ungläubig die selbe Ansage, wie zuvor, nur die Nummer war anders. Kein Wort zu dem Vorfall.
Sind die hier blind? Fragte Jana. Keine Ahnung, landen wir erst mal, und klären das dann auf der Station.
Na aber hallo, das will ich unbedingt.
Nach der Landung stiegen wir aus, begaben uns in den Trubel der Station.
Als erstes verkauften wir die Ladung, Jana sah sich das Angebot an, einige Tonnen, günstigen Gemüses wanderten in unseren Laderaum, danach fragten wir uns zu der Rechtsabteilung durch.
Die Rechtsabteilung befand sich auf einem der untersten Decks am Ende eines Ganges der aussah, als hätte hier schon länger niemand richtig sauber gemacht, Müll lag herum, rostige Teile und anderes undefinierbares. Alles Zeichen, die mich bestimmtes ahnen ließen, doch vorerst hielt ich mit meiner Ahnung zurück.
Auf das Schott, hinter dem das Büro lag, hatte jemand ein seltsam aussehendes Graffiti gemalt, über das dann jemand anderes halbherzig drüber gemalt hatte. Durch die dünne, unregelmäßig verteilte Farbschicht schimmerte immer noch die leuchtend grelle Farbe durch. Das Graffiti sah in etwa aus wie fünf längliche ovale, das mittlere war länger und ragte nach Oben heraus,. Trotz längerem betrachten konnte ich mit dem Symbol nichts anfangen. Egal wir traten an das Schott heran, es öffnete sich vollautomatisch mit einem protestierendem Quietschen, offenbar hatte man hier auch die Wartung vernachlässigt.
Der Kontrast von Innen zu Außen hätte nicht größer sein können, der Raum war blitzblank, Wände, Boden und Decke glänzten förmlich, der Tresen schien mit teurem Echtholz beschichtet, an einer Wand hing ein großes Plakat. Es zeigte mehrere glücklich lächelnde Menschen, darunter stand in großen freundlichen Bchstaben „Wir alle sind gleich vor dem Recht“. Hinter dem Tresen stand ein leicht untersetzter Mann mit sympathischem Lächeln in einer absolut korrekt sitzenden Uniform, auf dem Kopf eine Schirmmütze, die Schultern mit Epauletten geschmückt.
Ein Namensschild war auf der rechten Brust angebracht, darauf der Name Quesomartes.
Jana trat forsch an den Tresen heran, grüßte. Ich stand leicht schräg hinter ihr, ließ sie machen.
Hallo Schwester, was kann ich für Dich tun?
Schwester? Sind wir verwandt? Und wenn ja, wie kannst Du das wissen?
Ähhhhhh, der Mann stockte, von Jana voll aus dem Konzept gebracht. Schluckte, fing sich wieder.
Nein, ich habe keine Ahnung, ob wir verwandt sind...
Wie kannst Du dann behaupten, ich wäre deine Schwester? Fiel ihm Jana sofort wieder ins Wort.
Er schluckte erneut, sah mich hilfesuchend an.
Ich lächelte ihn freundlich an. Fand die Situation doch eher amüsant und schwieg. Sollte er sich da doch selbst heraus ziehen.
Seine Gesichtszüge entgleisten kurz, dann lächelte er wieder, sah Jana an.
Wir nennen hier alle Frauen Schwester, und die Männer Brüder, das soll die Gleichheit aller unserer Bürger unterstreichen.
Alle sind also gleich, ja?
Ja, alle sind gleich.
Nun gut, dann lasse ich Dir das mal durch gehen.
Er sah Jana konsterniert an, dann rang er sich zu einer Frage durch, Schwes...ter, was kann ich denn nun für Dich tun.
Ich möchte eine Anzeige machen, ein Raumschiff hat uns rücksichtslos beim Anflug geschnitten und dann noch die Landeplattform, die uns zugewiesen wurde, blockiert.
Ein Fall von rücksichtslosem Fliegen also, da werden wir hart durchgreifen, den Piloten bestrafen. Ähh, wenn wir wissen wer es ist. Hast du denn eine Kennung, den Raumschiffstyp, vielleicht auch den Namen des Piloten?
Die Kennung des Schiffes habe ich. Jana nannte ihm die Kennung.
Er tippte sie in eine Konsole ein, sprach dazu, sehr gut, mit der Kennung können wir das Schiff eindeutig identifizieren, ich habe sie eingegebenen, das Ergebnis kommt gleich.
Auf seinem Bildschirm leuchtete ein Ergebnis auf, er las es durch, wurde bleich, dann sah er Jana an.
Schwester, kannst Du mir vielleicht sagen, welche Farbe das Schiff hatte?
Aber klar doch, der Mistkerl hatte eine protzige Goldlackierung drauf.
Glänzend? Sieht aus wie echtes Gold?
Jaaa, ist das so wichtig? Du hast doch die Kennung, warum fragst Du nach solch unwesentlichen Details?
Ich wollte nur sicher gehen, dass ich keinen Fehler mache, Schwester.
Er sah auf, kein Lächeln mehr, sondern eine todernste Mine.
Es tut mir schrecklich leid, Schwester, aber ich kann nichts für Dich tun, das Schiff gehört dem hohen Nabilat.
Ja und? Ist der nicht auch ein Bürger von Euch?
Natürlich ist er ein Bürger wie wir alle.
Und alle Bürger sind gleich vor dem Gesetz?
Ja, er sah sie stolz an, hier bei uns sind vor dem Gesetz alle gleich.
Dann muss er für seine Fehler einstehen, wie jeder andere Bürger auch. Jana sprach mit fester Überzeugung. Sehr gut, dachte ich, nur nicht von dem eigenen Standpunkt ablassen.
Aber.... Er... ist doch der hohe Nabilat....
Jana deutete auf das Plakat an der Wand. Da steht doch, dass alle Bürger vor dem Gesetz gleich sind, da irre ich doch nicht?
Nein Schwester, stolz klang wieder aus der Stimme des Beamten heraus. Vor dem Gesetzt sind wir hier alle gleich.
Na dann muss er doch auch bestraft werden, wie jeder andere auch.
Aber... er sah wieder hilfesuchend zu mir. Ich sah ihn fest an. Nein, das müssen Sie schon selbst erklären, ist ja ihre Welt.
Aber... er ist doch.... Der hohe Nabilat... jetzt flüsterte er nur noch.
Jana dagegen sprach mit normaler Lautstärke, voller Überzeugung. Das Plakat sagt etwas anderes aus. Oder stimmt das nicht, was da auf dem Plakat steht?
Natürlich ist das Plakat korrekt, er wähnte sich wieder auf sichere Terrain.
Dann muss auch euer hoher Nabilat für ein Vergehen bestraft werden.
Das geht doch nicht, er ist der hohe...
Ja, geschenkt, fiel ihm Jana in das Wort. Du weißt eindeutig nicht, was hier richtig ist, und was nicht.
Damit trat sie von dem Tresen zurück, sah mich an, der gehört ganz Dir.
Ach lass mal, sagte ich zu ihr, lass uns gehen, das bringt hier ja doch nichts.
Okay, aber zuvor.. Jana trat an das Plakat heran, zückte einen Schreiber, und schrieb mit großen Buchstaben quer über die Leute:
„ABER EINER IST GLEICHER!“
Der Beamte sah voller entsetzen zu, aber das kann sie doch nicht... das ist...
Die reine Wahrheit, Jana steckte den Stift ein, ging auf das Schott zu. Es öffnete sich, sie trat hindurch, ich folgte ihr.
Draußen sah sie mich an, der hat doch einen am Raumhelm.
Stimmt, sagte ich, aber er kann bestimmt nichts dafür, das wurde ihm von klein auf eingetrichtert, bis er es selbst geglaubt hat. Und jetzt erkennt er den Widerspruch nicht mal, wenn Du ihm den mit einem in Zitronenscheiben gewickelten Goldbarren auf den Kopf drischt.
Jana lachte, guter Vergleich. Lass uns gehen.
Ich sah mich beim gehen sicherheitshalber um.
Durch das Geschehen war bewusst geworden, dass Jana mit ihrer direkte Art auch mal auf größere Probleme stoßen könnte.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Wir hatten die Station problemlos verlassen, gingen weiter unseren Geschäften nach. Zwei Sprünge brachten uns in ein System, in dem wir einen Container Zahnräder zu einem guten Preis verkauften.
Da die Station noch sehr neu war, und keinerlei Komfort bot, beschlossen wir, uns etwas zu Essen zu unserem Schiff liefern zu lassen und dort zu übernachten, ehe wir im nächsten System eine ganze Reihe Atemmasken verkaufen würden.
Das Essen wurde geliefert, wir machten es uns gemütlich und futterten kräftig, Jana hatte eine Pizza Nova, ich hatte die klassische Diavolo bestellt, dazu italienischer Salat und eine Flasche Wein.
Der Nachtisch bestand aus sehr leckeren Canoli, ich hatte gerade die zweite, als ein Anruf herein kam.
Ich ging an die Kom, sah dass es die Apgar-Klinik war und öffnete den Kanal.
Auf dem Bildschirm erschien Doktor Knochenwitz. Der Hintergrund sah nach seinem Büro aus.
Guten Tag, grüßte er mich, ich habe sehr gute Nachrichten für Sie, ihre... Freundin, half ich aus.
Freundin, fuhr er fort, macht sehr große Fortschritte, inzwischen ist sie stabil, wir führen mit ihr etliche Gruppensitzungen durch, um ihr den Einstieg in normale soziale Interaktionen zu erleichtern.
Mittlerweile trifft sie auch eigene Entscheidungen, ein sehr wichtiger Heilfortschritt, den wir mehr als begrüßen.
Einzig, hier sah er auf, eine winzige Komplikation haben wir noch zu beseitigen.
Komplikation? Ich konnte mich nicht zurück halten, die Frage war mir spontan entfahren.
Ja, keine Sorge, es ist nicht besonders schlimmes. Sie glaubt aktuell nur, Sie hätten sie zurück gelassen und vergessen. Eine Folge der anfänglichen Kommunikationssperre, fürchte ich.
Ich hätte sie ja angerufen und mit ihr gesprochen, aber Sie...
Ja natürlich, und ich entschuldige mich dafür, dennoch hat gerade ihre Abwesenheit den entscheidenden Durchbruch erzielt. Hätte ihre Freundin sie immer in der Nähe gewusst, hätte sie erheblich länger gebraucht, um selbstständige Entscheidungen zu treffen..
Jetzt jedenfalls sollten Sie mit ihr sprechen und ihr zeigen, dass sie nicht vergessen wurde.
Oh und eigentlich spricht nichts dagegen, dass wir sie entlassen, die Entscheidung muss die Patientin aber zu ihrem eigenen Wohl selbst treffen. Sie können sie fragen, ob sie abgeholt werden will, aber wenn sie das Ablehnt, drängen Sie sie bitte nicht.
Verstanden, sagte ich.
Nur noch ein kurzer Hinweis, ehe ich Sie zu ihr durch stelle:
Wir werden es der Patientin gegenüber so darstellen, dass Sie von sich aus angerufen haben.
Halten Sie dafür also am besten eine gute Erklärung bereit. Ich hoffe, das stellt kein Problem dar?
Nein, ich hatte kurz zu Jana geblickt, diese hatte mir zugenickt, wir erklären es damit, dass wir aktuell die Verluste ausgleichen, die durch den Klinikaufenthalt entstanden sind.
Bei diesen Worten atmete der Doktor kurz und heftig durch, sagte aber nichts dazu.
Nun gut, dann schalte ich sie jetzt zur Patientin durch.
Der Bildschirm wurde dunkel, es dauerte ein paar Sekunden, dann leuchtete er wieder auf, Sabrina war darauf zu sehen, sie trug einen recht figurbetonten Bodysuit, die Frisur war neu, sie hatte die Haare kürzer als bei unserem Abschied, leichtes Makeup, nicht zu aufdringlich.
Hallo, sprach sie zögerlich in die Kamera. Ich dachte schon, Du rufst nie an.. hättest mich vergessen... zurück gelassen...
Sie brach ab, feuchte Augen, es war deutlich zu sehen, dass sie mit ihren Gefühlen kämpfte.
Nein, ich habe Dich nicht vergessen, sagte ich mit einem Lächeln in die Aufnahme, auch Jana nicht.
Jana? Heißt sie jetzt so?
Ja, Jana Doeh, das ist jetzt mein Name.
Nicht gerade originell, um nicht zu sagen, banal.
Sabrina zeigte nicht gerade Taktgefühl, doch Jana lächelte nur, und sprach, ich weiß, ist halt der erste Name, der mir einfiel.
Ehe dies zu einem Problem werden könnte, dachte ich, sollte ich das Gespräch in andere Bahnen lenken.
Wie geht es Dir denn Sabrin...
NEIN! Mit diesem einen, laut und bestimmt ausgesprochenen Wort wurde ich unterbrochen.
Nenn mich nie wieder so, diesen Namen werde ich nie wieder akzeptieren.
Warum? Du hattest wenigstens einen Namen? Jana hatte die Frage gestellt, ehe ich sie aussprechen konnte.
Mit diesem Namen wurde ich versklavt, mein ganzes bisheriges Leben war ich unfrei, konnte nicht selbst über mich bestimmen. Darum verbinde ich mit ihm nur negatives. Ich will zukünftig einen neuen, einen freien Namen tragen.
Okay, ich dehnte das Wort ein wenig in die Länge, wie sollen wir Dich dann nennen?
Das weiß ich noch nicht, muss noch darüber nach denken.
Dann suchst Du selbst nach einen Namen?
Ja, es muss so sein, würdest Du mir den neuen Namen geben, wäre das wieder eine Art Fessel.
Ich dachte nach, sah sie dann lächelnd an, sehr gut, dann bin ich sehr gespannt, welchen Namen Du für dich aussuchst.
Oh ja, der neue Name interessiert mich auch, rief Jana laut, sobald Du ihn hast, ruf an und sag ihn uns. Versprochen?
Sie sah uns an, ein kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Versprochen.
Was hast Du so lange vor? Fragte ich sie, willst Du, dass wir Dich abholen? Doktor Knochenwitz hat erklärt, dass Du nicht mehr in der Klinik bleiben musst, wenn Du nicht willst.
Ihr würdet mich holen kommen? Leichte Unsicherheit zeigte sich auf ihrem Gesicht.
Klar, Du könntest mit uns zusammen durch die Bubble reisen, solange Du willst. Wir sind gerade dabei, so viele Credits wie möglich zu verdienen. Wenn wir genug haben, könntest Du dir ein eigenes Schiff holen und tun, was immer Dir gefällt.
Klingt... verlockend... doch, hier gefällt es mir, die Kontakte zu den anderen Patienten tun mir gut.
Ich... sie sah mich entschuldigend an... würde gerne noch etwas hier bleiben. Das verstehst Du doch?
Ich zögerte nur kurz. Ja klar, das verstehe ich, aber wenn Du irgendwann abgeholt werden möchtest, dann ruf an. Zögere nicht. Wir kommen sofort und holen Dich.
Jetzt lächelte sie, offen, strahlend. Danke, das werde ich. Und jetzt entschuldige, gleich findet eine Sitzung statt, da würde ich gerne hin gehen.
Nur zu, wenn Du dort hin willst, dann mach ruhig.
Wir verabschiedeten uns, der Bildschirm wurde kurz dunkel, dann war wieder Doktor Knochenwitz in seinem Büro zu sehen.
Wie verlief das Gespräch, fragte er.
Sehr gut, denke ich, sie hat sich gefreut, mit uns zu sprechen, will aber noch bleiben.
Der Arzt nickte, dachte ich mir schon. Sie hat sich recht gut mit den anderen Patienten arrangiert.
Doktor, sie lehnt ihren alten Namen ab. Ist das normal?
Hm, ja das ist uns auch aufgefallen, eine etwas ungewöhnliche Entscheidung. Doch, da sie dafür eine klare Erklärung hat, machen wir uns keine Sorgen. Sie hat eine rationale Entscheidung getroffen und kann sie begründen, das ist sehr positiv.
Nun verabschiedeten wir uns auch von dem Arzt, er versicherte uns, das er sofort anrufen würde, wenn es etwas neues gab. Bot aber auch an, dass wir oder die Patientin ab jetzt jederzeit selbst anrufen könnten.
Da die Station noch sehr neu war, und keinerlei Komfort bot, beschlossen wir, uns etwas zu Essen zu unserem Schiff liefern zu lassen und dort zu übernachten, ehe wir im nächsten System eine ganze Reihe Atemmasken verkaufen würden.
Das Essen wurde geliefert, wir machten es uns gemütlich und futterten kräftig, Jana hatte eine Pizza Nova, ich hatte die klassische Diavolo bestellt, dazu italienischer Salat und eine Flasche Wein.
Der Nachtisch bestand aus sehr leckeren Canoli, ich hatte gerade die zweite, als ein Anruf herein kam.
Ich ging an die Kom, sah dass es die Apgar-Klinik war und öffnete den Kanal.
Auf dem Bildschirm erschien Doktor Knochenwitz. Der Hintergrund sah nach seinem Büro aus.
Guten Tag, grüßte er mich, ich habe sehr gute Nachrichten für Sie, ihre... Freundin, half ich aus.
Freundin, fuhr er fort, macht sehr große Fortschritte, inzwischen ist sie stabil, wir führen mit ihr etliche Gruppensitzungen durch, um ihr den Einstieg in normale soziale Interaktionen zu erleichtern.
Mittlerweile trifft sie auch eigene Entscheidungen, ein sehr wichtiger Heilfortschritt, den wir mehr als begrüßen.
Einzig, hier sah er auf, eine winzige Komplikation haben wir noch zu beseitigen.
Komplikation? Ich konnte mich nicht zurück halten, die Frage war mir spontan entfahren.
Ja, keine Sorge, es ist nicht besonders schlimmes. Sie glaubt aktuell nur, Sie hätten sie zurück gelassen und vergessen. Eine Folge der anfänglichen Kommunikationssperre, fürchte ich.
Ich hätte sie ja angerufen und mit ihr gesprochen, aber Sie...
Ja natürlich, und ich entschuldige mich dafür, dennoch hat gerade ihre Abwesenheit den entscheidenden Durchbruch erzielt. Hätte ihre Freundin sie immer in der Nähe gewusst, hätte sie erheblich länger gebraucht, um selbstständige Entscheidungen zu treffen..
Jetzt jedenfalls sollten Sie mit ihr sprechen und ihr zeigen, dass sie nicht vergessen wurde.
Oh und eigentlich spricht nichts dagegen, dass wir sie entlassen, die Entscheidung muss die Patientin aber zu ihrem eigenen Wohl selbst treffen. Sie können sie fragen, ob sie abgeholt werden will, aber wenn sie das Ablehnt, drängen Sie sie bitte nicht.
Verstanden, sagte ich.
Nur noch ein kurzer Hinweis, ehe ich Sie zu ihr durch stelle:
Wir werden es der Patientin gegenüber so darstellen, dass Sie von sich aus angerufen haben.
Halten Sie dafür also am besten eine gute Erklärung bereit. Ich hoffe, das stellt kein Problem dar?
Nein, ich hatte kurz zu Jana geblickt, diese hatte mir zugenickt, wir erklären es damit, dass wir aktuell die Verluste ausgleichen, die durch den Klinikaufenthalt entstanden sind.
Bei diesen Worten atmete der Doktor kurz und heftig durch, sagte aber nichts dazu.
Nun gut, dann schalte ich sie jetzt zur Patientin durch.
Der Bildschirm wurde dunkel, es dauerte ein paar Sekunden, dann leuchtete er wieder auf, Sabrina war darauf zu sehen, sie trug einen recht figurbetonten Bodysuit, die Frisur war neu, sie hatte die Haare kürzer als bei unserem Abschied, leichtes Makeup, nicht zu aufdringlich.
Hallo, sprach sie zögerlich in die Kamera. Ich dachte schon, Du rufst nie an.. hättest mich vergessen... zurück gelassen...
Sie brach ab, feuchte Augen, es war deutlich zu sehen, dass sie mit ihren Gefühlen kämpfte.
Nein, ich habe Dich nicht vergessen, sagte ich mit einem Lächeln in die Aufnahme, auch Jana nicht.
Jana? Heißt sie jetzt so?
Ja, Jana Doeh, das ist jetzt mein Name.
Nicht gerade originell, um nicht zu sagen, banal.
Sabrina zeigte nicht gerade Taktgefühl, doch Jana lächelte nur, und sprach, ich weiß, ist halt der erste Name, der mir einfiel.
Ehe dies zu einem Problem werden könnte, dachte ich, sollte ich das Gespräch in andere Bahnen lenken.
Wie geht es Dir denn Sabrin...
NEIN! Mit diesem einen, laut und bestimmt ausgesprochenen Wort wurde ich unterbrochen.
Nenn mich nie wieder so, diesen Namen werde ich nie wieder akzeptieren.
Warum? Du hattest wenigstens einen Namen? Jana hatte die Frage gestellt, ehe ich sie aussprechen konnte.
Mit diesem Namen wurde ich versklavt, mein ganzes bisheriges Leben war ich unfrei, konnte nicht selbst über mich bestimmen. Darum verbinde ich mit ihm nur negatives. Ich will zukünftig einen neuen, einen freien Namen tragen.
Okay, ich dehnte das Wort ein wenig in die Länge, wie sollen wir Dich dann nennen?
Das weiß ich noch nicht, muss noch darüber nach denken.
Dann suchst Du selbst nach einen Namen?
Ja, es muss so sein, würdest Du mir den neuen Namen geben, wäre das wieder eine Art Fessel.
Ich dachte nach, sah sie dann lächelnd an, sehr gut, dann bin ich sehr gespannt, welchen Namen Du für dich aussuchst.
Oh ja, der neue Name interessiert mich auch, rief Jana laut, sobald Du ihn hast, ruf an und sag ihn uns. Versprochen?
Sie sah uns an, ein kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Versprochen.
Was hast Du so lange vor? Fragte ich sie, willst Du, dass wir Dich abholen? Doktor Knochenwitz hat erklärt, dass Du nicht mehr in der Klinik bleiben musst, wenn Du nicht willst.
Ihr würdet mich holen kommen? Leichte Unsicherheit zeigte sich auf ihrem Gesicht.
Klar, Du könntest mit uns zusammen durch die Bubble reisen, solange Du willst. Wir sind gerade dabei, so viele Credits wie möglich zu verdienen. Wenn wir genug haben, könntest Du dir ein eigenes Schiff holen und tun, was immer Dir gefällt.
Klingt... verlockend... doch, hier gefällt es mir, die Kontakte zu den anderen Patienten tun mir gut.
Ich... sie sah mich entschuldigend an... würde gerne noch etwas hier bleiben. Das verstehst Du doch?
Ich zögerte nur kurz. Ja klar, das verstehe ich, aber wenn Du irgendwann abgeholt werden möchtest, dann ruf an. Zögere nicht. Wir kommen sofort und holen Dich.
Jetzt lächelte sie, offen, strahlend. Danke, das werde ich. Und jetzt entschuldige, gleich findet eine Sitzung statt, da würde ich gerne hin gehen.
Nur zu, wenn Du dort hin willst, dann mach ruhig.
Wir verabschiedeten uns, der Bildschirm wurde kurz dunkel, dann war wieder Doktor Knochenwitz in seinem Büro zu sehen.
Wie verlief das Gespräch, fragte er.
Sehr gut, denke ich, sie hat sich gefreut, mit uns zu sprechen, will aber noch bleiben.
Der Arzt nickte, dachte ich mir schon. Sie hat sich recht gut mit den anderen Patienten arrangiert.
Doktor, sie lehnt ihren alten Namen ab. Ist das normal?
Hm, ja das ist uns auch aufgefallen, eine etwas ungewöhnliche Entscheidung. Doch, da sie dafür eine klare Erklärung hat, machen wir uns keine Sorgen. Sie hat eine rationale Entscheidung getroffen und kann sie begründen, das ist sehr positiv.
Nun verabschiedeten wir uns auch von dem Arzt, er versicherte uns, das er sofort anrufen würde, wenn es etwas neues gab. Bot aber auch an, dass wir oder die Patientin ab jetzt jederzeit selbst anrufen könnten.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Wider flogen wir von System zu System, verkauften und kauften, mein Laderaum wurde leerer, je mehr wir uns dem letzten Ziel näherten, wo wir die Maschinen verkaufen wollten.
Es war nur noch zwei Sprünge entfernt, als wir in einer Station landeten, die sich nur der Touristik verschrieben hatte.
Hier gab es alles an Vergnügungen und Unterhaltung, was einen Piloten nach einem langen Trip erfreuen konnte. Jana und ich machten eine kleine Pause, wollten uns einen Tag ohne Arbeit gönnen. Nach dem ausschiffen sahen wir uns um, landeten in der ersten Bar, die nahe dem Raumdock zu finden war. Hier waren die Drinks jedoch sehr teuer, die Gläser klein und das Publikum entsprach so gar nicht dem, was ich gewohnt war. Hier waren nur Leute in teurer Freizeitkleidung unterwegs, Frauen trugen Kleider nach der neuesten Mode. Jana kicherte über die aufgebauschten, mit Rüschen überladenen Röcke, welche bei einem Unglück das Überleben der Trägerin mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert hätten.
Gleichzeitig wurden wir in unseren Pilotensuiten von vielen Anwesenden schief angesehen, als wir uns der Bar näherten. Auch der Barkeeper, er trug einen glitzernden Anzug mit kurz geschnittenen Ärmeln, sah uns komisch an.
Zwei Mojitos, sprach ich ihn an und legte eine 10 Credit-Münze auf den Tresen.
Er sah die Münze nicht mal an, machte auch keine Anstalten, uns einen Drink zu mixen.
Sir, vielleicht sollten Sie und ihre Begleitung sich ein anderes Etablissement suchen. Ich würde vorschlagen, sie suchen das White-Hole zwei Decks tiefer auf, flüsterte er mir leise zu.
Wieso? Fragte ich ihn mit normaler Lautstärke, sind meine Credits hier etwa kein gültiges Zahlungsmittel?
Nein, das ist es nicht, aber sehen Sie, ich erkenne einen echten Raumfahrer, wenn ich ihn sehe und, hier zwinkerte er mir zu; die hier verkehrenden Leute sind Möchtegern-Raumfahrern.
Keiner von denen könnte einen A-Stern von einem Braunen Zwerg unterscheiden.
Dazu kommen deren Dünkel, sie halten sich für etwas besseres.
Ich sah Jana an, was meinst Du?
Jana sah sich ungeniert um. Tjaa, ich glaube nicht, dass wir hier besonders freundlich aufgenommen werden. Die sehen uns an, als wären wir...
Ja, ich hatte die Blicke auch bemerkt. Lass uns gehen, Geselligkeit sieht anders aus.
Ich zwinkerte dem Barkeeper zu, ließ die Münze liegen, drehte mich um und ging, Jana neben mir, mit stolz erhobenem Kopf aus der Bar.
Zwei Decks tiefer leuchtete uns ein großes Hologramm über dem Eingang zur Bar entgegen, schwarz umrandet war darauf WHITE HOLE als strahlend weißer Schriftzug zu sehen. Nach ein paar Sekunden wurde er von einem rotierenden Nichts verschlungen, das anschließend in einem blendend hellen Blitz verging. Nach ein paar Sekunden, meine Augen tränten noch, begann das ganze von Vorne. Jana stieß ein lang gezogenes Uhhhh aus. Da kriegt man ja Kopfschmerzen vom zusehen.
Ja lass uns lieber rein gehen, als unsere Augen zu ruinieren.
Wir traten durch den Eingang, Außen war noch die übliche Geräuschkulisse der Station zu hören, kaum waren wir drinnen, brach schlagartig eine ganz andere Akustik über uns herein.
„Unsere Hoffnung sind die Sterne...“ hörte ich jemanden singen. Getragen von einer fröhlich mitreißenden Melodie. Gespielt von einem Piano und einer Gitarre.
Das... diese Stimme... ich kannte das Lied nicht, aber schlagartig wurde mir klar, ich kannte die Sängerin.
Ohne nach zudenken, ging ich weiter, in die Richtung, aus der das Lied erklang. „nimm meine Hand, hör ihnen zu, wie jeder Stern im Kosmos singt...“
Jana neben mir, was ist los? Du wirkst wie hypnotisiert.
Ich gab keine Antwort, näherte mich der Bühne, auf der ich auf zwei hohen Stühlen Cora und Monday sitzen sah. Sie spielten ihre Instrumente, sangen dazu und sahen dabei glücklich aus.
Man konnte deutlich sehen, dass sie genau das taten, was sie tun wollten.
Jana stand inzwischen neben mir, sah mir zu, wie ich weiter gebannt dem Lied lauschte. „ein leiser Ton erschüttert den Kosmos...“
Nach einigen, für mich fantastischen Momenten verklang das Lied.
Ich begann frenetisch zu klatschen, als einziger in der ganzen Bar. Alle anderen anwesenden hatten entweder nicht zugehört, oder waren mit sich selbst oder ihren Tischgenossen beschäftigt. Jana sah mich mit immer größer werdenden Augen an. Sag blos, das gefällt Dir?
Ja tut es tatsächlich, sagte ich, während ich immer noch klatschte.
Inzwischen hatten Cora und Monday mich entdeckt, sahen zu mir herüber und lächelten.
Sie standen auf, verbeugten sich und gingen nach hinten von der Bühne, verschwanden durch ein Schott auf der Rückseite.
Ich hörte auf zu klatschen. Na endlich, sagte Jana, Du gebärdest dich, wie ein... Fan, half ich ihr aus.
Sie lachte, naja, das Wort kommt mir dabei nicht in den Sinn, aber es ist ja vorbei, lass uns zur Bar gehen.
Klar, gehen wir zur Bar. Ich lachte auch.
Aber ich sag Dir eines, sprach ich lachend während wir uns auf die Bar zu bewegten, ich hab da einen Datenträger mit Liedern von den Beiden an Bord. Du wirst davon in den nächsten Tagen mehr zu hören bekommen.
Oh nein, blos nicht. Jana sah mich erschrocken an.
Ich lachte, nur keine Sorge, wenn es Dir nicht gefällt, musst Du nicht länger zu hören. Sie lachte ebenfalls, der Barkeeper sah uns lachend ankommen,
Na ihr seid ja mal fröhliche Gäste, grüßte er uns, was darf ich denn servieren?
Also ich nehme einen Mojito, meine Begleitung will.. Ich sah zu Jana. Ich nehme einen White Hole, Jana deutete auf die Karte, die als Holo hinter dem Barkeeper schwebte.
Und noch zwei Pangalaktische Donnergurgler dazu, nimm aber richtig kalte Goldbarren, dazu auch noch zwei große gut gekühlte Zitronenlimonaden auf Tisch 17, zahlt alles der nette Mann.
Eine raue Stimme hatte hinter mir gesprochen. Wir drehten uns beide um. Hinter uns stand...
Sie sind doch...
Der Mann, der Dir von den herrenlosen Containern auf den Himmelskörpern erzählt hat. Fuhr er mir ins Wort.
Ja ich erinnere mich und zudem sind sie der Onkel...
Von uns beiden, heute durfte ich anscheinend nicht ausreden. Die Stimme gehörte unzweifelhaft zu Cora.
Sie und Monday kamen nun auch zu uns dazu. Hast Du uns was zu trinken bestellt, Onkel?
Ja..., HAT er und zwar auf meine Rechnung. Diesmal fuhr ich ihm über den Mund.
Cora lachte. Monday kicherte leise, mach Dir nichts draus, sagte Cora anschließend, Onkelchen nimmt Dir immer noch krumm, dass Du uns ermutigt hast, unsere Musik zu veröffentlichen.
Ja, ich habe euer erstes Album auf einer Station gefunden. Hab es natürlich gleich gekauft.
Freut uns, aber was haltet ihr davon wenn wir zu unserem Tisch rüber gehen, da unterhält es sich gleich viel gemütlicher.
Wir nahmen unsere Drinks, gingen zu dem Tisch der beiden Mädels, dort standen auch schon ihre beiden Limonaden. Wir setzten uns, Cora setzte sich zwischen mich und Jana, Monday so daneben dass sie Jana zwischen sich setzen hatten. Jana sah nach lins und rechts, Cora legte ihr die Hand aufs Knie, ich befürchtete, eingreifen zu müssen, doch zu meinem Erstaunen lächelte sie Cora nur an. Bist Du die Freundin von ihm? Fragte Monday. Ja, aber nicht so wie Du das meinst. Sprach ich Monday an, wir sind nur Reisegefährten, die das Schicksal zusammen gebracht hat. Sicher eine interessante Geschichte, meinte Cora, aber ich glaube das ist etwas, das man unter... intimeren Umständen bereden sollte. Zunächst, sie hob die Limonade, wir folgten ihr mit unseren Drinks. Auf die Sterne und ihr Lied, rief sie laut. Auf die Sterne und Eure Lieder, antwortete ich, dann tranken wir genüsslich.
Nachdem wir getrunken hatten, stellte ich mein Glas auf den Tisch, sah Cora und Monday an. Sagt mal, was macht ihr hier?
Ach wir hatten hier ein Konzert, gestern Abend, war gut besucht und hat uns; dabei sah sie ihren Onkel grinsend an; rund 12 Millionen Credits eingebracht.
Habt ihr noch ne Vorstellung, fragte ich voller Hoffnung. Nein, für die nächsten Wochen war es das, wir müssen als nächstes unser zweites Album finalisieren, die neuen Lieder kamen gestern sehr gut an und wir nehmen an,, dass wir damit auch noch mal ganz gut verdienen. Oder meinst Du nicht Onkel?
Er sah ziemlich säuerlich aus, dann wandte er sich mir zu.
Glaub blos nicht, dass Du mit den Drinks schon raus bist, sprach der Onkel, damit ich Dir vergebe, musst Du schon noch mehr springen lassen.
Ich musste lachen, so schlimm ist das doch nicht, wenn die zwei Musik machen. Haben sie ihnen mal richtig zu gesehen. Sie sahen auf der Bühne richtig glücklich aus.
Hast schon Recht, Junge, aber trotzdem, reich wurden sie vom Verkauf ihrer Musik nicht. Nach ner Weile haben sie´s dann ruhen lassen. Cora, er sah seine Nichte mit großem Stolz an, ist danach wieder Raumschiffe geflogen. Hat bei der Rettung vom Planeten HIP 38129 richtig gut verdient.
Ja stimmt, fiel ich ein, da habe ich dich ja zufällig getroffen. Cora nickte, ja, das war ne aufregende Zeit, sah ne weile nicht gut für die Leute auf der Station aus, viel zu wenige Rettungsschiffe. Und dann, auf einmal kamen noch viel mehr, ne richtige Lavine. Keiner wusste so recht, wie das geschehen konnte, es gab nur Gerüchte über einen Piloten, der das organisiert hat.
Ich hätte mich jetzt outen können, wusste ich doch genau, wie es dazu gekommen war, schwieg aber darüber. Sagte nur, ja das war schon echt wild, ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, ich habe als einer der letzten die Station verlassen, sah noch, wie sie in der Lava versank.
Hoffentlich war sie da auch wirklich leer. Monday hatte zum ersten mal gesprochen. Ihre leise Stimme wäre fast nicht durch gedrungen, aber wir hatten ob der Ereignisse einen Moment lange geschwiegen.
Soweit ich weiß, war sie leer, sagte ich bestimmt zu ihr. Ich habe alle mit genommen, die ich fand, sogar ihre Haustiere.
Die Aussage brachte mir ein strahlendes Lächeln von Monday ein.
Jana sah mich an, die Geschichte musst Du mir erzählen. Klar, mach ich später, vertröstete ich sie. Momentan hätte ich es nicht gekonnt, ohne zu viel weg zu lassen oder zu verfremden.
Und danach? Der Onkel hatte das Wort ergriffen. Da habt ihr den Pilotensuit wieder an den Magnetbolzen geheftet. Macht wieder Musik. Da kommt doch eh nichts bei raus...
Ach Onkel, Monday sprach mit leiser Stimme, das ist nun mal, was wir wollen, und nachdem wir von dem Händler erfuhren, dass er alle unsere Alben auf einmal an einen verrückten Anaconda-Piloten verkauft hat, sahen wir eben, dass wir mit unseren Liedern doch Erfolgreich sein können..
Ja und danach wurden wir und unsere Lieder auf einmal bekannt, sprach Cora. Wir wurden gebeten, in verschiedenen Waisenhäusern zu spielen. Die Kinder hat es echt gefreut, und die Erwachsenen, die dabei waren, teilweise auch. Wir haben so viele Alben verkauft, mussten es neu auflegen, damit es uns nicht ausging.
Übrigens, Cora sah mich auf einmal sehr seltsam an, Du fliegst doch auch eine Anaconda, ich erinnere mich genau, hab Dich ja bei der Rettung damit gesehen.
Bist Du etwa...?
Ich grinste. Winkte kurz zu Jana. Holst Du uns noch mal Drinks,ich glaub nämlich das dauert länger. Ach, nimm auch gleich noch zwei Pangalaktische Donnergurgler mit.
Willst Du dich etwa mit dem Zeug weg schießen? Jana sah mich schockiert an.
Nein, die sind für ihn. Ich deutete auf den Onkel.
Jetzt sah er mich schief an. Willst mich wohl los werden, was?
Nein, aber ich bin sicher, dass Sie die noch brauchen. Ich hob entschuldigende die Hände.
Wollt Ihr zwei auch noch ne Limo?
Was wird das denn jetzt? Fragte Cora.
Gleich, besänftigte ich sie, lasst Jana kurz die Drinks besorgen.
Wir saßen alle schweigend da bis Jana mit einem Tablett voller Drinks und Limonade zurück kam.
Erstaunt sah ich, das sie die Bestellung verdoppelt hatte.
Hab mir gedacht, dass das Unterbrechungen vermeidet. Außerdem will ich kein Wort von dem verpassen, was jetzt kommt. Sie grinste breit über den Tisch.
Ähm ja, ich muss gestehen, fing ich an, dass ich wohl tatsächlich mit Verantwortlich für Euren Erfolg bin. Ich sah Cora an, lächelte, aber ich bin der festen Meinung, dass Ihr das auch ohne mich geschafft hättet.
Cora und Monday strahlten mich breit lächelnd an. Erzähl, was hast du gemacht, forderte Monday.
Ich erzählte ihnen, wie ich zu den Alben gekommen war, und was ich dann während der Rettung der Waisenkinder getan hatte.
Also so sind die alle auf uns aufmerksam geworden, sprach Cora leise.
Ja, Eure Lieder haben die Kinder während dem gefährlichen Start wunderbar beruhigt. Danach habe ich eben jedem Waisenhaus noch eines der Alben geschenkt. Es wäre doch schade gewesen, wenn die nur herum lägen.
Dann bist Du also wirklich schuld, dass meine Mädchen lieber Musik machen, als...
ONKEL. Ich hatte Monday zum ersten mal die Stimme erheben hören. Das Volumen, welches sie jetzt präsentierte, würde den Liedern der zwei sicher sehr zu gute kommen.
Hör auf ihm die Schuld zu geben, es war UNSERE Entscheidung, Musik zu machen. Er hat uns dabei bestärkt, ja, aber dennoch wollten WIR es tun.
Aber, er sah sehr traurig aus. Meine Mädchen... Onkel, wir sind erwachsen und du kennst die Regeln, wir können uns beweisen, auf welche Art wir das auch immer wollen.
Und da haben sie recht. Erschrocken drehte ich mich um. Ein weiterer Mann war an unseren Tisch gekommen. Er sprach den Onkel an. Du kennst die Regeln, Theo. Sie können so leben wie sie wollen, darauf darfst Du keinen Einfluss nehmen.
Hast ja recht...
Während der Worte sah ich mir den Mann genauer an, er trug noch immer den gleichen alten, abgenutzten Raumanzug, gesprenkelt mit blindem Metall, zerkratzten oder mit Stockflecken behafteten Oberflächen.
Da aus der beschädigten Dichtung am linken Knie immer wieder die giftgrün schimmernde Kühlflüssigkeit tropfte, folgte ihm ein Putzroboter. Auch wenn es sich dabei um eine Maschine handelte, hätte ich schwören können, dass sie zornig summte.
Sein Gesicht war im Gegensatz zu unserer letzten Begegnung gewaschen, den seltsamen Stoppelbart, unregelmäßig und mit kahlen Stellen durchsetzt, hatte er aber immer noch.
Mein Blick blieb auch diesmal auf der metallenen Namensplakette haften, welche vollkommen unleserlich war, nicht alleine weil sie zerkratzt und stumpf, abgenutzt und wohl ebenfalls durch Strahlung verfärbt war. Dominiert wurde sie von einem großen zerfetzten Loch mit aufklaffenden scharfkantigen Graten. Ich konnte nicht anders, fragte mich, wie es zu dem Zustand gekommen war.
Dann riss ich mich davon los. Hey, was machen Sie hier? Und dann kennen Sie sich auch noch?
Ach, alles Familie, lachte er, aber ich such grad Jemand, der nen Transportauftrag für mich erledigt. Du hast nicht zufällig Interesse, er grinste mir direkt ins Gesicht.
Ich grinste zurück, kommt drauf an, ist das wieder das gleiche Zeug, wie beim letzten Mal?
Ah, Du hast Ahnung Jungchen, klar ist das wieder so ein Zeug. Abzuliefern beim Spielzeugladen zum lachenden Mädchen im System Kantor, grad mal 72 Lichtjahre von hier.
Ah ja, und wie gefährlich ist es diesmal, wird OGEL sich wieder blicken lassen?
Kann ich nicht ausschließen, Jungchen, ich versuch zwar, die Sache geheim zu halten, aber irgendwie sickert dann doch was durch. Einer hat was gesehen oder gehört, flüstert es einem anderen zu... Du verstehst?
Klar verstehe ich, offen gesagt, ich würd´s tun. ABER nur unter einer Bedingung.
Jungchen, ich zahl Dir diesmal 7 Millionen, mehr is nich drin.
Das meine ich nicht, ich will, dass sie dafür sorgen dass OGEL genau weiß, wo ich bin.
Aber.. dann greift er Dich doch an.
Ja, das soll er auch, denn ich hab noch ne Rechnung mit ihm offen.
Jetzt sahen mich alle gespannt an.
Was ist das jetzt wieder für eine Geschichte? fragte Jana.
Erzähl, rief Cora, und Du Vetter Franz, bestell Dir was zu trinken und setz dich gefälligst zu uns.
Gesagt getan, ein Stuhl und Drink waren schnell organisiert, wir ignorierten geflissentlich den zornig summenden Putzroboter der ständig zwischen unseren Beinen durch flitzte und jedem neuen Tropfen der Kühlflüssigkeit hinter her jagte, danach gab ich meine Geschichte zum besten.
In Gedanken erlebte ich den Kräfte zehrenden Kampf noch einmal, bekam an der Stelle als OGEL mich an funkte und behauptete er wolle mich nicht töten, empörte Rufe zu hören An der Stelle angelangt, wo mich der Zufallstreffer rettete, hielten alle den Atem an. Danach stellten sie noch Fragen, die ich so gut als möglich beantwortete. Jana sah mich anschließend mit festem Blick an.
Du willst also Revanche von dem Mistkerl? Allerdings, der Schuft hat ne Abreibung bitter nötig.
Aber Du wirst nicht wieder mit einer Sidewinder gegen ihn antreten, oder?
Ich bin doch nicht verrückt. Dafür nehme ich meine Anaconda, die ist dafür genau richtig.
Du meinst WIR nehmen die Anaconda. Wir? Du willst da mit machen? Na klar, den machen wir fertig. Ich sah sie stolz an. Danke, aber wir müssen für den Kampf etwas nach rüsten, noch ein paar mehr Waffen einbauen, danach ist er fällig. Ich grinste Jana an, sie grinste zurück.
Wie eilig ist der Auftrag denn diesmal? Fragte ich anschließend Vetter Franz.
Och nur keine Eile. Du kannst die Ware in den nächsten zehn Tagen auf der Station Friedensreich im System Padre abholen, abliefern musst Du aber spätestens zwei Tage danach.
Also genug Zeit, meinen Frachtraum noch zu leeren und das Schiff vorzubereiten.
Ich reichte ihm die Hand, auf ein gutes Geschäft.
Bist echt ne Überraschung Jungchen, er schlug ein.
Danach ließen wir den Abend noch feucht-fröhlich ausklingen, ich unterhielt mich rege mit Cora,. Jana sprach viel mit Monday, ab und an flüsterten die beiden leise miteinander, sahen dann zu Cora und kicherten dabei. Selbst ihr Onkel war nach den Drinks zugänglicher, erzählte die eine oder andere Anekdote. Nach einer längeren Unterhaltung mit Franz bemerkte ich dass Cora, Monday und Jana nicht mehr am Tisch waren. Leicht beunruhigt sah ich mich um, konnte sie aber nirgends sehen. Denk dir nichts dabei, sprach mich Vetter Franz darauf an, die drei sind zusammen los, wollten wohl noch unter sich sein.
Was sollte ich sagen, Jana war inzwischen fähig, für sich selbst einzustehen. Ich verabschiedete mich nach einem weiteren Drink, suchte das Schiff auf, und sank müde in die Koje.
Es war nur noch zwei Sprünge entfernt, als wir in einer Station landeten, die sich nur der Touristik verschrieben hatte.
Hier gab es alles an Vergnügungen und Unterhaltung, was einen Piloten nach einem langen Trip erfreuen konnte. Jana und ich machten eine kleine Pause, wollten uns einen Tag ohne Arbeit gönnen. Nach dem ausschiffen sahen wir uns um, landeten in der ersten Bar, die nahe dem Raumdock zu finden war. Hier waren die Drinks jedoch sehr teuer, die Gläser klein und das Publikum entsprach so gar nicht dem, was ich gewohnt war. Hier waren nur Leute in teurer Freizeitkleidung unterwegs, Frauen trugen Kleider nach der neuesten Mode. Jana kicherte über die aufgebauschten, mit Rüschen überladenen Röcke, welche bei einem Unglück das Überleben der Trägerin mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindert hätten.
Gleichzeitig wurden wir in unseren Pilotensuiten von vielen Anwesenden schief angesehen, als wir uns der Bar näherten. Auch der Barkeeper, er trug einen glitzernden Anzug mit kurz geschnittenen Ärmeln, sah uns komisch an.
Zwei Mojitos, sprach ich ihn an und legte eine 10 Credit-Münze auf den Tresen.
Er sah die Münze nicht mal an, machte auch keine Anstalten, uns einen Drink zu mixen.
Sir, vielleicht sollten Sie und ihre Begleitung sich ein anderes Etablissement suchen. Ich würde vorschlagen, sie suchen das White-Hole zwei Decks tiefer auf, flüsterte er mir leise zu.
Wieso? Fragte ich ihn mit normaler Lautstärke, sind meine Credits hier etwa kein gültiges Zahlungsmittel?
Nein, das ist es nicht, aber sehen Sie, ich erkenne einen echten Raumfahrer, wenn ich ihn sehe und, hier zwinkerte er mir zu; die hier verkehrenden Leute sind Möchtegern-Raumfahrern.
Keiner von denen könnte einen A-Stern von einem Braunen Zwerg unterscheiden.
Dazu kommen deren Dünkel, sie halten sich für etwas besseres.
Ich sah Jana an, was meinst Du?
Jana sah sich ungeniert um. Tjaa, ich glaube nicht, dass wir hier besonders freundlich aufgenommen werden. Die sehen uns an, als wären wir...
Ja, ich hatte die Blicke auch bemerkt. Lass uns gehen, Geselligkeit sieht anders aus.
Ich zwinkerte dem Barkeeper zu, ließ die Münze liegen, drehte mich um und ging, Jana neben mir, mit stolz erhobenem Kopf aus der Bar.
Zwei Decks tiefer leuchtete uns ein großes Hologramm über dem Eingang zur Bar entgegen, schwarz umrandet war darauf WHITE HOLE als strahlend weißer Schriftzug zu sehen. Nach ein paar Sekunden wurde er von einem rotierenden Nichts verschlungen, das anschließend in einem blendend hellen Blitz verging. Nach ein paar Sekunden, meine Augen tränten noch, begann das ganze von Vorne. Jana stieß ein lang gezogenes Uhhhh aus. Da kriegt man ja Kopfschmerzen vom zusehen.
Ja lass uns lieber rein gehen, als unsere Augen zu ruinieren.
Wir traten durch den Eingang, Außen war noch die übliche Geräuschkulisse der Station zu hören, kaum waren wir drinnen, brach schlagartig eine ganz andere Akustik über uns herein.
„Unsere Hoffnung sind die Sterne...“ hörte ich jemanden singen. Getragen von einer fröhlich mitreißenden Melodie. Gespielt von einem Piano und einer Gitarre.
Das... diese Stimme... ich kannte das Lied nicht, aber schlagartig wurde mir klar, ich kannte die Sängerin.
Ohne nach zudenken, ging ich weiter, in die Richtung, aus der das Lied erklang. „nimm meine Hand, hör ihnen zu, wie jeder Stern im Kosmos singt...“
Jana neben mir, was ist los? Du wirkst wie hypnotisiert.
Ich gab keine Antwort, näherte mich der Bühne, auf der ich auf zwei hohen Stühlen Cora und Monday sitzen sah. Sie spielten ihre Instrumente, sangen dazu und sahen dabei glücklich aus.
Man konnte deutlich sehen, dass sie genau das taten, was sie tun wollten.
Jana stand inzwischen neben mir, sah mir zu, wie ich weiter gebannt dem Lied lauschte. „ein leiser Ton erschüttert den Kosmos...“
Nach einigen, für mich fantastischen Momenten verklang das Lied.
Ich begann frenetisch zu klatschen, als einziger in der ganzen Bar. Alle anderen anwesenden hatten entweder nicht zugehört, oder waren mit sich selbst oder ihren Tischgenossen beschäftigt. Jana sah mich mit immer größer werdenden Augen an. Sag blos, das gefällt Dir?
Ja tut es tatsächlich, sagte ich, während ich immer noch klatschte.
Inzwischen hatten Cora und Monday mich entdeckt, sahen zu mir herüber und lächelten.
Sie standen auf, verbeugten sich und gingen nach hinten von der Bühne, verschwanden durch ein Schott auf der Rückseite.
Ich hörte auf zu klatschen. Na endlich, sagte Jana, Du gebärdest dich, wie ein... Fan, half ich ihr aus.
Sie lachte, naja, das Wort kommt mir dabei nicht in den Sinn, aber es ist ja vorbei, lass uns zur Bar gehen.
Klar, gehen wir zur Bar. Ich lachte auch.
Aber ich sag Dir eines, sprach ich lachend während wir uns auf die Bar zu bewegten, ich hab da einen Datenträger mit Liedern von den Beiden an Bord. Du wirst davon in den nächsten Tagen mehr zu hören bekommen.
Oh nein, blos nicht. Jana sah mich erschrocken an.
Ich lachte, nur keine Sorge, wenn es Dir nicht gefällt, musst Du nicht länger zu hören. Sie lachte ebenfalls, der Barkeeper sah uns lachend ankommen,
Na ihr seid ja mal fröhliche Gäste, grüßte er uns, was darf ich denn servieren?
Also ich nehme einen Mojito, meine Begleitung will.. Ich sah zu Jana. Ich nehme einen White Hole, Jana deutete auf die Karte, die als Holo hinter dem Barkeeper schwebte.
Und noch zwei Pangalaktische Donnergurgler dazu, nimm aber richtig kalte Goldbarren, dazu auch noch zwei große gut gekühlte Zitronenlimonaden auf Tisch 17, zahlt alles der nette Mann.
Eine raue Stimme hatte hinter mir gesprochen. Wir drehten uns beide um. Hinter uns stand...
Sie sind doch...
Der Mann, der Dir von den herrenlosen Containern auf den Himmelskörpern erzählt hat. Fuhr er mir ins Wort.
Ja ich erinnere mich und zudem sind sie der Onkel...
Von uns beiden, heute durfte ich anscheinend nicht ausreden. Die Stimme gehörte unzweifelhaft zu Cora.
Sie und Monday kamen nun auch zu uns dazu. Hast Du uns was zu trinken bestellt, Onkel?
Ja..., HAT er und zwar auf meine Rechnung. Diesmal fuhr ich ihm über den Mund.
Cora lachte. Monday kicherte leise, mach Dir nichts draus, sagte Cora anschließend, Onkelchen nimmt Dir immer noch krumm, dass Du uns ermutigt hast, unsere Musik zu veröffentlichen.
Ja, ich habe euer erstes Album auf einer Station gefunden. Hab es natürlich gleich gekauft.
Freut uns, aber was haltet ihr davon wenn wir zu unserem Tisch rüber gehen, da unterhält es sich gleich viel gemütlicher.
Wir nahmen unsere Drinks, gingen zu dem Tisch der beiden Mädels, dort standen auch schon ihre beiden Limonaden. Wir setzten uns, Cora setzte sich zwischen mich und Jana, Monday so daneben dass sie Jana zwischen sich setzen hatten. Jana sah nach lins und rechts, Cora legte ihr die Hand aufs Knie, ich befürchtete, eingreifen zu müssen, doch zu meinem Erstaunen lächelte sie Cora nur an. Bist Du die Freundin von ihm? Fragte Monday. Ja, aber nicht so wie Du das meinst. Sprach ich Monday an, wir sind nur Reisegefährten, die das Schicksal zusammen gebracht hat. Sicher eine interessante Geschichte, meinte Cora, aber ich glaube das ist etwas, das man unter... intimeren Umständen bereden sollte. Zunächst, sie hob die Limonade, wir folgten ihr mit unseren Drinks. Auf die Sterne und ihr Lied, rief sie laut. Auf die Sterne und Eure Lieder, antwortete ich, dann tranken wir genüsslich.
Nachdem wir getrunken hatten, stellte ich mein Glas auf den Tisch, sah Cora und Monday an. Sagt mal, was macht ihr hier?
Ach wir hatten hier ein Konzert, gestern Abend, war gut besucht und hat uns; dabei sah sie ihren Onkel grinsend an; rund 12 Millionen Credits eingebracht.
Habt ihr noch ne Vorstellung, fragte ich voller Hoffnung. Nein, für die nächsten Wochen war es das, wir müssen als nächstes unser zweites Album finalisieren, die neuen Lieder kamen gestern sehr gut an und wir nehmen an,, dass wir damit auch noch mal ganz gut verdienen. Oder meinst Du nicht Onkel?
Er sah ziemlich säuerlich aus, dann wandte er sich mir zu.
Glaub blos nicht, dass Du mit den Drinks schon raus bist, sprach der Onkel, damit ich Dir vergebe, musst Du schon noch mehr springen lassen.
Ich musste lachen, so schlimm ist das doch nicht, wenn die zwei Musik machen. Haben sie ihnen mal richtig zu gesehen. Sie sahen auf der Bühne richtig glücklich aus.
Hast schon Recht, Junge, aber trotzdem, reich wurden sie vom Verkauf ihrer Musik nicht. Nach ner Weile haben sie´s dann ruhen lassen. Cora, er sah seine Nichte mit großem Stolz an, ist danach wieder Raumschiffe geflogen. Hat bei der Rettung vom Planeten HIP 38129 richtig gut verdient.
Ja stimmt, fiel ich ein, da habe ich dich ja zufällig getroffen. Cora nickte, ja, das war ne aufregende Zeit, sah ne weile nicht gut für die Leute auf der Station aus, viel zu wenige Rettungsschiffe. Und dann, auf einmal kamen noch viel mehr, ne richtige Lavine. Keiner wusste so recht, wie das geschehen konnte, es gab nur Gerüchte über einen Piloten, der das organisiert hat.
Ich hätte mich jetzt outen können, wusste ich doch genau, wie es dazu gekommen war, schwieg aber darüber. Sagte nur, ja das war schon echt wild, ich weiß es nicht genau, aber ich glaube, ich habe als einer der letzten die Station verlassen, sah noch, wie sie in der Lava versank.
Hoffentlich war sie da auch wirklich leer. Monday hatte zum ersten mal gesprochen. Ihre leise Stimme wäre fast nicht durch gedrungen, aber wir hatten ob der Ereignisse einen Moment lange geschwiegen.
Soweit ich weiß, war sie leer, sagte ich bestimmt zu ihr. Ich habe alle mit genommen, die ich fand, sogar ihre Haustiere.
Die Aussage brachte mir ein strahlendes Lächeln von Monday ein.
Jana sah mich an, die Geschichte musst Du mir erzählen. Klar, mach ich später, vertröstete ich sie. Momentan hätte ich es nicht gekonnt, ohne zu viel weg zu lassen oder zu verfremden.
Und danach? Der Onkel hatte das Wort ergriffen. Da habt ihr den Pilotensuit wieder an den Magnetbolzen geheftet. Macht wieder Musik. Da kommt doch eh nichts bei raus...
Ach Onkel, Monday sprach mit leiser Stimme, das ist nun mal, was wir wollen, und nachdem wir von dem Händler erfuhren, dass er alle unsere Alben auf einmal an einen verrückten Anaconda-Piloten verkauft hat, sahen wir eben, dass wir mit unseren Liedern doch Erfolgreich sein können..
Ja und danach wurden wir und unsere Lieder auf einmal bekannt, sprach Cora. Wir wurden gebeten, in verschiedenen Waisenhäusern zu spielen. Die Kinder hat es echt gefreut, und die Erwachsenen, die dabei waren, teilweise auch. Wir haben so viele Alben verkauft, mussten es neu auflegen, damit es uns nicht ausging.
Übrigens, Cora sah mich auf einmal sehr seltsam an, Du fliegst doch auch eine Anaconda, ich erinnere mich genau, hab Dich ja bei der Rettung damit gesehen.
Bist Du etwa...?
Ich grinste. Winkte kurz zu Jana. Holst Du uns noch mal Drinks,ich glaub nämlich das dauert länger. Ach, nimm auch gleich noch zwei Pangalaktische Donnergurgler mit.
Willst Du dich etwa mit dem Zeug weg schießen? Jana sah mich schockiert an.
Nein, die sind für ihn. Ich deutete auf den Onkel.
Jetzt sah er mich schief an. Willst mich wohl los werden, was?
Nein, aber ich bin sicher, dass Sie die noch brauchen. Ich hob entschuldigende die Hände.
Wollt Ihr zwei auch noch ne Limo?
Was wird das denn jetzt? Fragte Cora.
Gleich, besänftigte ich sie, lasst Jana kurz die Drinks besorgen.
Wir saßen alle schweigend da bis Jana mit einem Tablett voller Drinks und Limonade zurück kam.
Erstaunt sah ich, das sie die Bestellung verdoppelt hatte.
Hab mir gedacht, dass das Unterbrechungen vermeidet. Außerdem will ich kein Wort von dem verpassen, was jetzt kommt. Sie grinste breit über den Tisch.
Ähm ja, ich muss gestehen, fing ich an, dass ich wohl tatsächlich mit Verantwortlich für Euren Erfolg bin. Ich sah Cora an, lächelte, aber ich bin der festen Meinung, dass Ihr das auch ohne mich geschafft hättet.
Cora und Monday strahlten mich breit lächelnd an. Erzähl, was hast du gemacht, forderte Monday.
Ich erzählte ihnen, wie ich zu den Alben gekommen war, und was ich dann während der Rettung der Waisenkinder getan hatte.
Also so sind die alle auf uns aufmerksam geworden, sprach Cora leise.
Ja, Eure Lieder haben die Kinder während dem gefährlichen Start wunderbar beruhigt. Danach habe ich eben jedem Waisenhaus noch eines der Alben geschenkt. Es wäre doch schade gewesen, wenn die nur herum lägen.
Dann bist Du also wirklich schuld, dass meine Mädchen lieber Musik machen, als...
ONKEL. Ich hatte Monday zum ersten mal die Stimme erheben hören. Das Volumen, welches sie jetzt präsentierte, würde den Liedern der zwei sicher sehr zu gute kommen.
Hör auf ihm die Schuld zu geben, es war UNSERE Entscheidung, Musik zu machen. Er hat uns dabei bestärkt, ja, aber dennoch wollten WIR es tun.
Aber, er sah sehr traurig aus. Meine Mädchen... Onkel, wir sind erwachsen und du kennst die Regeln, wir können uns beweisen, auf welche Art wir das auch immer wollen.
Und da haben sie recht. Erschrocken drehte ich mich um. Ein weiterer Mann war an unseren Tisch gekommen. Er sprach den Onkel an. Du kennst die Regeln, Theo. Sie können so leben wie sie wollen, darauf darfst Du keinen Einfluss nehmen.
Hast ja recht...
Während der Worte sah ich mir den Mann genauer an, er trug noch immer den gleichen alten, abgenutzten Raumanzug, gesprenkelt mit blindem Metall, zerkratzten oder mit Stockflecken behafteten Oberflächen.
Da aus der beschädigten Dichtung am linken Knie immer wieder die giftgrün schimmernde Kühlflüssigkeit tropfte, folgte ihm ein Putzroboter. Auch wenn es sich dabei um eine Maschine handelte, hätte ich schwören können, dass sie zornig summte.
Sein Gesicht war im Gegensatz zu unserer letzten Begegnung gewaschen, den seltsamen Stoppelbart, unregelmäßig und mit kahlen Stellen durchsetzt, hatte er aber immer noch.
Mein Blick blieb auch diesmal auf der metallenen Namensplakette haften, welche vollkommen unleserlich war, nicht alleine weil sie zerkratzt und stumpf, abgenutzt und wohl ebenfalls durch Strahlung verfärbt war. Dominiert wurde sie von einem großen zerfetzten Loch mit aufklaffenden scharfkantigen Graten. Ich konnte nicht anders, fragte mich, wie es zu dem Zustand gekommen war.
Dann riss ich mich davon los. Hey, was machen Sie hier? Und dann kennen Sie sich auch noch?
Ach, alles Familie, lachte er, aber ich such grad Jemand, der nen Transportauftrag für mich erledigt. Du hast nicht zufällig Interesse, er grinste mir direkt ins Gesicht.
Ich grinste zurück, kommt drauf an, ist das wieder das gleiche Zeug, wie beim letzten Mal?
Ah, Du hast Ahnung Jungchen, klar ist das wieder so ein Zeug. Abzuliefern beim Spielzeugladen zum lachenden Mädchen im System Kantor, grad mal 72 Lichtjahre von hier.
Ah ja, und wie gefährlich ist es diesmal, wird OGEL sich wieder blicken lassen?
Kann ich nicht ausschließen, Jungchen, ich versuch zwar, die Sache geheim zu halten, aber irgendwie sickert dann doch was durch. Einer hat was gesehen oder gehört, flüstert es einem anderen zu... Du verstehst?
Klar verstehe ich, offen gesagt, ich würd´s tun. ABER nur unter einer Bedingung.
Jungchen, ich zahl Dir diesmal 7 Millionen, mehr is nich drin.
Das meine ich nicht, ich will, dass sie dafür sorgen dass OGEL genau weiß, wo ich bin.
Aber.. dann greift er Dich doch an.
Ja, das soll er auch, denn ich hab noch ne Rechnung mit ihm offen.
Jetzt sahen mich alle gespannt an.
Was ist das jetzt wieder für eine Geschichte? fragte Jana.
Erzähl, rief Cora, und Du Vetter Franz, bestell Dir was zu trinken und setz dich gefälligst zu uns.
Gesagt getan, ein Stuhl und Drink waren schnell organisiert, wir ignorierten geflissentlich den zornig summenden Putzroboter der ständig zwischen unseren Beinen durch flitzte und jedem neuen Tropfen der Kühlflüssigkeit hinter her jagte, danach gab ich meine Geschichte zum besten.
In Gedanken erlebte ich den Kräfte zehrenden Kampf noch einmal, bekam an der Stelle als OGEL mich an funkte und behauptete er wolle mich nicht töten, empörte Rufe zu hören An der Stelle angelangt, wo mich der Zufallstreffer rettete, hielten alle den Atem an. Danach stellten sie noch Fragen, die ich so gut als möglich beantwortete. Jana sah mich anschließend mit festem Blick an.
Du willst also Revanche von dem Mistkerl? Allerdings, der Schuft hat ne Abreibung bitter nötig.
Aber Du wirst nicht wieder mit einer Sidewinder gegen ihn antreten, oder?
Ich bin doch nicht verrückt. Dafür nehme ich meine Anaconda, die ist dafür genau richtig.
Du meinst WIR nehmen die Anaconda. Wir? Du willst da mit machen? Na klar, den machen wir fertig. Ich sah sie stolz an. Danke, aber wir müssen für den Kampf etwas nach rüsten, noch ein paar mehr Waffen einbauen, danach ist er fällig. Ich grinste Jana an, sie grinste zurück.
Wie eilig ist der Auftrag denn diesmal? Fragte ich anschließend Vetter Franz.
Och nur keine Eile. Du kannst die Ware in den nächsten zehn Tagen auf der Station Friedensreich im System Padre abholen, abliefern musst Du aber spätestens zwei Tage danach.
Also genug Zeit, meinen Frachtraum noch zu leeren und das Schiff vorzubereiten.
Ich reichte ihm die Hand, auf ein gutes Geschäft.
Bist echt ne Überraschung Jungchen, er schlug ein.
Danach ließen wir den Abend noch feucht-fröhlich ausklingen, ich unterhielt mich rege mit Cora,. Jana sprach viel mit Monday, ab und an flüsterten die beiden leise miteinander, sahen dann zu Cora und kicherten dabei. Selbst ihr Onkel war nach den Drinks zugänglicher, erzählte die eine oder andere Anekdote. Nach einer längeren Unterhaltung mit Franz bemerkte ich dass Cora, Monday und Jana nicht mehr am Tisch waren. Leicht beunruhigt sah ich mich um, konnte sie aber nirgends sehen. Denk dir nichts dabei, sprach mich Vetter Franz darauf an, die drei sind zusammen los, wollten wohl noch unter sich sein.
Was sollte ich sagen, Jana war inzwischen fähig, für sich selbst einzustehen. Ich verabschiedete mich nach einem weiteren Drink, suchte das Schiff auf, und sank müde in die Koje.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Am nächsten Morgen erwachte ich durch laute Geräusche. Den Geräuschen folgend, kam ich zur Küche, darin sah ich Jana an den Gerätschaften hantieren. Den verschiedenen Gerüchen nach kochte sie Kaffee, briet Eier und Speck, weiter roch es nach frisch geschnittenem Brot und Schinken.
Währenddessen summte sie leise vor sich hin. Hey, wo warst Du denn? Sprach ich sie an. Sie zuckte zusammen, hätte fast eine Tasse fallen lassen.
Ah Du bist wach, als ich an Bord kam, hast Du tief geschlafen. Tut mir leid, ich wollte Dich nicht wecken.
Lass mal, ich denke ich hab lang genug geschlafen, und das Frühstück sieht auch sehr verlockend aus.
Na dann lass uns frühstücken. Sie setzte sich, deutete auf den Platz neben sich.
Ich setzte mich, nahm Kaffee, Brot, strich Butter darauf und nahm mir etwas von den Eiern.
Nach den ersten Bissen und einer halben Tasse Kaffee sah ich zu Jana.
Also, Du bist mit Cora und Monday verschwunden, wo warst Du die ganze Nacht?
Ach, ich hab noch was mit den beiden Mädels unternommen. Dabei grinste sie.
Muss wohl was ganz tolles gewesen sein. Grinste ich sie an. Nein lass mal, ist deine Sache.
Sie grinste zurück.
Übrigens hab ich von den zwei was für dich bekommen.
Sie legte einen Behälter vor mir auf den Tisch. Sah mich erwartungsvoll an.
Ich nahm ihn in die Hand, sah ihn mir genauer an.
Er war außen weder bedruckt noch, beschriftet. Offensichtlich kam es nur auf den Inhalt an. Ich öffnete die Hülle, darin befand sich ein Tonträger und eine Karte. Der Tonträger war unbedruckt, konnte also nicht aus dem Handel stammen, Neugierig sah ich auf die Karte.
Darauf stand in wundervoll geschwungener Handschrift.
Ich sah auf zu Jana. Was ist da drauf?
Sie grinste wieder über das ganze Gesicht, zuckte aber mit den Schultern.
Ich hab nichts davon gehört, aber sie haben mir gesagt, es sind ihre neuesten Lieder.
Noch nicht finalisiert, das wird erst in einem Studio gemacht, aber sie haben es mir für Dich gegeben, ehe sie abgeflogen sind.
Sie sind schon weg? Ich muss wohl richtig enttäuscht drein geblickt haben.
Ja sie mussten los, um den Termin im Studio einhalten zu können.
Aber ehe wir uns getrennt haben, gaben sie mir eben das da, und sie haben noch gesagt, dass sie Dir sehr dankbar sind. Sie meinten, sie hätten jederzeit ein offenes Ohr für Dich.
Wir frühstückten zu ende, räumten die Küche auf. Danach fragte Jana, und was tun wir jetzt?
Jetzt fliegen wir zu unserem vorletzten Halt, verkaufen die Maschinen, fliegen dann nach Zettschulpin und werden noch die Plimpzippse los. Danach rüsten wir das Schiff um, holen die Ware bei Padre ab, danach geht es nach Kantor, dabei, ich sah sie grimmig an, werden wir dann OGEL einheizen, wie er es noch nie erlebt hat.
Dann los, Jana lief zum Cockpit, ich nahm den Tonträger, legte ihn in ein Abspielgerät und schaltete die Wiedergabe auf das ganze Schiff.
Aus den Lautsprechern klang der erste Song „ Galaxy Garantie“ Ich ging beschwingt Richtung Cockpit. Von dort kam ein langgezogenes Oh neiiiiiiiin.
Ich betrat die Zentrale, Jana sah mich an, muss das jetzt sein?
Aber ja, grinste ich sie an, Dir muss doch klar sein, dass ich mir jetzt unbedingt das neue Album anhören muss, und zwischendurch auch noch mal das erste.
Jana sah mich an, als wäre ich durchgeknallt...
Währenddessen summte sie leise vor sich hin. Hey, wo warst Du denn? Sprach ich sie an. Sie zuckte zusammen, hätte fast eine Tasse fallen lassen.
Ah Du bist wach, als ich an Bord kam, hast Du tief geschlafen. Tut mir leid, ich wollte Dich nicht wecken.
Lass mal, ich denke ich hab lang genug geschlafen, und das Frühstück sieht auch sehr verlockend aus.
Na dann lass uns frühstücken. Sie setzte sich, deutete auf den Platz neben sich.
Ich setzte mich, nahm Kaffee, Brot, strich Butter darauf und nahm mir etwas von den Eiern.
Nach den ersten Bissen und einer halben Tasse Kaffee sah ich zu Jana.
Also, Du bist mit Cora und Monday verschwunden, wo warst Du die ganze Nacht?
Ach, ich hab noch was mit den beiden Mädels unternommen. Dabei grinste sie.
Muss wohl was ganz tolles gewesen sein. Grinste ich sie an. Nein lass mal, ist deine Sache.
Sie grinste zurück.
Übrigens hab ich von den zwei was für dich bekommen.
Sie legte einen Behälter vor mir auf den Tisch. Sah mich erwartungsvoll an.
Ich nahm ihn in die Hand, sah ihn mir genauer an.
Er war außen weder bedruckt noch, beschriftet. Offensichtlich kam es nur auf den Inhalt an. Ich öffnete die Hülle, darin befand sich ein Tonträger und eine Karte. Der Tonträger war unbedruckt, konnte also nicht aus dem Handel stammen, Neugierig sah ich auf die Karte.
Darauf stand in wundervoll geschwungener Handschrift.
Für ALAN, unseren allerersten Fan.
Du hast Uns den Mut gegeben, unsere Lieder zu veröffentlichen.
Drunter die Unterschriften und eine Kontaktadresse.
Cora und Monday
3463-44H83-602-303-33M9-X5G7
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Cora und Monday
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Ich sah auf zu Jana. Was ist da drauf?
Sie grinste wieder über das ganze Gesicht, zuckte aber mit den Schultern.
Ich hab nichts davon gehört, aber sie haben mir gesagt, es sind ihre neuesten Lieder.
Noch nicht finalisiert, das wird erst in einem Studio gemacht, aber sie haben es mir für Dich gegeben, ehe sie abgeflogen sind.
Sie sind schon weg? Ich muss wohl richtig enttäuscht drein geblickt haben.
Ja sie mussten los, um den Termin im Studio einhalten zu können.
Aber ehe wir uns getrennt haben, gaben sie mir eben das da, und sie haben noch gesagt, dass sie Dir sehr dankbar sind. Sie meinten, sie hätten jederzeit ein offenes Ohr für Dich.
Wir frühstückten zu ende, räumten die Küche auf. Danach fragte Jana, und was tun wir jetzt?
Jetzt fliegen wir zu unserem vorletzten Halt, verkaufen die Maschinen, fliegen dann nach Zettschulpin und werden noch die Plimpzippse los. Danach rüsten wir das Schiff um, holen die Ware bei Padre ab, danach geht es nach Kantor, dabei, ich sah sie grimmig an, werden wir dann OGEL einheizen, wie er es noch nie erlebt hat.
Dann los, Jana lief zum Cockpit, ich nahm den Tonträger, legte ihn in ein Abspielgerät und schaltete die Wiedergabe auf das ganze Schiff.
Aus den Lautsprechern klang der erste Song „ Galaxy Garantie“ Ich ging beschwingt Richtung Cockpit. Von dort kam ein langgezogenes Oh neiiiiiiiin.
Ich betrat die Zentrale, Jana sah mich an, muss das jetzt sein?
Aber ja, grinste ich sie an, Dir muss doch klar sein, dass ich mir jetzt unbedingt das neue Album anhören muss, und zwischendurch auch noch mal das erste.
Jana sah mich an, als wäre ich durchgeknallt...
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Bald hatten wir das System in dem wir die Maschinen verkaufen würden, erreicht. Die Zeit hatte dennoch gereicht, dass ich die ersten vier Lieder hatte hören können.
Cora und Monday hatten ihre Musik weiter entwickelt, wie ich eindeutig feststellen konnte.
Nicht alles fand mein Gefallen,
Galaxy Garantie und Star Confession fand ich gut, die anderen beiden Songs Once we take off und Like Planet waren nicht so nach meinem Geschmack.
Die anderen Lieder würde ich mir nach und nach anhören, jetzt jedoch waren wir im Landeanflug, dafür hatte ich die Wiedergabe gestoppt. Jana tat so, als wäre sie erleichtert, jedoch hatte sie zumindest bei Star Confession mit einem Bein zum Takt gewippt. Ich tat so, als hätte ich es nicht bemerkt.
Endlich erreichten wir unsere Parkposition, ich ging daran, die Maschinen zu verkaufen. Eine hübsche Summe wanderte auf unser Konto. Jetzt war der Laderaum leer bis auf die Container mit den Plimpzippsen. Wir sahen uns noch das Angebot an, konnten uns jedoch nicht entscheiden, etwas zu kaufen, da wir auf der Station keine Infos über Zettschulpin einholen konnten. Nicht einmal die Systemkarte des Systems war hier verfügbar.
Wollen wir gleich los, oder machen wir noch ein kleines Päuschen? Fragte Jana. Ich dachte nach, noch war Zeit. Warum nicht, sehen wir mal, was hier noch so los ist. Wir schlenderten über die Einkaufsebene, hier bekam man fast alles, was das Herz eines Raumfahrers begehrte. Wir sahen uns um, schlenderten jeder für sich an den Schaufenstern und Displays entlang. Teils gab es hier absolut sinnlosen Luxus zu erwerben, nichts, das mich besonders ansprach, ich brauchte weder einen goldplattierten Raumhelm noch platinierte Raumanzüge. Erstens fiel man damit nur unnötig auf, und zusätzlichen Schutz bot solch ein Extra auch nicht. Nach einigen Minuten schaute ich, was Jana sich ansah.
Rechts von mir starrte Jana in ein Schaufenster. Näher kommend, stellte ich fest, dass es ein Spielzeugladen war. Ich war irritiert, war sie nicht schon aus dem Alter heraus, wo man mit Spielzeug hantierte?
Neugierig trat ich neben sie, sah mir an, worauf sie sich so konzentrierte.
In einer Vitrine lagen die Nachbildungen von echten Waffen, natürlich sahen sie den Originalen nicht wirklich ähnlich, man wollte ja vermeiden, dass irgend Jemand eine verhängnisvolle Verwechslung erlebte. Über der Vitrine hing ein Holo mit dem Text „Waffen für echte Raumfahrer“.
Ich musste grinsen, damit wollte man natürlich die Kinder dazu verlocken, etwas zu kaufen. Welches Kind konnte da schon widerstehen, wenn es doch eine „echte“ Waffe haben konnte.
Trotzdem wunderte ich mich, dass Jana so gebannt darauf starrte.
Interessierst Du dich für solche Spielzeuge? Ich konnte nicht anders, musste fragen.
Jana zuckte zusammen, offensichtlich hatte sie sich derart fixiert, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass ich neben ihr stand. Verlegen sah sie mich an, och nee, ich hab nur...
Mit einem mal verstand ich. Und ich erinnerte mich an die Szene mit dem Beamten.
Komm mal mit. Sagte ich zu ihr, drehte mich um und ging los. Sie folgte mir, sah mich unsicher an, wusste nicht was ich vor hatte.
Wo gehen wir hin?
Lass Dich überraschen, sagte ich nur. Lächelte sie freundlich an.
Nach kurzer Zeit hatten meine Augen das richtige Geschäft erspäht. Ich ging zielstrebig darauf zu, öffnete die Tür und winkte Jana hinein.
Nachdem wir drinnen waren, hörte man einen angenehmen Dreiklang, der dem Besitzer anzeigte, dass Kundschaft sein Geschäft betreten hatten. Noch standen wir allein in einem rechteckigen Raum, an dessen Wänden Ausstellungsvitrinen standen, doch man konnte nicht sehen, was darin lag, die Scheiben waren durch einen photoelektrischen Effekt auf undurchsichtig geschaltet.
Ein Herr kam von hinten durch ein Schott, ging energisch auf uns zu, blieb direkt vor Jana stehen.
Herzlich willkommen in meinem bescheidenen Geschäft. Ich bin Wolter Weasen.
Wonach steht uns denn der Sinn, was kann ich Ihnen anbieten.
Jana sah ihn verwirrt an, wusste nicht, was sie sagen sollte. Woher auch, das Geschäft gab weder außen noch innen zu erkennen, was man hier erwerben konnte. Ein durchaus gewünschter Umstand, der auch der Sicherheit diente. Darum sprang ich jetzt in die Bresche.
Die junge Dame möchte hier eine Handwaffe erwerben, die zu ihr passt.
Jana drehte sich zu mir um, ist das dein Ernst, ich bekomme...
Ja, es wird zeit, dass Du eine echte Waffe bekommst, und jetzt, ich wandte mich an den Verkäufer, zeigen Sie ihr bitte ihre Kollektion.
Natürlich, natürlich. Er griff in eine Tasche, zog eine Fernbedienung heraus, drückte einen Knopf, alle Vitrinen öffneten sich, angenehmes Licht entströmte den Schaukästen.
Bitte sehen Sie sich um, er führte Jana zu der ersten Vitrine. Hier haben wir eine Kollektion von erlesenen Projetilwaffen. Er nahm eine Pistole heraus, erzählte Jana alles darüber, beantwortete ihre Fragen, doch nach einer Weile stand fest, dass Jana nicht daran interessiert war. Sie sah sich weiter um, eine rosa lackierte Laserwaffe ließ sie auch eiskalt. Der Händler hatte wohl gedacht, weil sie eine Frau war, wäre das interessant. Bei weiteren sehr effektiven Plasmawaffen schüttelte sie ebenfalls den Kopf, der Händler sah sie leicht irritiert an. Ich habe ihnen fast meine gesamte Auslage gezeigt, vielleicht können Sie mir sagen, wonach sie suchen?
Wenn ich das wüsste. Jana sah sich weiter um, ging langsam die Vitrinen entlang, plötzlich blieb sie stehen, griff in eine hinein, zog eine mattschwarze Waffe heraus. Das Teil machte einen unerwartet massiven Eindruck, selbst aus mehreren Metern Abstand glaubte ich zu erkennen, dass dies keine Standardgröße war.
Die ist aber schwer. Sagte Jana, liegt aber gut in der Hand, was kann die denn?
Der Händler sah sie verdutzt an. Ähh, das... ist ein Einzelstück... die hätte eigentlich gar nicht... wie kommt die hier rein..?
Dann fing er sich wieder. Miss die ist doch viel zu schwer für ihre zarten Hände. Sie sollten besser etwas kleineres nehmen, im Fall eines Kampfes kommt es darauf an, die Waffe schnell ziehen zu können, und bei dem Teil.. Nein das kann ich ihnen nicht verkaufen, ich würde mich verantwortlich fühlen, würde ihnen ein Leid geschehen, weil sie im Notfall nicht rechtzeitig...
Blödsinn, Jana hielt die Waffe mit einer Hand ausgestreckt vor sich, zog sie an ihr Bein und schnell wieder hoch. Lässt sich doch ganz gut führen.
Also, was kann die?
Der Händler schien noch nicht überzeugt. Trotzdem begann er zu erklären. Das ist eine Energiewaffe, aber kein Standardmodell, irgend jemand hat sie umgebaut, das Eindämmungsfeld verstärkt, ein größeres Magazin, und dazu noch ein Regler der die Menge an Plasma reguliert die in die Reaktionskammer eingespeist wird.
Klingt toll, die will ich.
Miss, ich bin immer noch der Ansicht, dass das keine Waffe für sie ist.
Warum?
Nun, wenn sie die Waffe abfeuern, wird sie der Rückstoß umwerfen.
Ist dem so? Ich mischte mich hier ein. Wenn Jana die Waffe wollte und damit einen Fehlkauf tätigte, wollte ich das natürlich verhindern. Sie haben als lizenzierter Waffenhändler doch sicher einen Schießstand, an dem sie die Waffe ausprobieren kann?
Natürlich, aber... Kein Aber, rief Jana dazwischen, ich will das jetzt wissen. Gehen wir zum Schießstand.
Der Händler resignierte vor so viel Willensstärke. Nun gut, aber ich muss in dem Fall um eine Anzahlung bitten, üblich sind 10%.
Kein Problem, sagte ich und zückte meine Kreditkarte.
Sehr gut, er nahm die Karte, steckte sie in ein Terminal, gab den Betrag ein und bat mich, zu quittieren.
Auf dem Display stand deutlich zu lesen:
1.375.000 Credits
Ich zuckte innerlich leicht zusammen, Jana sah die Summe ebenfalls.
Der Händler bemerkte mein kurzes Zögern. Ich sagte doch, es handelt sich um ein Einzelstück, das hat natürlich seinen Preis.
Jana sah mich an, bitteeeee. Ihr Blick hätte in diesem Moment jedes Herz zum schmelzen gebracht, mit Augen groß wie Suppentassen.
Ich schmunzelte, na was solls, quittierte den Betrag.
Nach den Formalitäten traf der Händler noch ein paar Vorbereitungen, führte uns anschließend nach hinten durch ein Schott, es ging eine Treppe nach unten, einen Gang entlang, durch ein schwer gepanzertes Schott betraten wir den Schießsstand.
Bitte warten Sie noch kurz, ich muss die Schildgeneratoren aktivieren. Damit machte sich der Händler in einer Nische an einer Konsole zu schaffen. Ich sah mich derweil um, der Raum war laut meiner Anzeige 30 Meter breit und 120 Meter lang. Betreten hatten wir ihn an einer der schmalen Seiten, vor uns ein Thresen, auf dem man Waffen und andere Utensilien ablegen konnte. Die langen Wände entlang sah ich die Projektoreinheiten für Schilde, auch auf dem Boden und an der Decke waren welche verbaut, wie sie auch in Schiffen zu finden waren. Eben erwachten diese summend zu ihrem eigentlichen Zweck, bläulich knisternd begannen sich Schilde aufzubauen, wurden immer heller, leuchteten so den gesamten Raum der Länge nach aus. Ganz hinten begann sich ein weiterer Schild aufzubauen, sein besonders helles leuchten deutete darauf hin, dass er eine höhere Schildstärke aufwies, als diejenigen, welche sich an der Wand, Boden und Decke entlang aufgebaut hatten.
Der Händler trat aus der Nische. Nun denn, der Sicherheit ist hiermit genüge getan, wenn die Dame so weit ist, können wir beginnen.
Klar doch, Jana war hellauf begeistert.
Er steckte ein Magazin in die Waffe, aktivierte sie, stellte auf Minimum und gab sie gesichert an Jana.
Bitte seien Sie vorsichtig, entsichern sie die Waffe erst an der Feuerlinie und richten sie ausschließlich auf das andere Ende des Raums.
Jana nahm die Waffe, trat vor an den Tresen, es klickte als sie die Waffe entsicherte. Ich sah noch aus dem Augenwinkel, wie der Händler ein dunkles Visier herunter klappte, konnte selbst aber nicht mehr reagieren. Sie zielte nur kurz, ich sah wie sich der Abzugsfinger krümmte, mit gleißend hellem Licht, das mir Sterne in die Augen trieb, löste sich fauchend die Energie aus der Waffe und schlug hinten in den protestierend aufheulenden Schild ein.
Meine Augen brauchten einen Moment, um sich wieder umzustellen, dann sah ich Jana begeistert an der Feuerlinie stehen, sie grinste über das ganze Gesicht.
Ui, sie steht ja noch, sagte der Händler.
Die Waffe hat ja schon auf der niedrigsten Einstellung richtig bumms, sagte Jana, und griff nach dem Regler, bin gespannt was sie noch kann. Ein zorniges Summen klang von ihr herüber, als sie am Regler drehte, der Händler rief laut, NEIN, nicht so weit , die Schilde sind noch nicht auf maxi...
Doch da hatte sie die Waffe bereits gehoben und drückte ab.
Ein noch helleres Licht, dazu ein zorniges Fauchen, wie ich es noch nie gehört hatte.
Die Ladung flog nach hinten in den Schild, dieser leuchtete kurz auf, dann zerplatzte er, die Projektoren schalteten funkensprühend ab, der Rest der Energie schlug in die dahinter liegende Wand ein, schmolz sich tief hinein, ehe die Ladung aufgezehrt war.
UIIIIIIIIIIHHHHHHHHHHHHHHH, das Baby ist genau nach meinem Geschmack.
Jana hörte sich noch begeisterter an, als zuvor. Der Händler starrte entgeistert auf das Chaos, das sie angerichtet hatte.
Der Schild ist... hin... ein Wunder dass die Wand... Miss, bitte sichern sie die Waffe, er sprach äußerst sorgfältig und langsam.
Jana, immer noch voll begeistert, legte dennoch die Sicherung um. Er ging langsam an ihr vorbei, nach hinten, ich folgte ihm. Warf Jana noch einen mahnenden Blick zu. Sie nickte, immer noch über das ganze Gesicht grinsend.
Alle drei standen wir dann am Ende des Raumes, sahen uns die Wand an. Die ist hinüber, sagte Jana. Das Plasma hatte sich tief hinein gebrannt, Metall war geschmolzen herunter gelaufen, hatte bizarre Formen erzeugt, Keramikschichten, eingebaut als Hitzeabwehr, hatten rußgeschwärzt aufgegeben und waren durchschlagen worden, nach Hinten wurde die Narbe in der Wand kleiner wie ein Krater, den ein Meteorit geschlagen hatte.
Die Wand ist 30 cm dick, sagte der Händler, nachdem wir eine Weile darauf gestarrt hatten. Hätte fast nicht gereicht...
Jana griff in das Loch hinein, stuppste den Finger gegen das Ende, mit knisterndem Geräusch durchbrach sie die Wand, aus dem gegenüberliegenden Raum erklangen leise Geräusche.
Was ist dahinter? Ein Lagerraum, vollautomatisch. Zum Glück sind da keine Menschen drin.
Ja, da hat nicht viel gefehlt, sagte ich, dann wäre die Energie noch durch geschlagen. Mister, sie brauchen eindeutig stärkere Schilde.
Er lachte sarkastisch, Sir, das sind die stärksten Schilde, die eine Zivilperson bekommen kann, die halten normalerweise allem stand... wenn sie voll geladen sind, er sah vorwurfsvoll zu Jana.
Ich sah Jana an. Ich überlege gerade, ob Du so eine gefährliche Waffe haben solltest.
Och bitteeeee, ich bin auch viel vorsichtiger damit. Wieder dieser Blick, dem man nicht widerstehen konnte.
Letztendlich ließ ich mich breit schlagen, wir gingen zurück in den Laden, ich zahlte die restliche Summe, der Händler schlug noch 30.000 Credits für die Reparatur der Wand und ein Holster drauf, danach hatte eine glücklich strahlende Jana eine Waffe.
Ich dachte dennoch darüber nach, ob das eine gute Idee gewesen war. Ein Blick in ihr glückliches Gesicht sagte mir jedoch, dass ich richtig gehandelt hatte.
Cora und Monday hatten ihre Musik weiter entwickelt, wie ich eindeutig feststellen konnte.
Nicht alles fand mein Gefallen,
Galaxy Garantie und Star Confession fand ich gut, die anderen beiden Songs Once we take off und Like Planet waren nicht so nach meinem Geschmack.
Die anderen Lieder würde ich mir nach und nach anhören, jetzt jedoch waren wir im Landeanflug, dafür hatte ich die Wiedergabe gestoppt. Jana tat so, als wäre sie erleichtert, jedoch hatte sie zumindest bei Star Confession mit einem Bein zum Takt gewippt. Ich tat so, als hätte ich es nicht bemerkt.
Endlich erreichten wir unsere Parkposition, ich ging daran, die Maschinen zu verkaufen. Eine hübsche Summe wanderte auf unser Konto. Jetzt war der Laderaum leer bis auf die Container mit den Plimpzippsen. Wir sahen uns noch das Angebot an, konnten uns jedoch nicht entscheiden, etwas zu kaufen, da wir auf der Station keine Infos über Zettschulpin einholen konnten. Nicht einmal die Systemkarte des Systems war hier verfügbar.
Wollen wir gleich los, oder machen wir noch ein kleines Päuschen? Fragte Jana. Ich dachte nach, noch war Zeit. Warum nicht, sehen wir mal, was hier noch so los ist. Wir schlenderten über die Einkaufsebene, hier bekam man fast alles, was das Herz eines Raumfahrers begehrte. Wir sahen uns um, schlenderten jeder für sich an den Schaufenstern und Displays entlang. Teils gab es hier absolut sinnlosen Luxus zu erwerben, nichts, das mich besonders ansprach, ich brauchte weder einen goldplattierten Raumhelm noch platinierte Raumanzüge. Erstens fiel man damit nur unnötig auf, und zusätzlichen Schutz bot solch ein Extra auch nicht. Nach einigen Minuten schaute ich, was Jana sich ansah.
Rechts von mir starrte Jana in ein Schaufenster. Näher kommend, stellte ich fest, dass es ein Spielzeugladen war. Ich war irritiert, war sie nicht schon aus dem Alter heraus, wo man mit Spielzeug hantierte?
Neugierig trat ich neben sie, sah mir an, worauf sie sich so konzentrierte.
In einer Vitrine lagen die Nachbildungen von echten Waffen, natürlich sahen sie den Originalen nicht wirklich ähnlich, man wollte ja vermeiden, dass irgend Jemand eine verhängnisvolle Verwechslung erlebte. Über der Vitrine hing ein Holo mit dem Text „Waffen für echte Raumfahrer“.
Ich musste grinsen, damit wollte man natürlich die Kinder dazu verlocken, etwas zu kaufen. Welches Kind konnte da schon widerstehen, wenn es doch eine „echte“ Waffe haben konnte.
Trotzdem wunderte ich mich, dass Jana so gebannt darauf starrte.
Interessierst Du dich für solche Spielzeuge? Ich konnte nicht anders, musste fragen.
Jana zuckte zusammen, offensichtlich hatte sie sich derart fixiert, dass sie gar nicht bemerkt hatte, dass ich neben ihr stand. Verlegen sah sie mich an, och nee, ich hab nur...
Mit einem mal verstand ich. Und ich erinnerte mich an die Szene mit dem Beamten.
Komm mal mit. Sagte ich zu ihr, drehte mich um und ging los. Sie folgte mir, sah mich unsicher an, wusste nicht was ich vor hatte.
Wo gehen wir hin?
Lass Dich überraschen, sagte ich nur. Lächelte sie freundlich an.
Nach kurzer Zeit hatten meine Augen das richtige Geschäft erspäht. Ich ging zielstrebig darauf zu, öffnete die Tür und winkte Jana hinein.
Nachdem wir drinnen waren, hörte man einen angenehmen Dreiklang, der dem Besitzer anzeigte, dass Kundschaft sein Geschäft betreten hatten. Noch standen wir allein in einem rechteckigen Raum, an dessen Wänden Ausstellungsvitrinen standen, doch man konnte nicht sehen, was darin lag, die Scheiben waren durch einen photoelektrischen Effekt auf undurchsichtig geschaltet.
Ein Herr kam von hinten durch ein Schott, ging energisch auf uns zu, blieb direkt vor Jana stehen.
Herzlich willkommen in meinem bescheidenen Geschäft. Ich bin Wolter Weasen.
Wonach steht uns denn der Sinn, was kann ich Ihnen anbieten.
Jana sah ihn verwirrt an, wusste nicht, was sie sagen sollte. Woher auch, das Geschäft gab weder außen noch innen zu erkennen, was man hier erwerben konnte. Ein durchaus gewünschter Umstand, der auch der Sicherheit diente. Darum sprang ich jetzt in die Bresche.
Die junge Dame möchte hier eine Handwaffe erwerben, die zu ihr passt.
Jana drehte sich zu mir um, ist das dein Ernst, ich bekomme...
Ja, es wird zeit, dass Du eine echte Waffe bekommst, und jetzt, ich wandte mich an den Verkäufer, zeigen Sie ihr bitte ihre Kollektion.
Natürlich, natürlich. Er griff in eine Tasche, zog eine Fernbedienung heraus, drückte einen Knopf, alle Vitrinen öffneten sich, angenehmes Licht entströmte den Schaukästen.
Bitte sehen Sie sich um, er führte Jana zu der ersten Vitrine. Hier haben wir eine Kollektion von erlesenen Projetilwaffen. Er nahm eine Pistole heraus, erzählte Jana alles darüber, beantwortete ihre Fragen, doch nach einer Weile stand fest, dass Jana nicht daran interessiert war. Sie sah sich weiter um, eine rosa lackierte Laserwaffe ließ sie auch eiskalt. Der Händler hatte wohl gedacht, weil sie eine Frau war, wäre das interessant. Bei weiteren sehr effektiven Plasmawaffen schüttelte sie ebenfalls den Kopf, der Händler sah sie leicht irritiert an. Ich habe ihnen fast meine gesamte Auslage gezeigt, vielleicht können Sie mir sagen, wonach sie suchen?
Wenn ich das wüsste. Jana sah sich weiter um, ging langsam die Vitrinen entlang, plötzlich blieb sie stehen, griff in eine hinein, zog eine mattschwarze Waffe heraus. Das Teil machte einen unerwartet massiven Eindruck, selbst aus mehreren Metern Abstand glaubte ich zu erkennen, dass dies keine Standardgröße war.
Die ist aber schwer. Sagte Jana, liegt aber gut in der Hand, was kann die denn?
Der Händler sah sie verdutzt an. Ähh, das... ist ein Einzelstück... die hätte eigentlich gar nicht... wie kommt die hier rein..?
Dann fing er sich wieder. Miss die ist doch viel zu schwer für ihre zarten Hände. Sie sollten besser etwas kleineres nehmen, im Fall eines Kampfes kommt es darauf an, die Waffe schnell ziehen zu können, und bei dem Teil.. Nein das kann ich ihnen nicht verkaufen, ich würde mich verantwortlich fühlen, würde ihnen ein Leid geschehen, weil sie im Notfall nicht rechtzeitig...
Blödsinn, Jana hielt die Waffe mit einer Hand ausgestreckt vor sich, zog sie an ihr Bein und schnell wieder hoch. Lässt sich doch ganz gut führen.
Also, was kann die?
Der Händler schien noch nicht überzeugt. Trotzdem begann er zu erklären. Das ist eine Energiewaffe, aber kein Standardmodell, irgend jemand hat sie umgebaut, das Eindämmungsfeld verstärkt, ein größeres Magazin, und dazu noch ein Regler der die Menge an Plasma reguliert die in die Reaktionskammer eingespeist wird.
Klingt toll, die will ich.
Miss, ich bin immer noch der Ansicht, dass das keine Waffe für sie ist.
Warum?
Nun, wenn sie die Waffe abfeuern, wird sie der Rückstoß umwerfen.
Ist dem so? Ich mischte mich hier ein. Wenn Jana die Waffe wollte und damit einen Fehlkauf tätigte, wollte ich das natürlich verhindern. Sie haben als lizenzierter Waffenhändler doch sicher einen Schießstand, an dem sie die Waffe ausprobieren kann?
Natürlich, aber... Kein Aber, rief Jana dazwischen, ich will das jetzt wissen. Gehen wir zum Schießstand.
Der Händler resignierte vor so viel Willensstärke. Nun gut, aber ich muss in dem Fall um eine Anzahlung bitten, üblich sind 10%.
Kein Problem, sagte ich und zückte meine Kreditkarte.
Sehr gut, er nahm die Karte, steckte sie in ein Terminal, gab den Betrag ein und bat mich, zu quittieren.
Auf dem Display stand deutlich zu lesen:
1.375.000 Credits
Ich zuckte innerlich leicht zusammen, Jana sah die Summe ebenfalls.
Der Händler bemerkte mein kurzes Zögern. Ich sagte doch, es handelt sich um ein Einzelstück, das hat natürlich seinen Preis.
Jana sah mich an, bitteeeee. Ihr Blick hätte in diesem Moment jedes Herz zum schmelzen gebracht, mit Augen groß wie Suppentassen.
Ich schmunzelte, na was solls, quittierte den Betrag.
Nach den Formalitäten traf der Händler noch ein paar Vorbereitungen, führte uns anschließend nach hinten durch ein Schott, es ging eine Treppe nach unten, einen Gang entlang, durch ein schwer gepanzertes Schott betraten wir den Schießsstand.
Bitte warten Sie noch kurz, ich muss die Schildgeneratoren aktivieren. Damit machte sich der Händler in einer Nische an einer Konsole zu schaffen. Ich sah mich derweil um, der Raum war laut meiner Anzeige 30 Meter breit und 120 Meter lang. Betreten hatten wir ihn an einer der schmalen Seiten, vor uns ein Thresen, auf dem man Waffen und andere Utensilien ablegen konnte. Die langen Wände entlang sah ich die Projektoreinheiten für Schilde, auch auf dem Boden und an der Decke waren welche verbaut, wie sie auch in Schiffen zu finden waren. Eben erwachten diese summend zu ihrem eigentlichen Zweck, bläulich knisternd begannen sich Schilde aufzubauen, wurden immer heller, leuchteten so den gesamten Raum der Länge nach aus. Ganz hinten begann sich ein weiterer Schild aufzubauen, sein besonders helles leuchten deutete darauf hin, dass er eine höhere Schildstärke aufwies, als diejenigen, welche sich an der Wand, Boden und Decke entlang aufgebaut hatten.
Der Händler trat aus der Nische. Nun denn, der Sicherheit ist hiermit genüge getan, wenn die Dame so weit ist, können wir beginnen.
Klar doch, Jana war hellauf begeistert.
Er steckte ein Magazin in die Waffe, aktivierte sie, stellte auf Minimum und gab sie gesichert an Jana.
Bitte seien Sie vorsichtig, entsichern sie die Waffe erst an der Feuerlinie und richten sie ausschließlich auf das andere Ende des Raums.
Jana nahm die Waffe, trat vor an den Tresen, es klickte als sie die Waffe entsicherte. Ich sah noch aus dem Augenwinkel, wie der Händler ein dunkles Visier herunter klappte, konnte selbst aber nicht mehr reagieren. Sie zielte nur kurz, ich sah wie sich der Abzugsfinger krümmte, mit gleißend hellem Licht, das mir Sterne in die Augen trieb, löste sich fauchend die Energie aus der Waffe und schlug hinten in den protestierend aufheulenden Schild ein.
Meine Augen brauchten einen Moment, um sich wieder umzustellen, dann sah ich Jana begeistert an der Feuerlinie stehen, sie grinste über das ganze Gesicht.
Ui, sie steht ja noch, sagte der Händler.
Die Waffe hat ja schon auf der niedrigsten Einstellung richtig bumms, sagte Jana, und griff nach dem Regler, bin gespannt was sie noch kann. Ein zorniges Summen klang von ihr herüber, als sie am Regler drehte, der Händler rief laut, NEIN, nicht so weit , die Schilde sind noch nicht auf maxi...
Doch da hatte sie die Waffe bereits gehoben und drückte ab.
Ein noch helleres Licht, dazu ein zorniges Fauchen, wie ich es noch nie gehört hatte.
Die Ladung flog nach hinten in den Schild, dieser leuchtete kurz auf, dann zerplatzte er, die Projektoren schalteten funkensprühend ab, der Rest der Energie schlug in die dahinter liegende Wand ein, schmolz sich tief hinein, ehe die Ladung aufgezehrt war.
UIIIIIIIIIIHHHHHHHHHHHHHHH, das Baby ist genau nach meinem Geschmack.
Jana hörte sich noch begeisterter an, als zuvor. Der Händler starrte entgeistert auf das Chaos, das sie angerichtet hatte.
Der Schild ist... hin... ein Wunder dass die Wand... Miss, bitte sichern sie die Waffe, er sprach äußerst sorgfältig und langsam.
Jana, immer noch voll begeistert, legte dennoch die Sicherung um. Er ging langsam an ihr vorbei, nach hinten, ich folgte ihm. Warf Jana noch einen mahnenden Blick zu. Sie nickte, immer noch über das ganze Gesicht grinsend.
Alle drei standen wir dann am Ende des Raumes, sahen uns die Wand an. Die ist hinüber, sagte Jana. Das Plasma hatte sich tief hinein gebrannt, Metall war geschmolzen herunter gelaufen, hatte bizarre Formen erzeugt, Keramikschichten, eingebaut als Hitzeabwehr, hatten rußgeschwärzt aufgegeben und waren durchschlagen worden, nach Hinten wurde die Narbe in der Wand kleiner wie ein Krater, den ein Meteorit geschlagen hatte.
Die Wand ist 30 cm dick, sagte der Händler, nachdem wir eine Weile darauf gestarrt hatten. Hätte fast nicht gereicht...
Jana griff in das Loch hinein, stuppste den Finger gegen das Ende, mit knisterndem Geräusch durchbrach sie die Wand, aus dem gegenüberliegenden Raum erklangen leise Geräusche.
Was ist dahinter? Ein Lagerraum, vollautomatisch. Zum Glück sind da keine Menschen drin.
Ja, da hat nicht viel gefehlt, sagte ich, dann wäre die Energie noch durch geschlagen. Mister, sie brauchen eindeutig stärkere Schilde.
Er lachte sarkastisch, Sir, das sind die stärksten Schilde, die eine Zivilperson bekommen kann, die halten normalerweise allem stand... wenn sie voll geladen sind, er sah vorwurfsvoll zu Jana.
Ich sah Jana an. Ich überlege gerade, ob Du so eine gefährliche Waffe haben solltest.
Och bitteeeee, ich bin auch viel vorsichtiger damit. Wieder dieser Blick, dem man nicht widerstehen konnte.
Letztendlich ließ ich mich breit schlagen, wir gingen zurück in den Laden, ich zahlte die restliche Summe, der Händler schlug noch 30.000 Credits für die Reparatur der Wand und ein Holster drauf, danach hatte eine glücklich strahlende Jana eine Waffe.
Ich dachte dennoch darüber nach, ob das eine gute Idee gewesen war. Ein Blick in ihr glückliches Gesicht sagte mir jedoch, dass ich richtig gehandelt hatte.
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Nach zwei weiteren Sprüngen erreichten wir das System Zettschulpin, ein sehr kleiner M-Stern, dessen Leuchtkraft kaum ausreichte, das Infrarotspektrum zu überschreiten, wurde von drei Himmelskörpern umkreist. Erstaunlicherweise wurde der erste als Bewohnbar klassifiziert, die beiden anderen waren atmosphärelose Eiswelten.
Bei der Annäherung an den bewohnbaren Planeten zeigte sich eine Orbitalstation. Verärgert musste ich in der Ortung feststellen, dass es sich dabei um einen kleinen Außenposten mit Namen ZWIELICHTRING handelte, dessen Landepads maximal mittleren Schiffen platz boten. Meine Ana konnte dort nicht andocken.
Verdammt, dann haben wir den Weg umsonst gemacht, meinte Jana.
Scheint so. Lass uns aber erst mal alles scannen. Zumindest kennen wir dann das System.
Wir näherten uns dem ersten Planeten, scannten seine Oberfläche, dabei stellte sich heraus, dass seine Rotation an den Stern gebunden war, auf der Tagseite herrschte große Hitze, die Nachtseite war eiskalt. Gemäßigte Temperaturen gab es nur am Terminator, dort, das ergaben die Scans befanden sich auch die einzigen Siedlungen.
Beim Umkreisen kamen wir nahe an die Orbitalstation heran, nun zeigte sich etwas, das der VSS nicht aufgedeckt hatte.
Von der kleinen Station ging ein langer Ausleger zu einer weiteren Plattform, darauf stand etwas, von dem ich bisher nur gehört hatte, aber es noch nie selbst gesehen hatte.
Was ist das? Jana sah ebenso fasziniert hin, wie ich.
Ein Landungsshuttle. Gebaut um auf erdähnlichen Planeten mit dichter Atmosphäre zu landen und davon auch wieder in den Orbit zu starten.
Davon hab ich noch nie gehört, so etwas gibt es also auch?
Ja, sie sind selten, gesehen habe ich so etwas auch noch nie.
Dass hier so etwas steht, bedeutet doch, dass man auf Zettschulpin landen kann, warum fliegen wir nicht einfach selber runter?
Weil unser Schiff dabei zerstört würde.
Du bist damit aber doch auf dem Planeten gelandet, wo Du Sabrina aufgegabelt hast. Der hatte doch auch eine Atmosphäre, warum ging es dort, und hier nicht?
Weil die Dichte der Atmosphäre auf dem Planeten noch nicht den Schwellenwert überschritten hatte. Dies hätte erst im Zuge des Terraformings geschehen sollen. Der ausgebrochene Mantelplum hat den Prozess beschleunigt, doch es war zum Glück genügend Zeit geblieben, um die Station zu evakuieren. Gerade eben so...
Tatsache ist aber, kein normales Schiff, egal wie groß oder robust, hält den Belastungen einer Landung in dichter Atmosphäre stand.
Warum? Kannst Du mir das erklären.
Pass auf, begann ich, so ein Schiff wie unseres ist dafür gebaut, im inneren die Atmosphäre zu halten, das bedeutet es muss dem Innendruck genügend Widerstand gegen das Vakuum des Alls entgegensetzten, so dass es nicht aufplatzt wie ein Ei in der Mikrowelle.
Gleichzeitig muss es natürlich Beschuss, gleich welcher Art, aushalten. Es ist ein Balanceakt zwischen den Kräften die von Innen und von Außen wirken.
Dabei muss man beachten dass die Wirkung von Waffen immer nur punktuell wirkt. Also nicht die ganze Hülle auf einmal belastet. Die Kinetische Wirkung kann sie natürlich durchdringen und dadurch auch das Schiff zerstören, aber im normalen Fall verteilt sich die kinetische Energie über die ganze Hülle und wird so wesentlich geringer in der Wirkung.
Fliegst Du mit dem Schiff dagegen in eine für Menschen atembare Atmosphäre, wirkt diese auf die gesamte Hülle gleichzeitig. Übertrifft dabei der Druck pro Quadratzentimeter den Schwellenwert, dann zerdrückt es Dir das Schiff, ehe Du Verdammt sagen kannst.
Jana dachte etwas darüber nach, dann nickte sie. Verstehe. Und so ein Shuttle... Hat eine speziell dafür konzipierte Hülle, dadurch ist es aber sehr viel schwerer als ein normales Schiff. Das macht es wieder nur für diesen einen Zweck nutzbar, da es beim Ab- oder Aufstieg auch noch Fracht und Passagiere befördert, benötigt es Unmengen an Treibstoff und Energie. So ein Trip nach unten ist teuer, aber nach oben wird es richtig heftig.
Okay, jetzt weiß ich Bescheid, lass uns mal weiter fliegen.
Ich stimmte zu, warf noch einen nachdenklichen Blick auf das ganze Konstrukt und setzte Kurs auf die beiden weiteren Planeten.
Nach dem Scan stand fest, hier gab es nur den kleinen Außenposten. Wir standen vor der Wahl, entweder einen Weg zu finden, die vorhandenen Container mit einem anderen Schiff zu transportieren oder sie aufzugeben.
Haltet mich für verrückt, aber nachdem ich so weit geflogen war, um das Zeug zu verkaufen, wollte ich das auch zu ende bringen. Nach kurzer Beratung mit Jana waren wir uns einig, nicht aufzugeben. Darum suchte ich mir das nächstgelegene System mit großer Station heraus, und nahm Kurs darauf.
Dort angekommen fragte ich nach einer Möglichkeit, ein Schiff zu mieten. Anfangs wurde ich schief angeschaut, warum sollte jemand, der mit einer Anakonda ankam, der Königsklasse der Schiffe, ein anderes Schiff mieten wollen. Nach ein paar umständlichen Erklärungen, wurden wir endlich darüber informiert, dass es hier so etwas nicht gab. Aber auf Deck 7 hatten sie den Shuttleservice, welcher jeden Raumfahrer ohne Schiff gegen Gebühr transportierte. Einen Versuch war es wert, darum gingen wir dorthin.
Der Shuttleservice hatte einen einfachen Tresen direkt neben einem Zugang zu mehreren Flugdecks. Dahinter eine Uniformierte Mitarbeiterin an einer Konsole.
Was kann ich für Euch tun? Sie sprach uns an, kaum dass wir heran getreten waren.
Nun, ich bräuchte einen Transport für uns beide zu der Station ZWIELICHTRING im System Zettschulpin. Mit uns sollen auch noch vier Container dorthin transportiert werden.
Die Dame sah uns bestürzt an. Sir, wollen Sie wirklich dort hin?
Ja, gibt es damit ein Problem?
Im Prinzip nicht, es ist nur... das System ist nicht gerade sehr gefragt. Anders gesagt, kein Raumfahrer mit Verstand würde versuchen, dort Geschäfte zu machen.
Ich sah sie fest an, wollen Sie damit sagen, ich hätte keinen...?
Nein, Sir das haben sie missverstanden, ich wollte doch nur...
Lassen sie das, haben Sie jetzt ein geeignetes Transportmittel? Und können wir im ZWIELICHTRING für den Rückweg ebenfalls ein Shuttle buchen?
Sie tippte etwas in ihre Konsole.
Beides ist möglich, allerdings haben wir vor Ort kein Shuttle mit Frachtraum verfügbar, es würde zwei Tage dauern, bis wir das benötigtes Schiff vor Ort haben.
Zwei Tage?
Ja, schneller geht es leider nicht.
Wie hoch sind die Kosten?
1200 Credits. Der Betrag würde vermutlich jeden Gewinn aufzehren, doch ich wollte das jetzt unbedingt zu ende bringen.
Ich bezahlte, bekam die Tickets. Die Container wurden automatisch aus meinem Schiff entladen und für den bevorstehenden Transport zwischengelagert. Auch dafür bekam ich ein Dokument.
Dann waren wir hier fertig.
Was tun wir jetzt so lange? Jana sah mich an, na hier wird es doch irgend etwas geben, wo man sich die Zeit vertreiben kann, eine Bar, oder irgend etwas anderes.
Gut, dann sehen wir uns mal um. Wir gingen zur Hauptebene, hier spielte sich das öffentliche Leben auf der Station ab. Lokale, Geschäfte und Bars reihten sich wild durcheinander um den Hauptring. Überall liefen Leute herum, dazwischen kleine Verkaufsstände, Imbisswägen und Werbeholos. Eines erregte Janas Aufmerksamkeit.
Die angegebenen Daten sagte, die letzte Vorstellung würde am morgigen Abend statt finden.
Jana sah mich fragend an. Können wir uns das ansehen?
Wenn Du willst, klar. Wir besorgten uns Tickets. Danach gingen wir etwas Essen.
Hingen anschließend in einer Bar herum, langsam neigte sich der virtuelle Tag seinem Ende zu, das Licht wurde leicht gedimmt. Mancher Mensch verschwand, andere tauchten neu auf, in der Bar herrschte reges kommen und gehen, Gespräche wurden geführt, Freundschaften geschlossen oder beendet. Es fand das Leben statt, wie es von uns Menschen seit sehr langer Zeit geführt wurde. Wir beobachteten oder nahmen Teil, wie es sich gerade ergab, bis ich müde wurde. Jana schien noch nicht müde, während ich entschied, mich an Bord zurück zu ziehen, entschloss sie sich, die Station auf eigene Faust zu erkunden.
Ich lies sie ziehen, sie würde auf sich selbst aufpassen können.
Zurück an Bord machte ich mich frisch und legte mich schlafen,
Bei der Annäherung an den bewohnbaren Planeten zeigte sich eine Orbitalstation. Verärgert musste ich in der Ortung feststellen, dass es sich dabei um einen kleinen Außenposten mit Namen ZWIELICHTRING handelte, dessen Landepads maximal mittleren Schiffen platz boten. Meine Ana konnte dort nicht andocken.
Verdammt, dann haben wir den Weg umsonst gemacht, meinte Jana.
Scheint so. Lass uns aber erst mal alles scannen. Zumindest kennen wir dann das System.
Wir näherten uns dem ersten Planeten, scannten seine Oberfläche, dabei stellte sich heraus, dass seine Rotation an den Stern gebunden war, auf der Tagseite herrschte große Hitze, die Nachtseite war eiskalt. Gemäßigte Temperaturen gab es nur am Terminator, dort, das ergaben die Scans befanden sich auch die einzigen Siedlungen.
Beim Umkreisen kamen wir nahe an die Orbitalstation heran, nun zeigte sich etwas, das der VSS nicht aufgedeckt hatte.
Von der kleinen Station ging ein langer Ausleger zu einer weiteren Plattform, darauf stand etwas, von dem ich bisher nur gehört hatte, aber es noch nie selbst gesehen hatte.
Was ist das? Jana sah ebenso fasziniert hin, wie ich.
Ein Landungsshuttle. Gebaut um auf erdähnlichen Planeten mit dichter Atmosphäre zu landen und davon auch wieder in den Orbit zu starten.
Davon hab ich noch nie gehört, so etwas gibt es also auch?
Ja, sie sind selten, gesehen habe ich so etwas auch noch nie.
Dass hier so etwas steht, bedeutet doch, dass man auf Zettschulpin landen kann, warum fliegen wir nicht einfach selber runter?
Weil unser Schiff dabei zerstört würde.
Du bist damit aber doch auf dem Planeten gelandet, wo Du Sabrina aufgegabelt hast. Der hatte doch auch eine Atmosphäre, warum ging es dort, und hier nicht?
Weil die Dichte der Atmosphäre auf dem Planeten noch nicht den Schwellenwert überschritten hatte. Dies hätte erst im Zuge des Terraformings geschehen sollen. Der ausgebrochene Mantelplum hat den Prozess beschleunigt, doch es war zum Glück genügend Zeit geblieben, um die Station zu evakuieren. Gerade eben so...
Tatsache ist aber, kein normales Schiff, egal wie groß oder robust, hält den Belastungen einer Landung in dichter Atmosphäre stand.
Warum? Kannst Du mir das erklären.
Pass auf, begann ich, so ein Schiff wie unseres ist dafür gebaut, im inneren die Atmosphäre zu halten, das bedeutet es muss dem Innendruck genügend Widerstand gegen das Vakuum des Alls entgegensetzten, so dass es nicht aufplatzt wie ein Ei in der Mikrowelle.
Gleichzeitig muss es natürlich Beschuss, gleich welcher Art, aushalten. Es ist ein Balanceakt zwischen den Kräften die von Innen und von Außen wirken.
Dabei muss man beachten dass die Wirkung von Waffen immer nur punktuell wirkt. Also nicht die ganze Hülle auf einmal belastet. Die Kinetische Wirkung kann sie natürlich durchdringen und dadurch auch das Schiff zerstören, aber im normalen Fall verteilt sich die kinetische Energie über die ganze Hülle und wird so wesentlich geringer in der Wirkung.
Fliegst Du mit dem Schiff dagegen in eine für Menschen atembare Atmosphäre, wirkt diese auf die gesamte Hülle gleichzeitig. Übertrifft dabei der Druck pro Quadratzentimeter den Schwellenwert, dann zerdrückt es Dir das Schiff, ehe Du Verdammt sagen kannst.
Jana dachte etwas darüber nach, dann nickte sie. Verstehe. Und so ein Shuttle... Hat eine speziell dafür konzipierte Hülle, dadurch ist es aber sehr viel schwerer als ein normales Schiff. Das macht es wieder nur für diesen einen Zweck nutzbar, da es beim Ab- oder Aufstieg auch noch Fracht und Passagiere befördert, benötigt es Unmengen an Treibstoff und Energie. So ein Trip nach unten ist teuer, aber nach oben wird es richtig heftig.
Okay, jetzt weiß ich Bescheid, lass uns mal weiter fliegen.
Ich stimmte zu, warf noch einen nachdenklichen Blick auf das ganze Konstrukt und setzte Kurs auf die beiden weiteren Planeten.
Nach dem Scan stand fest, hier gab es nur den kleinen Außenposten. Wir standen vor der Wahl, entweder einen Weg zu finden, die vorhandenen Container mit einem anderen Schiff zu transportieren oder sie aufzugeben.
Haltet mich für verrückt, aber nachdem ich so weit geflogen war, um das Zeug zu verkaufen, wollte ich das auch zu ende bringen. Nach kurzer Beratung mit Jana waren wir uns einig, nicht aufzugeben. Darum suchte ich mir das nächstgelegene System mit großer Station heraus, und nahm Kurs darauf.
Dort angekommen fragte ich nach einer Möglichkeit, ein Schiff zu mieten. Anfangs wurde ich schief angeschaut, warum sollte jemand, der mit einer Anakonda ankam, der Königsklasse der Schiffe, ein anderes Schiff mieten wollen. Nach ein paar umständlichen Erklärungen, wurden wir endlich darüber informiert, dass es hier so etwas nicht gab. Aber auf Deck 7 hatten sie den Shuttleservice, welcher jeden Raumfahrer ohne Schiff gegen Gebühr transportierte. Einen Versuch war es wert, darum gingen wir dorthin.
Der Shuttleservice hatte einen einfachen Tresen direkt neben einem Zugang zu mehreren Flugdecks. Dahinter eine Uniformierte Mitarbeiterin an einer Konsole.
Was kann ich für Euch tun? Sie sprach uns an, kaum dass wir heran getreten waren.
Nun, ich bräuchte einen Transport für uns beide zu der Station ZWIELICHTRING im System Zettschulpin. Mit uns sollen auch noch vier Container dorthin transportiert werden.
Die Dame sah uns bestürzt an. Sir, wollen Sie wirklich dort hin?
Ja, gibt es damit ein Problem?
Im Prinzip nicht, es ist nur... das System ist nicht gerade sehr gefragt. Anders gesagt, kein Raumfahrer mit Verstand würde versuchen, dort Geschäfte zu machen.
Ich sah sie fest an, wollen Sie damit sagen, ich hätte keinen...?
Nein, Sir das haben sie missverstanden, ich wollte doch nur...
Lassen sie das, haben Sie jetzt ein geeignetes Transportmittel? Und können wir im ZWIELICHTRING für den Rückweg ebenfalls ein Shuttle buchen?
Sie tippte etwas in ihre Konsole.
Beides ist möglich, allerdings haben wir vor Ort kein Shuttle mit Frachtraum verfügbar, es würde zwei Tage dauern, bis wir das benötigtes Schiff vor Ort haben.
Zwei Tage?
Ja, schneller geht es leider nicht.
Wie hoch sind die Kosten?
1200 Credits. Der Betrag würde vermutlich jeden Gewinn aufzehren, doch ich wollte das jetzt unbedingt zu ende bringen.
Ich bezahlte, bekam die Tickets. Die Container wurden automatisch aus meinem Schiff entladen und für den bevorstehenden Transport zwischengelagert. Auch dafür bekam ich ein Dokument.
Dann waren wir hier fertig.
Was tun wir jetzt so lange? Jana sah mich an, na hier wird es doch irgend etwas geben, wo man sich die Zeit vertreiben kann, eine Bar, oder irgend etwas anderes.
Gut, dann sehen wir uns mal um. Wir gingen zur Hauptebene, hier spielte sich das öffentliche Leben auf der Station ab. Lokale, Geschäfte und Bars reihten sich wild durcheinander um den Hauptring. Überall liefen Leute herum, dazwischen kleine Verkaufsstände, Imbisswägen und Werbeholos. Eines erregte Janas Aufmerksamkeit.
Illumination Earth
Erleben sie die schönsten und berühmtesten
Orte und Gebäude
der ERDE.
Einmalige Gelegenheit, nur zwei Vorstellungen.
(Projiziert im Galaxy-Dom in 13G, Musik in POLY-Kosmos)
Erleben sie die schönsten und berühmtesten
Orte und Gebäude
der ERDE.
Einmalige Gelegenheit, nur zwei Vorstellungen.
(Projiziert im Galaxy-Dom in 13G, Musik in POLY-Kosmos)
Die angegebenen Daten sagte, die letzte Vorstellung würde am morgigen Abend statt finden.
Jana sah mich fragend an. Können wir uns das ansehen?
Wenn Du willst, klar. Wir besorgten uns Tickets. Danach gingen wir etwas Essen.
Hingen anschließend in einer Bar herum, langsam neigte sich der virtuelle Tag seinem Ende zu, das Licht wurde leicht gedimmt. Mancher Mensch verschwand, andere tauchten neu auf, in der Bar herrschte reges kommen und gehen, Gespräche wurden geführt, Freundschaften geschlossen oder beendet. Es fand das Leben statt, wie es von uns Menschen seit sehr langer Zeit geführt wurde. Wir beobachteten oder nahmen Teil, wie es sich gerade ergab, bis ich müde wurde. Jana schien noch nicht müde, während ich entschied, mich an Bord zurück zu ziehen, entschloss sie sich, die Station auf eigene Faust zu erkunden.
Ich lies sie ziehen, sie würde auf sich selbst aufpassen können.
Zurück an Bord machte ich mich frisch und legte mich schlafen,
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Re: Eine Pilotenkarriere - Der Anfang
Der nächste Tag begann mit einem kleinen Frühstück, das ich mir in der Kombüse zubereitete.
Jana war noch nicht wach. Ich wollte sie nicht überwachen, dennoch konnte ich an der Konsole ablesen, dass sie noch nicht länger als zwei Stunden an Bord war. Demzufolge würde sie sicher noch eine Weile schlafen.
Die Vorstellung würde erst am Abend beginnen, so lange gab es nichts zu tun. Ich überlegte, wie ich mir die Zeit vertreiben konnte.
Zuerst sah ich mir das Handelsregister der Station an, fand aber nichts besonderes. Am Auftragsboard fand sich auch nicht gerade aufregendes.
Am oder im Schiff wollte ich nichts tun, damit ich Jana nicht durch zu viel Lärm wecken würde.
Dann fiel mir das Tagebuch ein. Ich hatte schon sehr lange keine Gelegenheit mehr gehabt, darin weiter zu lesen. Jetzt war dafür Zeit, und ich würde keinen Lärm machen.
Zudem, jetzt wo ich daran dachte, packte mich doch wieder die Neugierde.
Ich holte das Buch, schenkte mir noch ein großes Glas Zitronenlimonade ein. Begab mich damit in die Aussichtskanzel, einer der bequemen Sessel neben dem ein kleiner Beistelltisch stand, wurde zu meinem Refugium erklärt. Ich machte es mir bequem und schlug das Buch an der Stelle auf, an der ich zuletzt unterbrochen hatte.
Der Reaktor startete stotternd, lief unregelmäßig. Noch nie hatte ich solch beunruhigende Geräusche gehört, doch er lief und versorgte das Schiff mit Energie. Die Schwankungen waren in der Anzeige des Energieverteilers deutlich zu sehen, die bereitgestellte Energie reichte nicht ganz, in den Momenten da der Reaktor zum Minimum kam, wurde mehr von den Maschinen verbraucht, die Kondensatoren leerten sich bedenklich, dann gab es wieder einen Überschuss an Energie, sie füllten sich wieder. Beim Start vom Asteroiden sah ich, dass die vorgehaltene Energie für die Triebwerke bedenklich weit abfiel. Fast waren die Kondensatoren leer, da füllten sie sich wieder.
Im Orbit stoppte ich.
Bevor ich weiter fliegen konnte, musste ich die Priorität für die Verteilung anpassen, so viel wie möglich für die Triebwerke, die Kondensatoren für die Waffen; es waren ja keine vorhanden; nahm ich gänzlich vom Netz, dem Schildgenerator teilte ich das absolute Minimum zu.
So funktionierte es, doch die Lebenserhaltung, die vom Generator direkt versorgt wurde, erfuhr durch dessen Schwankungen viel Stress, dagegen tun konnte ich leider nichts. Ich konnte nur hoffen, dass sie bis zu meinem Ziel durchhalten würde.
Nach all den Justierungen konzentrierte ich mich auf den Flug. Der Asteroid, auf dem mein geliebter Subidi begraben lag, auf dem ich im Moment seines größten Schmerzes das erste außerirdische Artefakt fand, blieb hinter mir zurück, schrumpfte zu einem lichtschwachen Punkt und verschwand endgültig in der kalten Dunkelheit des Alls.
Nun musste ich das größte Wagnis eingehen, ich suchte mir den nächsten Zielstern heraus, programmierte den Sprung, und aktivierte mit zitternden Fingern den Frameshiftantrieb.
Treibstoff wurde in reine Energie umgewandelt, in die Wandlerkammern des FSD gepumpt und für den Moment vorgehalten, in dem sie mich durch den Whitchspace in das gewählte System befördern sollte.
Endlich war der Antrieb voll aufgeladen, der Countdown begann, zählte herunter, dumpfes Grollen zeigte an, dass der FSD sich anschickte, ein Loch in die Raumzeit zu reißen und mein Schiff hindurch zu bewegen.
Blitze zuckten auf, beunruhigt sah ich sie um mein Cockpit wabern, normal war das nicht, hatte ich bei der Reparatur etwas falsch gemacht?
Der Countdown kam zur Zwei, keine Zeit mehr, etwas zu bereuen, der Sprung wurde gleich ausgelöst, kam ich durch, würde ich es wissen, wenn nicht, würde ich Subidi ins dunkle Nichts folgen.
Hier endete der Eintrag mitten in der Seite, ich musste umblättern.
Dass ich diese Zeilen schreiben kann, beweist, dass der Sprung gelang.
Dass es dennoch knapp war, konnte ich gerade noch erkennen, als Schiff in den Whitchspace eindrang, vor mir zeigte sich der normale Whitchspace mit seinem bunten Farbenspiel, knapp hinter mir zog sich ein absolut schrecklich grauer Abgrund dahin, eilte auf mich zu.
Nur die ungeheure Geschwindigkeit des Sprungs rettete mich, das Grau musste noch einen Teil vom Heck berührt haben.
Grauenvolles kreischen drang durch das ganze Schiff, klang nach wie eine Glocke in einer Kathedrale, nur unsagbar viel schrecklicher. Der Sprung dauerte lange, es wurde leiser an Bord, das Schiff taumelte, entkam dem Whitchspaße und trudelte rotierend vor einen K-Stern.
Ich hatte Mühe, es zu stabilisieren. Beunruhigt stellte ich fest, dass der Sprung anscheinend viel mehr Treibstoff benötigt hatte. Ich hatte keinen Sinn dafür, das System zu scannen, ließ den Scanner außer Acht und begann sofort mit dem Tankvorgang. Erleichtert sah ich, dass der Fuelscoop wie vorgesehen funktionierte und der Tank sich zügig füllte. Nachdem er bis zum Rand gefüllt war, entfernte ich mich von dem Stern. Kurz überlegte ich, dann programmierte ich einen Kurs über die nächsten 1000 Lichtjahre zurück in die Heimat.
Der nächste Stern auf der Route war ein M-Zwerg, ich achtete peinlich genau auf die Treibstoffanzeige und löste den Sprung aus. Auch jetzt verbrauchte der Antrieb mehr als ich dachte. Mehr als zwei Sprünge würde ich mit einer Tankfüllung nicht bewältigen können. Es war also angeraten, den Kurs entsprechend zu planen, damit ich jederzeit nach tanken konnte.
Der Rückflug war mühsam, ich kam nur langsam näher an die Heimat, das Stottern des Generators hatte sich irgendwie auf den FSD übertragen, nicht jeder Sprung gelang, auch hier zeigten sich seltsame Aussetzer, mit zunehmender Häufigkeit musste ich einen Sprung mehr als einmal auslösen, dazu stieg der verbrauch von Treibstoff an. Minimal, aber doch nachweisbar. Am Protokoll des Fuelscoop, der nach wie vor zuverlässig arbeitete, konnte ich die nach getankte Menge ablesen. Alle zehn bis zwanzig Sprünge war es ein Zehntel Prozent mehr.
Der steigende Verbrauch beunruhigte mich sehr. Auch wurde es im Schiff zunehmend kälter, die Klimatisierung funktionierte nicht mehr perfekt, zu wenig Feuchtigkeit wurde der Atmosphäre zugesetzt. Das Recycling lief noch zufriedenstellend, auch wenn es in manchen Rohren verdächtig gluckerte. Doch wie lange noch, wenn es im Schiff zu kalt wurde, würden die Leitungen einfrieren.
Ich hatte zwei Drittel des Weges geschafft, als der Treibstoffverbrauch des FSD den kritischen Moment erreichte.
Zutiefst unsicher, ob ich ihn jemals wieder starten konnte, schaltete ich ihn ab und begann, ihn Stück für Stück zu überprüfen. Je tiefer ich in sein Inneres vordrang, desto deutlicher erkannte ich, wie schlecht es darum stand.
Verbindungen hatten sich gelockert, Bauteile verzogen. Verschiedene Teile waren verschlissen, deren Austausch war eine Herausforderung, da ich kaum noch Materialien hatte. Ich musste improvisieren, hochfeste Metalle durch andere, leichtere Legierungen ersetzen. Deren Lebensdauer konnte ich nur schätzen. Jeden Krümel Metall, den ich bergen konnte, führte ich dem Recycling zu, immer in der Gewissheit, dass die Qualität des zurück gewonnenen Metalls nicht mehr die selbe war.
Am Ende gingen mir die Ersatzteile aus, um weiter machen zu können zerlegte ich verschiedene Systeme im Schiff, auf die ich meinte, verzichten zu können. Die Kombüse fiel meiner Improvisationskunst zuerst zum Opfer. Ernähren würde ich mich für den Rest des Fluges von den letzten Konzentraten und schal schmeckendem Wasser.
Selbst das Bett in meiner Kabine wurde zerlegt und deren Material in dringender benötigtes umgewandelt.
Endlich hatte ich es geschafft, der FSD würde wieder laufen, hoffentlich lange genug, um die Zivilisation zu erreichen.
Tage später war ich fast am Ende, nur noch wenige Sprünge trennten mich von meinem Ziel.
Die Konzentrate gingen zur Neige, kein Problem, dachte ich, Hunger ließ sich aushalten. Sauerstoff dagegen war dringend notwendig. Ich hatte jetzt fast permanent den Raumanzug an und hielt den Helm geschlossen. Der Sauerstoff in der Bordatmosphäre hatte einen gefährlich niedrigen Anteil erreicht, erst in mehreren Stunden würde ich den Helm wieder für eine kurze Zeit abnehmen können.
Der Antrieb stotterte immer heftiger, auch das Kraftwerk hatte an Effizienz eingebüßt, um den Antrieb weiter benutzen zu können, hatte ich den Schild komplett abgeschaltet.
Der nächste Sprung stand an, wieder musste ich den FSD mehrfach zünden um endlich einen Sprung weiter zu kommen. Er führte beinahe über die maximal mögliche Sprungdistanz, beinahe saugte es mir dabei den Tank leer, ich kam gerade noch nahe genug an den Stern heran, damit der Fuelscoop sich aktivierte.
Zeit, kürzer zu treten, lieber machte ich noch ein paar Sprünge mehr, kam aber hoffentlich an mein Ziel. Ich programmierte die Route um, plante kürzere Sprünge, immer an Hauptreihensterne.
Mehrere Sprünge nacheinander gelangen, nur noch drei trennten mich von meinem Ziel.
Schwindel packte mich, die Konzentration ließ nach, ich wusste was das bedeutete. Für den Weiterflug war ich zu erschöpft, brauchte dringend eine Pause.
Ich parkte das Schiff nahe am Stern, stellte den Antrieb auf Standby und legte mich direkt im Cockpit auf den Copilotensitz, den ich in Liegeposition geklappt hatte.
Schnell schlief ich ein, erwachte nach Stunden aus einem traumlosen Schlaf.
Ein Check der Klimatisierung zeigte, ich konnte für eine Stunde den Anzug ablegen.
Ich nutzte die Zeit für alles, was jetzt notwendig war. Halbwegs erholt und gesättigt schlüpfte ich zurück in den Anzug, schloss den Helm und bereitete mich auf die letzten Etappen vor.
Ich wollte gerade den Sprungantrieb aktivieren, als ich etwas an meinem Helm vorbei schweben sah.
Meinen Blick darauf gerichtet erkannte ich das Fundstück aus der fremden Station. Es musste sich aus der Tasche des Raumanzugs gelöst haben, nur wie hatte das geschehen können. Seltsamerweise flog es keine gerade Bahn, wie es in der Schwerelosigkeit hätte sein müssen, sondern folgte einer Parabel. Fasziniert sah ich zu, wie es sich der Navigationskonsole näherte.
Plötzlich beschleunigte sich die Bewegung, ehe ich reagieren konnte hatte es sich an die Navigationskonsole geheftet, wie sie das konnte, wusste ich nicht.
Mehrere Sekunden lang geschah nichts, dann flackerte der Bildschirm der Navigationskonsole. Heftig aufleuchtend erschienen sonderbare Zeichen, es sprang auf den nebenan liegenden Bildschirm über, dann flackerte die Beleuchtung im Cockpit, es wurde dunkler. Als nächstes drang aus den Lautsprechern ein seltsames Heulen, Knacken und Rauschen, gemischt mit dumpfen Basstönen. Die Sicherheitskonsole gab kurz Alarm, dann erschienen auch hier die seltsamen Zeichen. Mehr und mehr Bildschirme folgten. In dem Augenblick als die Flugkontrolle ebenfalls erfasst wurde und anschließend das Kraftwerk stotterte, versagte auch der FSD. Mit schrecklichem Rütteln und kreischen fiel das Schiff in den Normalraum. Überall krachte es, Funken sprangen.
Mich hatte es beinahe aus dem Pilotensitz geschleudert, hektisch löste ich den Gurt, kroch zu der Konsole, laufen war in dem wild rotierenden Schiff unmöglich. Ich griff nach dem Objekt, verfehlte es zwei mal, ehe ich es greifen und von der Konsole entfernen konnte.
Alles fiel aus, das Schiff wurde vollständig abgeschaltet.
Ich lag in vollkommener Finsternis vor der Navigationskonsole auf dem Deck. Schwindel ergriff mich, ausgelöst durch die Rotation über mehrere Achsen.
Was sollte ich jetzt tun? Zuerst musste ich den Reaktor wieder starten. Wo war noch der Hauptschalter? Von der Navigation aus lag er rechts. Ich tastete mich vorwärts, fühlte Schalter und Knöpfe, bis ich endlich den großen Hebel in meinen Händen fühlte.
Da er noch auf ON stand, musste ich ihn zuerst auf OFF stellen.
Danach musste ich ihn dreimal hin und her bewegen, pumpte so genug Kraft in die Federmechanik, die den eigentlichen Kontakt auslöste.
Dann legte ich den Schalter mit einem Ruck um, es klackte laut. Zuerst geschah nichts, dann ertönte tief aus dem Schiff ein rauschen, summend erwachten Magnetfelder, dann ein leises Bloff, mit dem die Reaktionsmasse in der Kammer in die Fusion ging. Endlich floss wieder Energie in die Kondensatoren, die zuerst aufgeladen wurden. Dann ging flackernd das Licht an. Ich sah wieder, wohin ich musste, Kroch zum Pilotensessel. Zog mich dort hoch, schnallte mich an. Es dauerte noch einen Moment, ehe ich die Triebwerke zünden konnte. Dann versuchte ich vorsichtig, gegen die Rotation zu steuern. So feinfühlig, wie möglich glich ich die erste Achse aus, nahm mir dann die nächste vor. Zuletzt rotierte das Schiff noch über die Gierachse, auch diese stoppte ich.
Ein Blick auf die Treibstoffanzeige gab mir die Gewissheit, dass ich den nächsten Sprung noch ausführen konnte, ehe ich tanken musste.
Doch das Zielsystem war nicht mehr in der Navigation. Ich musste es neu programmieren, doch in der Navigationskonsole war.. NICHTS. ALLE Einträge darin waren gelöscht.
Ich starrte fassungslos auf den leeren Bildschirm. Wie es auch immer geschehen war, durch den Kontakt mit dem Artefakt war der gesamte Speicher leer.
Es war offensichtlich gefährlich. Am besten hielt ich es zukünftig von aller Technik fern.
Vorerst jedoch wollte ich den nächsten Sprung ausführen, das System zu finden, wohin ich als nächstes springen würde, war ohne Computer fast nicht zu schaffen, ich suchte über die Optik danach, nach Stunden hatte ich es gefunden fixierte es und löste den Sprung aus.
Alles ging schief, der Frameshift hatte mich noch in den Sprung gerissen, das Schiff raste auf den Zielstern zu, als tief aus dem Schiff eine Explosion drang. Sie zerstörte den FSD, zerriss die Lebenserhaltung und riss das Schiff an einer völlig unmöglichen Stelle aus dem Sprung.
Statt am Zielstern heraus zu kommen, fand ich mich im Asteroidenring nahe einem Gasriesen. Das Schiff trieb unkontrolliert hinein, prallte gegen einen eisigen Brocken, noch mehr wurde zerstört.
Dass ich gerade noch so überlebte, hatte ich dem geschlossenen Raumanzug und den Gurten des Pilotensitzes zu verdanken. Trümmer waren in der Zentrale wild durcheinander geschleudert worden, hatten sich in Konsolen und Wände gebohrt.
Überall im Schiff gab es Risse, die Atmosphäre entwich pfeifend, bis tödliche Stille herrschte.
Mein Schiff war endgültig zu Schrott geworden, es gab keinen Antrieb mehr, keine Energie, Lebenserhaltung oder Funk. Die Energie meines Anzuges würde noch etwa zwei Stunden reichen, danach war...
Nur sehr langsam drang die Erkenntnis zu meinem Bewusstsein durch, dass ich verloren war.
Rettung würde keine kommen, niemand wusste, wo ich war, niemand würde nach mir suchen...
Ich hatte keine Chance, einzig diese letzten Zeilen aufzuschreiben, bleibt mir noch.
Wer auch immer dieses Buch findet, bitte bringt mein Schiff zurück zu meiner Familie, die Kontaktadresse habe ich aufgeschrieben.
Und vernichtet das Artefakt, es ist gefährlich!
Subidi, ich komme zu Dir...
Ich starrte auf die letzten Zeilen, unfähig, mir vorzustellen, wie schrecklich das beschriebene Geschehen gewesen sein musste.
Zumindest kannte ich jetzt die ganze Geschichte, wie das Schiff auf den Asteroiden geraten war.
Auch der leere Speicher erklärte sich durch die Erzählung, natürlich hatten die Leute von der Boa die kosmische Strahlung verantwortlich gemacht. Sie hatten ja keine Ahnung davon, was wirklich vorgefallen war.
Ich stand auf, holte die Isolierbox, nahm das Teil heraus, sah es mir an, drehte es in meinen Händen.
Hatte ich Glück gehabt, dass es mir das Schiff nicht zerstört hatte? Lag es an der weiterentwickelten Computer- und Sicherheitstechnik? Riskieren wollte ich jedenfalls nichts. Besser ich packte es wieder in...
Geräusche im Schiff lenkten mich ab. Jana war offenbar erwacht, das Schott öffnete sich, schnell steckte ich das Teil in eine der Taschen an meinem Raumanzug und versiegelte sie.
Jana kam herein, ah da bist Du, ich hab dich überall gesucht.
Ich wollte dich nicht wecken, hab hier gelesen. Ich hielt das alte Buch hoch.
Das alte Buch? Jana schien nicht besonders interessiert. Was steht denn da drin?
Das ist das Tagebuch eines Explorers. Willst Du mal rein schauen? Offen gesagt hoffte ich, dass sie nein sagen würde, versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Hätte ich versucht, es vor ihr zu verbergen, wäre sie nur neugierig geworden. So zeigte ich ihr das Buch, bot an, dass sie es lesen könnte.
Nee, lass mal stecken, das interessiert mich nicht, Exploring ist dein Ding.
Schade, das ist echt interessant, setzte ich noch eins drauf. Jana lehnte trotzdem ab.
Ich war erleichtert, nicht dass ich vor Ihr Geheimnisse haben wollte, doch der Nachweis von Außerirdischen, dazu ein offenbar gefährliches Artefakt, es war nicht auszudenken, sollte es in falsche Hände geraten. Und je weniger davon wussten...
Na gut, sagte ich beiläufig. Was hast Du denn letzte Nacht noch gemacht, bist echt spät zurück gekommen, oder?
Sie Grinste mich an, legte ein dickes Bündel Creditscheine auf den Tisch.
Das sind 20 Millionen, hab ich gestern beim Schießen gewonnen.
Ich starrte auf das Bündel, dann zu ihr. Beim Schießen?
Ja, ich schlenderte so durch die Station, wusste nicht so recht, was ich tun könnte, da begegneten mir ein paar Leute, sahen meine geliebte Dolores.
Moment, wer ist Dolores?
Sie deutete auf die Waffe, die ich ihr gekauft hatte. Dolores, ich dachte sie braucht einen Namen.
Gab man einer Waffe einen Namen? Der Gedanke war mir noch nie gekommen, einem Schiff ja, das war gängige Praxis. Aber... egal dachte ich, es war ihre Waffe, wenn sie ihr einen Namen gab, dann war das ihre Sache.
Okay, sie haben also Dolores gesehen, und dann?
Dann meinten sie wohl, sie hätten da ein leichtes Opfer gefunden, sie forderten mich zu einem Wettschießen heraus.
Sie grinste wieder, ich hab natürlich mit gemacht. Der Einsatz waren 5 Millionen.
Die Du nicht hattest, fiel ich Ihr ins Wort. War das nicht leichtsinnig?
Naja, die Jungs waren ja noch so grün hinter den Ohren, und ich hab ja auch gewonnen. Dolores schießt super genau.
Und was hat die Reparatur des Schießstands diesmal gekostet?
Nichts, ich bin doch nicht bescheuert, hab diesmal nur auf niedrigster Einstellung geschossen.
Aber, sie zwinkerte mir zu, das hat auch gereicht.
Sie haben mir hinterher ohne Widerstand das Geld gegeben. Hatten wohl Angst ich könnte statt auf die Zielhologramme auf sie schießen. Sie lachte, nicht dass ich so was nicht mal vor mich hin gemurmelt hätte. Natürlich laut genug, dass sie es mit bekommen haben.
Und was hast Du jetzt mit deinem Gewinn vor?
Äh, keine Ahnung. Willst Du es nicht?
Nein, behalt das mal, schließlich hast Du es gewonnen.
Ich sah auf die Zeitanzeige. Es war schon später als ich gedacht hatte, über dem Lesen des Tagebuchs war die Zeit scheinbar schneller vergangen.
Wir haben noch zwei Stunden bis die Vorstellung beginnt. Wollen wir vorher noch was essen?
Klar will ich das, ich glaub, ich könnte gerade eine ganze Torte allein verputzen.
Jana war noch nicht wach. Ich wollte sie nicht überwachen, dennoch konnte ich an der Konsole ablesen, dass sie noch nicht länger als zwei Stunden an Bord war. Demzufolge würde sie sicher noch eine Weile schlafen.
Die Vorstellung würde erst am Abend beginnen, so lange gab es nichts zu tun. Ich überlegte, wie ich mir die Zeit vertreiben konnte.
Zuerst sah ich mir das Handelsregister der Station an, fand aber nichts besonderes. Am Auftragsboard fand sich auch nicht gerade aufregendes.
Am oder im Schiff wollte ich nichts tun, damit ich Jana nicht durch zu viel Lärm wecken würde.
Dann fiel mir das Tagebuch ein. Ich hatte schon sehr lange keine Gelegenheit mehr gehabt, darin weiter zu lesen. Jetzt war dafür Zeit, und ich würde keinen Lärm machen.
Zudem, jetzt wo ich daran dachte, packte mich doch wieder die Neugierde.
Ich holte das Buch, schenkte mir noch ein großes Glas Zitronenlimonade ein. Begab mich damit in die Aussichtskanzel, einer der bequemen Sessel neben dem ein kleiner Beistelltisch stand, wurde zu meinem Refugium erklärt. Ich machte es mir bequem und schlug das Buch an der Stelle auf, an der ich zuletzt unterbrochen hatte.
Der Reaktor startete stotternd, lief unregelmäßig. Noch nie hatte ich solch beunruhigende Geräusche gehört, doch er lief und versorgte das Schiff mit Energie. Die Schwankungen waren in der Anzeige des Energieverteilers deutlich zu sehen, die bereitgestellte Energie reichte nicht ganz, in den Momenten da der Reaktor zum Minimum kam, wurde mehr von den Maschinen verbraucht, die Kondensatoren leerten sich bedenklich, dann gab es wieder einen Überschuss an Energie, sie füllten sich wieder. Beim Start vom Asteroiden sah ich, dass die vorgehaltene Energie für die Triebwerke bedenklich weit abfiel. Fast waren die Kondensatoren leer, da füllten sie sich wieder.
Im Orbit stoppte ich.
Bevor ich weiter fliegen konnte, musste ich die Priorität für die Verteilung anpassen, so viel wie möglich für die Triebwerke, die Kondensatoren für die Waffen; es waren ja keine vorhanden; nahm ich gänzlich vom Netz, dem Schildgenerator teilte ich das absolute Minimum zu.
So funktionierte es, doch die Lebenserhaltung, die vom Generator direkt versorgt wurde, erfuhr durch dessen Schwankungen viel Stress, dagegen tun konnte ich leider nichts. Ich konnte nur hoffen, dass sie bis zu meinem Ziel durchhalten würde.
Nach all den Justierungen konzentrierte ich mich auf den Flug. Der Asteroid, auf dem mein geliebter Subidi begraben lag, auf dem ich im Moment seines größten Schmerzes das erste außerirdische Artefakt fand, blieb hinter mir zurück, schrumpfte zu einem lichtschwachen Punkt und verschwand endgültig in der kalten Dunkelheit des Alls.
Nun musste ich das größte Wagnis eingehen, ich suchte mir den nächsten Zielstern heraus, programmierte den Sprung, und aktivierte mit zitternden Fingern den Frameshiftantrieb.
Treibstoff wurde in reine Energie umgewandelt, in die Wandlerkammern des FSD gepumpt und für den Moment vorgehalten, in dem sie mich durch den Whitchspace in das gewählte System befördern sollte.
Endlich war der Antrieb voll aufgeladen, der Countdown begann, zählte herunter, dumpfes Grollen zeigte an, dass der FSD sich anschickte, ein Loch in die Raumzeit zu reißen und mein Schiff hindurch zu bewegen.
Blitze zuckten auf, beunruhigt sah ich sie um mein Cockpit wabern, normal war das nicht, hatte ich bei der Reparatur etwas falsch gemacht?
Der Countdown kam zur Zwei, keine Zeit mehr, etwas zu bereuen, der Sprung wurde gleich ausgelöst, kam ich durch, würde ich es wissen, wenn nicht, würde ich Subidi ins dunkle Nichts folgen.
Hier endete der Eintrag mitten in der Seite, ich musste umblättern.
Dass ich diese Zeilen schreiben kann, beweist, dass der Sprung gelang.
Dass es dennoch knapp war, konnte ich gerade noch erkennen, als Schiff in den Whitchspace eindrang, vor mir zeigte sich der normale Whitchspace mit seinem bunten Farbenspiel, knapp hinter mir zog sich ein absolut schrecklich grauer Abgrund dahin, eilte auf mich zu.
Nur die ungeheure Geschwindigkeit des Sprungs rettete mich, das Grau musste noch einen Teil vom Heck berührt haben.
Grauenvolles kreischen drang durch das ganze Schiff, klang nach wie eine Glocke in einer Kathedrale, nur unsagbar viel schrecklicher. Der Sprung dauerte lange, es wurde leiser an Bord, das Schiff taumelte, entkam dem Whitchspaße und trudelte rotierend vor einen K-Stern.
Ich hatte Mühe, es zu stabilisieren. Beunruhigt stellte ich fest, dass der Sprung anscheinend viel mehr Treibstoff benötigt hatte. Ich hatte keinen Sinn dafür, das System zu scannen, ließ den Scanner außer Acht und begann sofort mit dem Tankvorgang. Erleichtert sah ich, dass der Fuelscoop wie vorgesehen funktionierte und der Tank sich zügig füllte. Nachdem er bis zum Rand gefüllt war, entfernte ich mich von dem Stern. Kurz überlegte ich, dann programmierte ich einen Kurs über die nächsten 1000 Lichtjahre zurück in die Heimat.
Der nächste Stern auf der Route war ein M-Zwerg, ich achtete peinlich genau auf die Treibstoffanzeige und löste den Sprung aus. Auch jetzt verbrauchte der Antrieb mehr als ich dachte. Mehr als zwei Sprünge würde ich mit einer Tankfüllung nicht bewältigen können. Es war also angeraten, den Kurs entsprechend zu planen, damit ich jederzeit nach tanken konnte.
Der Rückflug war mühsam, ich kam nur langsam näher an die Heimat, das Stottern des Generators hatte sich irgendwie auf den FSD übertragen, nicht jeder Sprung gelang, auch hier zeigten sich seltsame Aussetzer, mit zunehmender Häufigkeit musste ich einen Sprung mehr als einmal auslösen, dazu stieg der verbrauch von Treibstoff an. Minimal, aber doch nachweisbar. Am Protokoll des Fuelscoop, der nach wie vor zuverlässig arbeitete, konnte ich die nach getankte Menge ablesen. Alle zehn bis zwanzig Sprünge war es ein Zehntel Prozent mehr.
Der steigende Verbrauch beunruhigte mich sehr. Auch wurde es im Schiff zunehmend kälter, die Klimatisierung funktionierte nicht mehr perfekt, zu wenig Feuchtigkeit wurde der Atmosphäre zugesetzt. Das Recycling lief noch zufriedenstellend, auch wenn es in manchen Rohren verdächtig gluckerte. Doch wie lange noch, wenn es im Schiff zu kalt wurde, würden die Leitungen einfrieren.
Ich hatte zwei Drittel des Weges geschafft, als der Treibstoffverbrauch des FSD den kritischen Moment erreichte.
Zutiefst unsicher, ob ich ihn jemals wieder starten konnte, schaltete ich ihn ab und begann, ihn Stück für Stück zu überprüfen. Je tiefer ich in sein Inneres vordrang, desto deutlicher erkannte ich, wie schlecht es darum stand.
Verbindungen hatten sich gelockert, Bauteile verzogen. Verschiedene Teile waren verschlissen, deren Austausch war eine Herausforderung, da ich kaum noch Materialien hatte. Ich musste improvisieren, hochfeste Metalle durch andere, leichtere Legierungen ersetzen. Deren Lebensdauer konnte ich nur schätzen. Jeden Krümel Metall, den ich bergen konnte, führte ich dem Recycling zu, immer in der Gewissheit, dass die Qualität des zurück gewonnenen Metalls nicht mehr die selbe war.
Am Ende gingen mir die Ersatzteile aus, um weiter machen zu können zerlegte ich verschiedene Systeme im Schiff, auf die ich meinte, verzichten zu können. Die Kombüse fiel meiner Improvisationskunst zuerst zum Opfer. Ernähren würde ich mich für den Rest des Fluges von den letzten Konzentraten und schal schmeckendem Wasser.
Selbst das Bett in meiner Kabine wurde zerlegt und deren Material in dringender benötigtes umgewandelt.
Endlich hatte ich es geschafft, der FSD würde wieder laufen, hoffentlich lange genug, um die Zivilisation zu erreichen.
Tage später war ich fast am Ende, nur noch wenige Sprünge trennten mich von meinem Ziel.
Die Konzentrate gingen zur Neige, kein Problem, dachte ich, Hunger ließ sich aushalten. Sauerstoff dagegen war dringend notwendig. Ich hatte jetzt fast permanent den Raumanzug an und hielt den Helm geschlossen. Der Sauerstoff in der Bordatmosphäre hatte einen gefährlich niedrigen Anteil erreicht, erst in mehreren Stunden würde ich den Helm wieder für eine kurze Zeit abnehmen können.
Der Antrieb stotterte immer heftiger, auch das Kraftwerk hatte an Effizienz eingebüßt, um den Antrieb weiter benutzen zu können, hatte ich den Schild komplett abgeschaltet.
Der nächste Sprung stand an, wieder musste ich den FSD mehrfach zünden um endlich einen Sprung weiter zu kommen. Er führte beinahe über die maximal mögliche Sprungdistanz, beinahe saugte es mir dabei den Tank leer, ich kam gerade noch nahe genug an den Stern heran, damit der Fuelscoop sich aktivierte.
Zeit, kürzer zu treten, lieber machte ich noch ein paar Sprünge mehr, kam aber hoffentlich an mein Ziel. Ich programmierte die Route um, plante kürzere Sprünge, immer an Hauptreihensterne.
Mehrere Sprünge nacheinander gelangen, nur noch drei trennten mich von meinem Ziel.
Schwindel packte mich, die Konzentration ließ nach, ich wusste was das bedeutete. Für den Weiterflug war ich zu erschöpft, brauchte dringend eine Pause.
Ich parkte das Schiff nahe am Stern, stellte den Antrieb auf Standby und legte mich direkt im Cockpit auf den Copilotensitz, den ich in Liegeposition geklappt hatte.
Schnell schlief ich ein, erwachte nach Stunden aus einem traumlosen Schlaf.
Ein Check der Klimatisierung zeigte, ich konnte für eine Stunde den Anzug ablegen.
Ich nutzte die Zeit für alles, was jetzt notwendig war. Halbwegs erholt und gesättigt schlüpfte ich zurück in den Anzug, schloss den Helm und bereitete mich auf die letzten Etappen vor.
Ich wollte gerade den Sprungantrieb aktivieren, als ich etwas an meinem Helm vorbei schweben sah.
Meinen Blick darauf gerichtet erkannte ich das Fundstück aus der fremden Station. Es musste sich aus der Tasche des Raumanzugs gelöst haben, nur wie hatte das geschehen können. Seltsamerweise flog es keine gerade Bahn, wie es in der Schwerelosigkeit hätte sein müssen, sondern folgte einer Parabel. Fasziniert sah ich zu, wie es sich der Navigationskonsole näherte.
Plötzlich beschleunigte sich die Bewegung, ehe ich reagieren konnte hatte es sich an die Navigationskonsole geheftet, wie sie das konnte, wusste ich nicht.
Mehrere Sekunden lang geschah nichts, dann flackerte der Bildschirm der Navigationskonsole. Heftig aufleuchtend erschienen sonderbare Zeichen, es sprang auf den nebenan liegenden Bildschirm über, dann flackerte die Beleuchtung im Cockpit, es wurde dunkler. Als nächstes drang aus den Lautsprechern ein seltsames Heulen, Knacken und Rauschen, gemischt mit dumpfen Basstönen. Die Sicherheitskonsole gab kurz Alarm, dann erschienen auch hier die seltsamen Zeichen. Mehr und mehr Bildschirme folgten. In dem Augenblick als die Flugkontrolle ebenfalls erfasst wurde und anschließend das Kraftwerk stotterte, versagte auch der FSD. Mit schrecklichem Rütteln und kreischen fiel das Schiff in den Normalraum. Überall krachte es, Funken sprangen.
Mich hatte es beinahe aus dem Pilotensitz geschleudert, hektisch löste ich den Gurt, kroch zu der Konsole, laufen war in dem wild rotierenden Schiff unmöglich. Ich griff nach dem Objekt, verfehlte es zwei mal, ehe ich es greifen und von der Konsole entfernen konnte.
Alles fiel aus, das Schiff wurde vollständig abgeschaltet.
Ich lag in vollkommener Finsternis vor der Navigationskonsole auf dem Deck. Schwindel ergriff mich, ausgelöst durch die Rotation über mehrere Achsen.
Was sollte ich jetzt tun? Zuerst musste ich den Reaktor wieder starten. Wo war noch der Hauptschalter? Von der Navigation aus lag er rechts. Ich tastete mich vorwärts, fühlte Schalter und Knöpfe, bis ich endlich den großen Hebel in meinen Händen fühlte.
Da er noch auf ON stand, musste ich ihn zuerst auf OFF stellen.
Danach musste ich ihn dreimal hin und her bewegen, pumpte so genug Kraft in die Federmechanik, die den eigentlichen Kontakt auslöste.
Dann legte ich den Schalter mit einem Ruck um, es klackte laut. Zuerst geschah nichts, dann ertönte tief aus dem Schiff ein rauschen, summend erwachten Magnetfelder, dann ein leises Bloff, mit dem die Reaktionsmasse in der Kammer in die Fusion ging. Endlich floss wieder Energie in die Kondensatoren, die zuerst aufgeladen wurden. Dann ging flackernd das Licht an. Ich sah wieder, wohin ich musste, Kroch zum Pilotensessel. Zog mich dort hoch, schnallte mich an. Es dauerte noch einen Moment, ehe ich die Triebwerke zünden konnte. Dann versuchte ich vorsichtig, gegen die Rotation zu steuern. So feinfühlig, wie möglich glich ich die erste Achse aus, nahm mir dann die nächste vor. Zuletzt rotierte das Schiff noch über die Gierachse, auch diese stoppte ich.
Ein Blick auf die Treibstoffanzeige gab mir die Gewissheit, dass ich den nächsten Sprung noch ausführen konnte, ehe ich tanken musste.
Doch das Zielsystem war nicht mehr in der Navigation. Ich musste es neu programmieren, doch in der Navigationskonsole war.. NICHTS. ALLE Einträge darin waren gelöscht.
Ich starrte fassungslos auf den leeren Bildschirm. Wie es auch immer geschehen war, durch den Kontakt mit dem Artefakt war der gesamte Speicher leer.
Es war offensichtlich gefährlich. Am besten hielt ich es zukünftig von aller Technik fern.
Vorerst jedoch wollte ich den nächsten Sprung ausführen, das System zu finden, wohin ich als nächstes springen würde, war ohne Computer fast nicht zu schaffen, ich suchte über die Optik danach, nach Stunden hatte ich es gefunden fixierte es und löste den Sprung aus.
Alles ging schief, der Frameshift hatte mich noch in den Sprung gerissen, das Schiff raste auf den Zielstern zu, als tief aus dem Schiff eine Explosion drang. Sie zerstörte den FSD, zerriss die Lebenserhaltung und riss das Schiff an einer völlig unmöglichen Stelle aus dem Sprung.
Statt am Zielstern heraus zu kommen, fand ich mich im Asteroidenring nahe einem Gasriesen. Das Schiff trieb unkontrolliert hinein, prallte gegen einen eisigen Brocken, noch mehr wurde zerstört.
Dass ich gerade noch so überlebte, hatte ich dem geschlossenen Raumanzug und den Gurten des Pilotensitzes zu verdanken. Trümmer waren in der Zentrale wild durcheinander geschleudert worden, hatten sich in Konsolen und Wände gebohrt.
Überall im Schiff gab es Risse, die Atmosphäre entwich pfeifend, bis tödliche Stille herrschte.
Mein Schiff war endgültig zu Schrott geworden, es gab keinen Antrieb mehr, keine Energie, Lebenserhaltung oder Funk. Die Energie meines Anzuges würde noch etwa zwei Stunden reichen, danach war...
Nur sehr langsam drang die Erkenntnis zu meinem Bewusstsein durch, dass ich verloren war.
Rettung würde keine kommen, niemand wusste, wo ich war, niemand würde nach mir suchen...
Ich hatte keine Chance, einzig diese letzten Zeilen aufzuschreiben, bleibt mir noch.
Wer auch immer dieses Buch findet, bitte bringt mein Schiff zurück zu meiner Familie, die Kontaktadresse habe ich aufgeschrieben.
Und vernichtet das Artefakt, es ist gefährlich!
Subidi, ich komme zu Dir...
Ich starrte auf die letzten Zeilen, unfähig, mir vorzustellen, wie schrecklich das beschriebene Geschehen gewesen sein musste.
Zumindest kannte ich jetzt die ganze Geschichte, wie das Schiff auf den Asteroiden geraten war.
Auch der leere Speicher erklärte sich durch die Erzählung, natürlich hatten die Leute von der Boa die kosmische Strahlung verantwortlich gemacht. Sie hatten ja keine Ahnung davon, was wirklich vorgefallen war.
Ich stand auf, holte die Isolierbox, nahm das Teil heraus, sah es mir an, drehte es in meinen Händen.
Hatte ich Glück gehabt, dass es mir das Schiff nicht zerstört hatte? Lag es an der weiterentwickelten Computer- und Sicherheitstechnik? Riskieren wollte ich jedenfalls nichts. Besser ich packte es wieder in...
Geräusche im Schiff lenkten mich ab. Jana war offenbar erwacht, das Schott öffnete sich, schnell steckte ich das Teil in eine der Taschen an meinem Raumanzug und versiegelte sie.
Jana kam herein, ah da bist Du, ich hab dich überall gesucht.
Ich wollte dich nicht wecken, hab hier gelesen. Ich hielt das alte Buch hoch.
Das alte Buch? Jana schien nicht besonders interessiert. Was steht denn da drin?
Das ist das Tagebuch eines Explorers. Willst Du mal rein schauen? Offen gesagt hoffte ich, dass sie nein sagen würde, versuchte mir nichts anmerken zu lassen. Hätte ich versucht, es vor ihr zu verbergen, wäre sie nur neugierig geworden. So zeigte ich ihr das Buch, bot an, dass sie es lesen könnte.
Nee, lass mal stecken, das interessiert mich nicht, Exploring ist dein Ding.
Schade, das ist echt interessant, setzte ich noch eins drauf. Jana lehnte trotzdem ab.
Ich war erleichtert, nicht dass ich vor Ihr Geheimnisse haben wollte, doch der Nachweis von Außerirdischen, dazu ein offenbar gefährliches Artefakt, es war nicht auszudenken, sollte es in falsche Hände geraten. Und je weniger davon wussten...
Na gut, sagte ich beiläufig. Was hast Du denn letzte Nacht noch gemacht, bist echt spät zurück gekommen, oder?
Sie Grinste mich an, legte ein dickes Bündel Creditscheine auf den Tisch.
Das sind 20 Millionen, hab ich gestern beim Schießen gewonnen.
Ich starrte auf das Bündel, dann zu ihr. Beim Schießen?
Ja, ich schlenderte so durch die Station, wusste nicht so recht, was ich tun könnte, da begegneten mir ein paar Leute, sahen meine geliebte Dolores.
Moment, wer ist Dolores?
Sie deutete auf die Waffe, die ich ihr gekauft hatte. Dolores, ich dachte sie braucht einen Namen.
Gab man einer Waffe einen Namen? Der Gedanke war mir noch nie gekommen, einem Schiff ja, das war gängige Praxis. Aber... egal dachte ich, es war ihre Waffe, wenn sie ihr einen Namen gab, dann war das ihre Sache.
Okay, sie haben also Dolores gesehen, und dann?
Dann meinten sie wohl, sie hätten da ein leichtes Opfer gefunden, sie forderten mich zu einem Wettschießen heraus.
Sie grinste wieder, ich hab natürlich mit gemacht. Der Einsatz waren 5 Millionen.
Die Du nicht hattest, fiel ich Ihr ins Wort. War das nicht leichtsinnig?
Naja, die Jungs waren ja noch so grün hinter den Ohren, und ich hab ja auch gewonnen. Dolores schießt super genau.
Und was hat die Reparatur des Schießstands diesmal gekostet?
Nichts, ich bin doch nicht bescheuert, hab diesmal nur auf niedrigster Einstellung geschossen.
Aber, sie zwinkerte mir zu, das hat auch gereicht.
Sie haben mir hinterher ohne Widerstand das Geld gegeben. Hatten wohl Angst ich könnte statt auf die Zielhologramme auf sie schießen. Sie lachte, nicht dass ich so was nicht mal vor mich hin gemurmelt hätte. Natürlich laut genug, dass sie es mit bekommen haben.
Und was hast Du jetzt mit deinem Gewinn vor?
Äh, keine Ahnung. Willst Du es nicht?
Nein, behalt das mal, schließlich hast Du es gewonnen.
Ich sah auf die Zeitanzeige. Es war schon später als ich gedacht hatte, über dem Lesen des Tagebuchs war die Zeit scheinbar schneller vergangen.
Wir haben noch zwei Stunden bis die Vorstellung beginnt. Wollen wir vorher noch was essen?
Klar will ich das, ich glaub, ich könnte gerade eine ganze Torte allein verputzen.
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